Arnstein
Tragödie von Arnstein

Tragödie mit sechs toten Teenagern in Arnstein: So begründet das Gericht das Urteil

Sechs junge Menschen starben in Arnstein in einer Gartenlaube. Am Donnerstag wurde der verantwortliche Vater verurteilt.
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Sechs junge Menschen starben in Arnstein in einer Gartenlaube. Gegen den Vater von zwei der toten Jugendlichen ist vor Gericht das Urteil gefallen. Foto: Daniel Karmann
Sechs junge Menschen starben in Arnstein in einer Gartenlaube. Gegen den Vater von zwei der toten Jugendlichen ist vor Gericht das Urteil gefallen. Foto: Daniel Karmann
Im Prozess um die tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung von sechs Teenagern in einer Gartenlaube in Unterfranken fiel am Donnerstag das Urteil gegen einen 52-jährigen Mann. Der Familienvater, der an dem Abend selbst zwei Kinder verloren hat, wurde lvom Landgericht Würzburg zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Die Verteidigung hatte sich für einen Schuldspruch ohne Strafe ausgesprochen. Damit könne der Paragraf 60 des Strafgesetzbuches greifen, sagte Verteidiger Hubertus Krause am Donnerstag vor dem Landgericht Würzburg. "Strafe bringt uns keine Kinder zurück." Der Paragraf 60 besagt, dass von der Bestrafung eines Täters abgesehen werden kann, wenn er durch seine Tat selbst so schwer getroffen ist, dass eine verhängte Strafe offensichtlich verfehlt wäre.

Der 52-jährige Franke war zunächst wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Gericht beschränkte das Verfahren am Donnerstag allerdings auf vier Fälle, weil der Familienvater durch die Tragödie selbst schwer getroffen wurde.


Grob fahrlässig

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert. Ein Nebenkläger-Anwalt schloss sich dem an, ein zweiter forderte zwei Jahre Haft ohne Bewährung. "Der Anschluss des Generators war ein Schnellschuss, der nicht durchdacht war", sagte Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen in seinem Plädoyer. Der Angeklagte habe dabei grob fahrlässig gehandelt.

Der 52 Jahre alte Mann hatte im Technikraum des Häuschens verbotenerweise einen Stromgenerator aufgestellt. Das nicht für Innenräume geeignete, benzinbetriebene Gerät hatte das geruchlose, tödliche Gas ausgestoßen. Bei dem tragischen Unfall starben auch zwei Kinder des Angeklagten.

Die 18 und 19 Jahre alten Jugendlichen hatten in der Laube den 18. Geburtstag seiner Tochter gefeiert. Gutachtern zufolge starben die sechs jungen Leute noch vor Mitternacht.
Der Familienvater selbst fand am nächsten Tag die Leichen in der Laube als er nach dem Rechten sehen wollte.
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