Barcelona
Terrorismus

Terror in Barcelona: Wie vier Jugendliche aus Unterfranken den Anschlag überlebten

Vier Mädchen aus dem Landkreis Main-Spessart wurden Augenzeugen des Anschlags in Barcelona. Nur knapp entkamen sie dem Terror.
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Rettungskräfte stehen am 17.08.2017 auf dem gesperrten Las-Ramblas-Boulevard. Auf der Flaniermeile war ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. Vier Mädchen aus dem Landkreis Main-Spessart wurden Augenzeugen des Anschlags in Barcelona. Nur knapp entkamen sie dem Terror. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Rettungskräfte stehen am 17.08.2017 auf dem gesperrten Las-Ramblas-Boulevard. Auf der Flaniermeile war ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. Vier Mädchen aus dem Landkreis Main-Spessart wurden Augenzeugen des Anschlags in Barcelona. Nur knapp entkamen sie dem Terror. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Dem Terroranschlag in Barcelona nur knapp entkommen sind vier Mädchen einer Jugendgruppe aus dem Landkreis Main-Spessart. Sie wurden Augenzeuginnen, als ein Lieferwagen am Donnerstagabend auf der spanischen Einkaufsmeile "La Rambla" in die Menschenmenge raste. Alle vier sind geschockt und mitgenommen, aber wohlauf.

"Es muss dramatisch gewesen sein. Das Auto war direkt hinter ihnen. Sie haben sich umgeschaut und gesehen, dass der Wagen in die Menschenmenge fährt. Sie sind zur Seite gesprungen und haben sich in einem Hotel in Sicherheit gebracht", berichtet Bernhard Metz, Kreisjugendpfleger für den Landkreis Main-Spessart. Er telefonierte noch am Abend mit den Jugendlichen und ihren Betreuern in Spanien.
19 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren aus dem Landkreis Main-Spessart sowie vier Betreuer (Sozialpädagogen, Lehrer, Studenten) befinden sich derzeit auf einer Sommerfreizeit des Landkreises in einem Badeort an der Costa Brava. Die Gruppe hatte am Donnerstag einen Ausflug nach Barcelona unternommen. In Kleingruppen waren sie in der Stadt unterwegs. Während die anderen noch bei McDonalds saßen, waren die vier Mädchen bereits auf der Einkaufsstraße unterwegs.

Nach dem Vorfall waren sie "geschockt und angekratzt", berichtet Metz. Aufgrund der polizeilichen Absperrungen mussten sie bis halb zehn in dem Hotel ausharren, in das sie sich geflüchtet hatten. Erst dann konnten die Betreuer die Mädchen wieder sicher in Empfang nehmen und zu ihrer Unterkunft bringen. Den ganzen Abend über waren Sirenen von Polizei und Notarztwagen in Barcelona zu hören.
Unmittelbar nach dem Anschlag vergewisserten sich die Betreuer über WhatsApp-Gruppen auf dem Handy, dass es allen Jugendlichen, die in kleinen Gruppen in der Innenstadt unterwegs waren, gut geht. Sie setzten alle Hebel in Bewegung, um schnellstmöglich die besorgten Eltern in Deutschland zu informieren. "Viele waren von ihren Kindern bereits verständigt worden. Manche hatten noch Gesprächsbedarf", so Metz.

Die Gruppe will ihren Aufenthalt in Spanien nicht früher abbrechen. Am 22. August treten sie die Heimreise an. Bis dahin versuchen sie, sich ein wenig zu erholen. Noch am Abend fanden Krisengespräche mit den betroffenen Jugendlichen statt. Um das Erlebte in der Gruppe in Ruhe aufzuarbeiten, lehnen die Betreuer in Spanien Gespräche mit den Medien ab.


Wieder Touristen auf der Rambla

Am Freitagmorgen war die "Rambla" für den Autoverkehr noch gesperrt, berichtet Heike Fauser, ehemalige Journalistin des Nordbayerischen Kuriers unserer Redaktion am Telefon. Die 32-Jährige befindet sich gerade auf einem Städtetrip in Barcelona. Trotz des Anschlags scheint das Leben in Barcelona aber bereits wieder normal weiterzugehen. "In der Mitte der Einkaufsstraße laufen schon wieder sehr viele Touristen. In den Seitenstraßen fahren wieder die Lkws. Die Polizei kontrolliert noch Fahrzeuge." Fauser erfuhr am Donnerstag von der Tante eines Freundes von dem Anschlag.

"Es hieß, es gab einen Anschlag in der Stadt. Doch wir wussten nicht wo. Wir waren gerade auf dem Weg zur Rambla, da in der Nähe unser Hotel liegt. Als wir in der U-Bahn waren, ist der Zug ohne anzuhalten einfach weitergefahren. Das wurde uns klar: Irgendetwas muss an der Rambla passiert sein." Über Fernsehen und Internet erfuhren sie, was geschehen war. Angelika Kleinhenz
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