Bad Staffelstein
Bauausschuss

Wohnraumprojekt Schubertstraße kontra Stellplatzproblematik

Im bisherigen Fitnessstudio im Obergeschoss in der Staffelsteiner Schubertstraße sollen durch Umbau Wohnungen entstehen. Das wird problematisch.
Artikel einbetten
Die  bisher als Fitnessstudio genutzten Räumlichkeiten  in der Schubertstraße 1 sollen dem eingereichten Bauantrag zufolge zu Wohnräumen umgebaut werden. Das Vorhaben könnte aber schon aufgrund der schwer zu lösenden Stellplatzproblematik scheitern.Mario Deller
Die bisher als Fitnessstudio genutzten Räumlichkeiten in der Schubertstraße 1 sollen dem eingereichten Bauantrag zufolge zu Wohnräumen umgebaut werden. Das Vorhaben könnte aber schon aufgrund der schwer zu lösenden Stellplatzproblematik scheitern.Mario Deller
Im Peuntweg in Horsdorf sollen drei Einfamilienhäuser entstehen. Das Verfahren, mit dem derzeit die bürokratischen Voraussetzungen geschaffen werden sollen, ist nach der jüngsten Sitzung des Bauausschusses auf einem weiterhin guten Weg. Deutlich wurde im Rathaus anhand anderer Tagesordnungspunkte aber auch, dass sich das Gremium nicht zu Schnellschüssen hinreißen lässt, wenn Probleme noch ungelöst sind oder sogar noch nicht einmal klar ist, ob sich die jeweilige Baumaßnahme überhaupt wie gewünscht realisieren lässt.
Nachdem im Mai die Einbeziehungssatzung "Horsdorf - am Peuntweg" mit dem eingangs erwähnten Maßnahmenziel auf den Weg gebracht worden war und der Bauausschuss anschließend den Entwurf billigte und zur Auslegung brachte, befasste sich das Gremium nun mit den dazu eingegangenen Stellungnahmen. Im westlichen Teil des Geltungsbereiches erstreckt sich ein kartiertes Bodendenkmal aus der Hallstattzeit oder Urnenfelderzeit. Das Landesamt für Denkmalpflege plädierte in seiner Stellungnahme dafür, "Bodeneingriffe auf das unabweisbar notwendige Mindestmaß" zu beschränken. Die Bauverwaltung weist in ihrem dazu getroffenen Teilbeschluss darauf hin, dass knapp die Hälfte der überbaubaren Fläche außerhalb der Denkmalkartierung liege, "so dass Eingriffe in die Denkmalsubstanz voraussichtlich auf ein Minimum reduziert werden können." Im westlichen Anschluss an den Geltungsbereich ist zwischen Horsdorf und Bad Staffelstein außerdem der Bau einer Hochwasserrückhaltemaßnahme geplant. Die Stadt Bad Staffelstein sichert eine enge Abstimmung der Planungen mit dem Wasserwirtschaftsamt zu. Nach Meinung der städtischen Bauverwaltung konkurriert die Verwirklichung der Hochwasserrückhaltemaßnahme aber nicht mit der angedachten baulichen Entwicklung. Auch kam zur Sprache, dass rund 170 Meter nördlich der überbaubaren Flächen im Geltungsbereich die Staatsstraße 2204 verlaufen. Nach Kenntnissstand des Stadtbauamtes werden die Immissionswerte für die Entwicklung als allgemeines Wohngebiet eingehalten, heißt es im Beschluss zur seitens des Staatlichen Bauamtes Bamberg eingegangenen Stellungnahme. Das Gremium beschloss letztlich nach erfolgter Abwägung den überarbeiten Entwurf der Klarstellungs- und Einbeziehungssatzung "Horsdorf-Peuntweg".
Bei einigen in der Sitzung ferner behandelten Bauvorhaben dürfte sich die Umsetzung schwierig gestalten. Dazu zählt der Bauantrag, der die Nutzungsänderung des Obergeschosses im Anwesen an der Ecke Schubertstraße/Goethestraße in Bad Staffelstein zum Gegenstand hat. Im bisherigen Fitnessstudio im Obergeschoss sollen durch Umbau Wohnungen entstehen. Kopfschmerzen bereitete dem Gremium allerdings schon allein die Stellplatzfrage. Aus dem Parkplatz-Altbestand können zwei Stellplätze übernommen werden, restlich wären aber immer noch zehn nachzuweisen. "Ich weiß beim besten Willen nicht, wo wir die schaffen sollen", meinte Dieter Leicht (SPD) kopfschüttelnd. Dass evangelische Kirche, Kindergarten und Sporthalle des TSV Staffelstein unweit entfernt sind und der Parkraum nun einmal begrenzt ist, macht es nicht einfacher, so das Fazit der Diskussion. Die unisono im Gremium herrschende skeptische Meinung vertrat auch Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU): "Es braucht jetzt zunächst eine Stellplatzplanung. Ohne diese möchte ich dem Gremium hier keine Entscheidung über eine Baugenehmigung abfordern." Vor diesem Hintergrund einigte sich der Bauausschuss darauf, den Tagesordnungspunkt zurückzustellen, um diese entscheidende Frage zu klären.
Ähnlich gestaltete sich der Verlauf der Diskussion zum geplanten Neubau zweier Mehrfamilienhäuser zwischen den parallel verlaufenden Straßen Schönbrunner Straße und Annaberger Straße am Bad Staffelsteiner Stadtrand Richtung Schönbrunn (Bauvoranfrage). Durch Abriss soll laut den vorgelegten Planungen des Bauwerbers Platz geschaffen werden für die Errichtung von zwei größeren Wohnkomplexen mit zusammen elf Wohnungen. Wenn die beiden neuen Wohnhäuser, wie im Planentwurf vorgesehen, nur zwei Meter Abstand zueinander hätten, wäre Probleme im Falle, dass das Eigentum auf die Mieteigentümer einmal überginge, nicht auszuschließen, so die in der Diskussion geäußerte Befürchtung. Auf dem potenziellen Bauareal selbst sollte laut Planentwurf auch die 21 nötigen Stellplätze entstehen. Würde diese aber wie geplant errichtet, sei das Ein- und Ausparken teilweise nur durch Rangieren möglich. "Die Annaberger Straße und die Schönbrunner Straße sind außerdem sehr schmal", wies Dieter Leicht (SPD) auf einen die Thematik noch verschärfenden Gesichtspunkt hin. Eine konkrete Entscheidung zur Bauvoranfrage wurde als Konsequenz aus der schwierigen Sachlage daher noch nicht getroffen. Stattdessen einigte man sich darauf, unter Einbeziehung des Landratsamtes das Gespräch mit dem Bauwerber zu suchen, um vielleicht doch eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden.
Zur Diskussion stand in der Sitzung außerdem einmal mehr die Tektur zum Wohnhaus auf dem "Precklein-Grundstück" an der Ecke Lichtenfelser Straße/Eremitenstraße mit neun Wohneinheiten, vier Fertiggaragen und 13 Stellplätzen. Die neueren Planungen des Bauwerbers lassen durch die Veränderung an der Gestaltung der Penthouse-Etage auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes zwar eine Überschneidung betreffend der Abstandsfläche entstehen. Doch das Gremium war mehrheitlich der Auffassung, dass dies zu vertreten sei und segnete die neuerliche Tektur zum Bauantrag mit lediglich einer Gegenstimme ab.
In das Bebauungsplanverfahren betreffend eines größeren landwirtschaftlichen Bauprojekts im Gemeindeteil Lohhof bei Kaltenbrunn (Gemeinde Itzgrund), wo die Firma Carl die Erweiterung ihres Legehennenbetriebs auf 4,7 Hektar beabsichtigt, wurde die Stadt Bad Staffelstein zwar pro forma im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung einbezogen. Allein schon aus dem Entfernung zum Stadtgebiet heraus - in der Luftlinie rund vier Kilometer bis zum Stadtteil Neuhof - sind die Belange der Stadt durch die Maßnahme im Nachbarlandkreis nicht berührt, entsprechend die bloße Kenntnisnahme mit diesem Hinweis.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren