Redwitz
Stromtrassen

Stromgipfel in Lichtenfels - die Fakten

Mit einer Resolution wehren sich Oberfrankens Bürgermeister und Landräte gegen die vorliegenden Trassenpläne der Stromanbieter.
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"Im Kern geht es darum, dass wir die Energiewende zwar brauchen, die Region aber schon heute einen erheblichen Teil zum Gelingen des Netzausbaus von Nord nach Süd beiträgt", sagte CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, die zu diesem Treffen ins Landratsamt Lichtenfels eingeladen hatte.

1. Wer hat teilgenommen?
Die Bürgermeister und Landräte der Landkreise Lichtenfels, Kulmbach, Bamberg, Kronach, Hof und Forchheim.

2. Was ist das Ergebnis?
Eine Resolution gegen den Bau weiterer Stromtrassen. In einem Schreiben fordern die Teilnehmer die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die Bayerische Staatsregierung auf, die Belange der Region beim weiteren Netzausbau zu berücksichtigen und von der Planung durch die heimischen Landkreise abzusehen. Abgelehnt werden die im zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplanes 2030 aufgeführten Trassenvorschläge P44 mod, P44 mod Var 2, P44 mod Var 2+ und P44 mod Var 3. Es soll geprüft werden, ob eine grundsätzliche Notwendigkeit für die Trasse und ihre Varianten besteht.

3. Wie wird argumentiert?
Die Region trage mit dem Ostbayernring, der Frankenleitung und der 380-kV-Leitung von Remptendorf nach Redwitz bereits einen erheblichen Teil zur Energiewende bei. Weitere Stromtrassen wären den Bürgern nicht mehr zuzumuten. Neben technischen Gründen sprechen auch umweltfachliche und wirtschaftliche Gründe gegen die Trassenvarianten. "Alle greifen in erheblichem Maße in die Schutzgüter Mensch und Umwelt, insbesondere in schützenswerte FFH-Gebiete ein", heißt es in der Resolution. Auch eine weitere Beeinträchtigung der Kultur- und Erholungslandschaft sowie eine zusätzliche Belastung der Bevölkerung seien nicht hinnehmbar. Auch wirtschaftliche Gründe werden angeführt: Die modifizierten Trassen sind deutlich länger - im Schnitt 40 Kilometer - und damit viel teurer als die Ursprungstrasse P44. Die Mehrkosten in einer Größenordnung von 1,5 Millionen Euro pro Kilometer hat letztlich der Verbraucher und Steuerzahler zu tragen.

4.Waren alle einer Meinung?
Von den Vertretern der unter Punkt 1 genannten Landkreise schon. Der Coburger Landrat Michael Busch hat die Resolution aber nicht unterzeichnet. Denn die einzige Trasse, die in dieser Resolution nicht genannt wird, wäre die ursprüngliche P44, und davon wäre besonders der Coburger Raum betroffen. Einigkeit besteht in der Ablehnung sämtlicher Neubaupläne.

5. Was können Bürger tun?
Im Zuge des Konsultationsverfahrens ihre Stimmer erheben. Das geht online unter www.netzausbau.de noch bis zum 16. Oktober. gvö/red
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