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Quo vadis Ringkampfsport?

Der Deutsche Ringerbund stellt die Weichen für die Saison 2018, doch die Vereine wollen keine Aufstiegspflicht. Der AC fühlt sich in der Oberliga wohl.
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Die Suche nach dem Griffansatz im rechten Moment sucht der Lichtenfelser Christoph Meixner (rechts) in dieser Szene. Dies gilt für ihn und seine Teamkollegen am Samstagabend beim Derby in Bindlach einmal mehr. Christian Voll
Die Suche nach dem Griffansatz im rechten Moment sucht der Lichtenfelser Christoph Meixner (rechts) in dieser Szene. Dies gilt für ihn und seine Teamkollegen am Samstagabend beim Derby in Bindlach einmal mehr. Christian Voll
In der Saison 2018/19 wird es laut Deutschem Ringerbund (DRB) nur eine 1. Bundesliga geben. Dies ist eines der Ergebnisse der Bundesligatagung am vergangenen Wochenende. Auch besteht für den Erstplatzierten der bayerischen Oberliga eine Aufstiegspflicht. Sollte eine zweite Mannschaft - wie derzeit mit Nürnberg der Fall - die Runde als Meister abschließen, würde die Aufstiegspflicht auf den Zweitplatzierten übergehen, da von einem Verein keine zwei Mannschaften in der Bundesliga ringen dürfen.

Diese Beschreibung der aktuellen Situation schildert in kurzen Sätzen das Dilemma in dem alle Vereine aus der bayerischen Oberliga stecken. Auf der einen Seite möchte man guten und spannenden Ringkampfsport bieten, auf der anderen Seite sucht jede Staffel nach einem Ausweg, um nicht Erster oder Zweiter werden zu müssen: die sprichwörtliche Quadratur des Kreises.


"Antibundesligaritis"

Doch nicht nur in Bayern ist dieses Problem vorhanden, auch in allen anderen Oberligen grassiert die "Antibundesligaritis". Denn fast alle Vereine sehen sich sowohl personell, als auch finanziell nicht in der Lage, in der obersten Klasse Deutschlands mitzuringen.

Quo vadis Ringkampfsport? Seitens des DRB müssen schnellstmöglich gangbare Lösungen gefunden werden, um den Ringkampfsport in Deutschland nicht ad absurdum zu führen. Die bayerischen Vereine werden auf dem Verbandstag am 18. November in München einen Antrag auf Aussetzung der Aufstiegspflicht aus der bayerischen Oberliga stellen. Auch der AC Lichtenfels unterstützt dieses Vorhaben. Ob der Vorstoß allerdings von Erfolg gekrönt sein wird, steht in den Sternen, denn letztlich entscheidet ausschließlich der DRB über etwaige Änderungen am Reglement. Somit überschattet die "Ringerpolitik" den sportlichen Wettkampf. Es wird sich zeigen, ob am aktuellen Kampftag wieder "spezielle Geschehnisse" in der Oberliga stattfinden.

So verlor der ASC Bindlach vergangene Woche seinen auf der Matte gewonnen Auswärtskampf am Grünen Tisch, da das Team um den Ex-Lichtenfelser Matthias Fornoff in Burgebrach mit einer unbesetzten Gewichtsklasse und zwei übergewichtigen Ringern antrat. Somit wurde die Partie mit 0:36 gewertet. Bleibt abzuwarten wie es sich beim Kampf des ACL in Bindlach am morgigen Samstag darstellen wird. Noch in der Vorrunde war die Auseinandersetzung in Lichtenfels beste Werbung für den Ringkampfsport. Beide Teams traten mit der jeweils bestmöglichen Aufstellung gegeneinander an. Der Kampf wog hin und her, und am Ende hatten die ACler knapp die Nase vorn. Ob das auch am Samstag vor oben genannten Hintergrund so sein wird? Sicherlich werden beide Klubs nicht ihre beste Aufstellung an den Start bringen.

Sollte der ASC Bindlach wie im Hinkampf stark aufstellen, würde es für den ACL wieder eine herausfordernde Aufgabe, da die Mannschaft um Matthias Fornoff mit dessen Neffen Marcel (75 kg, Freistil), Bastian Hofmann (66 kg, Fr.), den Adler-Brüdern und dem Venezolaner Pedro Rodriguez über einen sehr starken und ausgeglichenen Kader verfügt.


Zweite Mannschaft in Amberg

Die Reserve des ACL fährt am Samstag nach Amberg zum RC Bergsteig. Die Kämpfer um Mannschaftsführer Philipp Schütz wollen nach zwei Siegen ihre Serie ausbauen. Allerdings setzte es in der Vorrunde eine 16:40-Schlappe. Aber wer weiß, vielleicht ist ja eine Überraschung möglich.


Freier Eintritt gegen Hof

Am 18. November steigt der nächste Heimkampf gegen den Dauerrivalen aus Hof. Um den treuen und leidgeprüften Fans zu zeigen, dass auch der Verein in keiner Weise mit der Situation in der Oberliga zufrieden ist, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, allen Zuschauern freien Eintritt zum Derby zu gewähren. "Wir freuen uns auf viele Zuschauer und hoffen, so ein wenig verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen", sagt der Zweite Vorsitzende Stefan Mehl. Ein ehemaliger ACL-Ringer sagte beim letzten Heimkampf: "Gegen Hof müssen wir gewinnen, und wenn ich mir meine Ringerschuhe wieder anziehen muss!"
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