Michelau
Schach

Michelau und Seubelsdorf siegen knapp

Mit einem 4,5:3:5-Erfolg im Prestigeduell gegen Weidhausen bleibt der SVS an der Spitze der Bezirksoberliga. Der SKM holt seine ersten Punkte der Saison.
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Die Seubelsdorfer Ivan Adamovic (rechts) und Christian Gebhardt glänzten in ihren Endspielen.  Foto: Archiv/Uwe Voigt
Die Seubelsdorfer Ivan Adamovic (rechts) und Christian Gebhardt glänzten in ihren Endspielen. Foto: Archiv/Uwe Voigt
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In der dritten Runde der Schach-Bezirksoberliga 2017/18 ging es im Heimspiel der Seubelsdorfer "Ersten" gegen den SK Weidhausen um mehr als Punkte. Vor zwei Jahren waren die Weidhausener in die Regionalliga vor dem Bezirksoberliga-Meister Seubelsdorf aufgestiegen, weil der Erste als Spielgemeinschaft antrat. Doch eine SG durfte laut Regularien nicht ein Liga höher. Der Vize Nordhalben hatte verzichtet, so dass die Weidhausener als Dritte den Sprung nach oben wagten - und postwendend wieder abstiegen. Vor diesem Hintergrund traten die Seubelsdorfer zum Prestigeduell in Bestbesetzung an - erstmals in dieser Saison - und gewannen mit 4,5:3,5. Mit dem gleichen Resultat verschaffte sich der SK Michelau im Abstiegskampf Luft gegen den SV Neustadt.


Bezirksoberliga

SV Seubelsdorf -
SK Weidhausen 4,5:3,5
Es schien zunächst alles für die Gäste zu sprechen. Zwei gefürchtete Seubelsdorfer Angriffsspieler, Matthias Bergmann und Marko Hofmann, wurden rasch ausgekontert und mussten jeweils einer Punkteteilung zustimmen. Noch schlimmer kam es an den hinteren Brettern: Tobias Kolb übte an zwar mit einem Springer-Vorposten Druck aus, ließ sich aber in Zeitnot entscheidendes Material abnehmen. Uwe Voigt manövrierte sich mit einem ungesunden Mix aus übereifrigen und übervorsichtigen Zügen selbst ins Aus.
Zu diesem Zeitpunkt schien Mannschaftskapitän Christian Gebhardt keine ausreichende Kompensation für sein unternehmungslustiges Opferspiel zu bekommen. Ivan Adamovic musste zwei Minusbauern verwalten. Gerade in dieser brenzligen Lage zeigte sich die Klasse der Seubelsdorfer an den ersten beiden Bretter, die es mit Spitzenleuten des Bezirks zu tun hatten: Seinen Gegner an Brett 2 schloss Michal Michalek hinter dessen eigenen Bauernketten ein und verhinderte jegliches Gegenspiel, indem er mit seinen Figuren die wenigen freien Passagen in der Stellung dominierte und schließlich über schwache Felder einsickerte. Einen letzten Durchbruchsversuch münzte er energisch zu seinen Gunsten um.


Dubioses Bauernwettrennen

Mit perfekt getakteten Springer-Manövern überspielte Jürgen Gegenfurtner am Spitzenbrett seinen Gegner, der sich deshalb auf ein dubioses Bauernwettrennen einließ und dabei übersah, dass sein König ins Matt lief. Mittlerweile war es Adamovic gelungen, sich in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern zu retten und sein Gegenüber von der Sinnlosigkeit weiterer Gewinnversuche zu überzeugen - Remis.
Da nun beide Mannschaften 3,5 Punkte besaßen, lastete die gesamte Verantwortung auf den Schultern von Gebhardt. Seine Materialopfer hatten sich bezahlt gemacht: Er nannte in einem Turm-Leichtfiguren-Endspiel nun zwei von drei Freibauern sein eigen, und es gelang ihm, den feindlichen Damenkandidaten zu stoppen. Am Ende brandete spontaner Jubel auf, als Gebhardt freudestrahlend den Seubelsdorfer Analyseraum betrat und als "Matchwinner" tituliert wurde. uv
SV Neustadt -
SK Michelau 3,5:4,5
Mit Siegchancen rechneten die Michelauer bei der Fahrt nach Neustadt schon. Dabei sah es für die Truppe um Mannschaftsführer Andreas Schüpferling nur 70 Minuten nach Spielbeginn alles andere als gut aus. Edgar Schaller tappte gegen Thorsten Müller in eine Falle, die der Neustadter von langer Hand vorbereitet hatte. So fing er, einige Opfer anbietend, Schallers Dame.
Der für die Moral der Mannschaft wichtige Ausgleich folgte aber schnell. Zwar spielte Alfons Schüpferling gegen Axel Luthardt nach Damentausch und Materialreduzierung zunächst nur remis, doch dann punktete Neuzugang Kurt-Georg Breithut am ersten Brett. In einer positionell angelegten spanischen Partie zettelte er gegen Leon Bauer einen kleinen Schlagabtausch am Damenflügel an, behielt dadurch einen Bauern ein und wickelte mittels Springer-stützpunkts geschickt ins technisch gewonnene Endspiel ab. Ein wohltuender Punkt, zumal Bernd Stammbergers Partie auf Sieg stand. Er, einer der Punktegaranten im Michelauer Team, spielte gegen Helmut Eber seine Klasse aus, der am Ende die Zeit überschritt.
Die Führung ausbauen wollte auch Markus Häggberg, zumal er gegen Gegner Hans Luthardt schon öfter erfolgreich gewesen war. Doch blieb das dem Michelauer versagt - Remis.
Dafür schraubte die zweite Michelauer Bank, Benjamin Zerr, die Führung auf 4:2 hoch. In eigenwilliger wie ruhiger Behandlung seiner bevorzugten Verteidigung gegen den Aufzug des Königsbauern, holte er gegen Dieter Götz viel aus dem Mittelgambit heraus.
Gert Grüner gab seinen Teamkollegen Rätsel auf. Ein interner Witz auf der Heimfahrt fasste das Geschehen so zusammen: Grüner bekam einen Elfmeter zugesprochen, strauchelte beim Anlauf und schoss - ein Eigentor. Einen simplen taktischen Bauerngewinn geschenkte bekommend, schenkte Grüner in gewonnenem Endspiel einen Bauern zurück. Diesmal mit dem Ergebnis, dass Gegner Eduard Kreiling mit seinem Turm zum siegbringenden Bauerngewinn auf sie siebente Reihe vordrang. Der Rest war vergeblicher Todeskampf.
Ein solches Ringen führte lange auch Andreas Schüpferling, der gegen Norbert Wagner nach der Eröffnung einen Bauern verlor. Als Schüpferling im Endspiel mit Minusbauern ein Remisangebot Wagners ablehnte, verblüffte er seine Kameraden. Letztlich lenkte er aber ein. MH


Bezirksliga West

Kronacher SK II -
SSV Burgkunstadt 2,5:5,5
Die Burgkunstadter Uwe Max und Frank Baumgärtner stellten ihre Figuren gleich gut auf. Auf keiner Seite war eine Schwäche zu erkennen, so dass sich die Beiden auf ein Remis einigten. Auch am achten Brett einigten sich der erfahrene Paul Öhrlein und der Jugendspieler Johannes Renner auf ein Remis. Und auch im dritten Spiel folgte ein Unentschieden, das sich Thomas Müller aber hart gegen Dieter Seidel erkämpfte.
Jens Güther ging bewusst das Risiko ein, materiell in Nachteil zu geraten. Letztlich brachen seine Bauern siegbringend durch und Hans-Joachim Schmierer hatte das Nachsehen. Bei Thomas Barnickel schien ein Bauernverlust in Richtung Niederlage zu zeigen. Doch die agile Dame und die Läuferdiagonale brachten entscheidende Vorteile gegen Dominik Kessel.
Matthias Rotsch verlor gegen Nico Herpich durch eine Unachtsamkeit einen Springer, der die Niederlage besiegelte. Dagegen zwang Andreas Rebhan mit Raumvorteilen nach einem Angriff auf den gegnerischen König Uwe Barthold zur Kapitulation.
Michael Wagner hatte bereits von Thomas Kleinschmidt die Dame für zwei Türme erzwungen. Wagner manövrierte seinen Gegner in eine kuriose Stellung, in der trotz einer Unzahl vorhandener Figuren eine Art Zugnot entstand. Egal welcher Zug gewählt wurde, alle führten zum Untergang.
Dadurch feierten die Burgkunstadter einen klaren 5,5:2,5-Sieg und freuten sich über den aktuell zweiten Tabellenplatz in der Bezirksliga. bar
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