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Triathlon

"Jetzt bin ich ein Ironman"

Andreas Dreitz feiert ein eindrucksvolles Debüt auf der Langdistanz: Er gewinnt trotz Krämpfen das Rennen in der italienischen Provinz Emilia Romagna.
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Erst lässt Andreas Dreitz (Mitte) alle Konkurrenten hinter sich, dann genießt  er das Bad in der Menge: Der Zieleinlauf des Michelauers beim Ironman    Emilia Romagna  ist ein  Triumphzug.  dpa
Erst lässt Andreas Dreitz (Mitte) alle Konkurrenten hinter sich, dann genießt er das Bad in der Menge: Der Zieleinlauf des Michelauers beim Ironman Emilia Romagna ist ein Triumphzug. dpa
Die Feierlichkeiten begannen schon einige Meter vor der Ziellinie. Andreas Dreitz hatte Zeit, mit den Zuschauern abzuklatschen. Dann streckte er das Zielbanner in die Luft, im Gesicht ein breites Grinsen: "Jetzt bin ich ein Ironman." In beeindruckender Manier hatte der Michelauer in Italien den Ironman Emilia Romagna gewonnen - und das bei seinem Debüt auf der Langdistanz.

"Die Stimmung im Ziel war einzigartig", sagt der 28-Jährige. "Den Moment, als ich die Ziellinie überquert habe, werde ich wohl nie vergessen."


Konkurrenz klar distanziert

In diesem Moment wusste er, für was er sich in den vergangenen Monaten im Training gequält hatte. Er wusste, dass er zum richtigen Zeitpunkt in seiner Karriere die Langdistanz in Angriff genommen hatte. Er wusste, dass er auch auf der Langdistanz seine Konkurrenten in Schach halten kann.

Und das deutlich: Mit seiner Gesamtzeit von 8:03:27 Stunden hatte der in Bayreuth lebende Mitteldistanzspezialist den zweitplatzierten Dänen Petersen-Bach (8:12:57) und den Kroaten Andrej Vistica (8:17:47) klar distanziert.


Rückstand nach Schwimmen

Doch obwohl es für Dreitz "ein fantastischer Tag und ein geniales Rennen" waren, musste er auch einige Hindernisse meistern. Beim 3,8 Kilometer langen Schwimmen konnte der Michelauer nicht ganz mit den Topschwimmern mithalten. Beim Versuch, die Lücke zu schließen, drückte ihm die nachfolgende Konkurrenz immer wieder die Füße nach unten. Etwa eine Minute betrug nach der ersten Disziplin der Abstand zur Führungsgruppe.

Als Fünfter stürmte Dreitz nach 46:52 Minuten in die "wahrscheinlich längste Wechselzone der Welt" und startete auf dem Rad die Aufholjagd. Verhalten ging er nach eigener Aussage die ersten Kilometer an, doch bereits nach etwa 30 der 180 Radkilometer hatte er die Führenden eingeholt und wenig später abgehängt.

"Ab da war es nur noch ich, allein auf dem Rad und gegen die Zeit", erinnert sich der 28-Jährige. Obwohl er keine Vergleichsmöglichkeiten aus anderen Langdistanzrennen hatte, fand er einen guten Rhythmus, fuhr die zweite Disziplin mit der klaren Tagesbestzeit von 4:16:47 Stunden und hatte vor dem abschließenden Marathon mehr als 13 Minuten Vorsprung.

"Und dann bin ich gelaufen, bin gelaufen und gelaufen", sagt Dreitz, doch es sollte sich auch zeigen, warum er vor der 42,195 Kilometer langen Strecke im Vorfeld so viel Respekt hatte.

Auf der letzten Laufrunde bekam er Magenkrämpfe, er musste einen Teil seiner Verpflegung wieder ausspucken. Ein Krampf im Oberschenkel kündigte sich an. Dreitz musste stoppen und eine kurze Dehnpause einlegen. Doch sein Vorsprung war groß genug, der Gedanke an den emotionalen Zieleinlauf verlieh im zusätzlich Kraft.

"Ich bin über die Ziellinie geflogen", sagt Andreas Dreitz. "Und kurz danach tat jeder Schritt nur noch weh." Auch am Tag nach dem Rennen machen sich die Strapazen noch bemerkbar. "Ich gehe immer noch etwas holprig", sagt Dreitz. "Aber diese Ironman-Erfahrung hat mich definitiv hungrig nach mehr gemacht."
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