Schney
Schach

Klaus Beier muss zittern nach letzter Partie

Bei den oberfränkischen Schachtagen in Schney freut sich am Ende der Michelauer Klaus Beier über den Bezirkstitel bei den Erwachsenen.
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Aus den Händen einer Vertreterin des Hauses, Marion Walter-Biedefeld, nahm ein gut gelaunter Klaus Beier Gratulation und Pokal entgegen.Foto: Markus Häggberg
Aus den Händen einer Vertreterin des Hauses, Marion Walter-Biedefeld, nahm ein gut gelaunter Klaus Beier Gratulation und Pokal entgegen.Foto: Markus Häggberg
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Es war ein Foto-Finish, das dem Michelauer Klaus Beier seinen zweiten oberfränkischen Meistertitel im Schach einbrachte. Glücklich und auch ein wenig lausbübisch nahm er den großen gläsernen Pokal entgegen, auf dem nun zum zweiten Mal nach 2012 sein Name erscheinen wird. Hinter ihm und 34 anderen Spielern des Hauptfeldes lagen sieben Runden Kampf, Mut, Befürchtungen und Rechenkunst. Ein Rückblick auf Triumphe vom Obermain.


Nach sechs Runden ist man "durch"

Nach sechs Runden ist man "durch", wie sich Tobias Schwarzmann vom SC Höchstadt/Aisch zum Kräfteverschleiß ausdrückte. Trotzdem kam es dem Spitzenspieler des SK Michelau, Klaus Beier, auf eben diese letzte Runde an. Er wollte gewinnen, eben gegen jenen Schwarzmann. Und konnte es nicht. Wohl auch ein wenig entnervt bot er selbst in einer sich verflachender Stellung das Remis an, welches akzeptiert wurde. Dahinter steckte auch die Hoffnung, dass es auch Hauptkonkurrent André Wilfert (FC Marktleuthen) am Nebenbrett nicht schaffen wird, gegen einen anstürmenden Marco Hofmann vom SV Seubelsdorf einen Sieg herauszuholen. Als sich gegen Ende ihrer Partie eine Traube um das Brett dieser beiden bildete, befand sich Beier in ihr, das Geschehen verfolgend.
Der Remisschluss dürfte ihn gefreut haben, aber sicher konnte er sich des Titels noch nicht völlig sein. Was würde die Feinwertung bei Punktegleichheit mit Wilfert, Christian Koch (SC Höchstadt/Aisch), Leon Bauer (SV Neustadt b. Coburg) und Tobias Schwarzmann sagen? Immerhin hatten sie alle, so wie er auch, 5 Punkte auf dem Konto.


Spannung vor Bekanntgabe

20 Minuten vergingen in Ungewissheit für die Spieler, dann war es Schiedsrichter Ingo Thorn vorbehalten, die Spannung aufzulösen: "Sieger der oberfränkischen Schacheinzelmeisterschaft 2017 ist Klaus Beier." Jubel kam auf bei den Mannschaftskollegen im Saal, mit denen Beier in der Bezirksoberliga für Michelau antritt.
Doch nicht nur die jubelten: "Wenn a Michlaarer Sieger wird, is natürlich sei Bürgermeister stolz", verkündete der anwesende Helmut Fischer in breitem Michelauer Dialekt. Fischer, Bürgermeister und Vize-Landrat, vertrat auch den Schirmherren, Landrat Christian Meißner, am Eröffnungs- wie am Abschlusstag. Doch auch die Zweit- bzw. Drittplatzierten, André Wilfert und Christian Koch, schienen nicht allzu traurig zu sein. Mit ihnen ist auch im kommenden Jahr wieder zu rechnen.


Tiefstapelei

In einer Stellungnahme zu seinem Sieg und seiner Vorbereitung auf das Turnier sprach Beier davon, dass er "Blitzpartien im Internet" gespielt habe. Das kann man glauben, muss man aber nicht unbedingt. Unter Schachspielern ist eine Tiefstapelei hinsichtlich des Paukens von Eröffnungsvarianten nämlich nicht eben ungebräuchlich. Allerdings, das gab Beier zu, sei ihm ein dritter Platz das "Minimalziel" und ein Sieg das "Fernziel" gewesen, als er davon erfuhr, dass zwei Turnierfavoriten kurzfristig abgesagt hatten.
In der ihm eigenen humorigen Art kommentierte er die an ihn herangetragene spaßige Frage danach, was er mit seinem "Ruhm" nun machen werde, mit: "Ich werde es meinen Freunden und Mitwesen jedes Mal unter die Nase reiben."
105 Teilnehmer zählten die oberfränkischen Schachtage in unterschiedlichen Altersklassen insgesamt.


Gerald Löw gewinnt Blitzturnier

Im vergangenen Jahr war noch Gerald Löw (TSV Bindlach-Aktionär) der Turnierschach-König von Schney - diesmal nahm der Fide-Meister nur am Blitzturnier teil. Lange Zeit sah es nicht nach einem Sieg für ihn aus. Blitz-Spezialist Kurt-Georg Breithut vom SC Bamberg hielt bis zur 25. Runde die Führung. Dann fuhr Löw auf der Überholspur und zog nach Punkten gleich: 23,5 Zähler aus 26 Partien bedeuten eine starke Leistung. Das Reglement sieht für diesen Fall eine Zusatzwertung namens Sonneborn-Berger vor. Und da lag der Bindlacher zweieinhalb Punkte vorn. Bronze ging an Dr. Peter Seidel (SF Kirchenlamitz). Und Professor Dr. Peter Krauseneck ist oberfränkischer Senioren-Meister im Blitzschach; die U20-Klasse blieb unbesetzt.


Zwei Doubles im Jugendbereich

In den Jugendklassen gelang zwei Spielern das Double aus Turnier- und Blitzschach-Titel: Pablo Wolf (SC Bamberg) in der U16 und Lukas Köhler (SC Bamberg) in der U14.


Zweiter Sieg für Michelauer Zerr

Aus Sicht des Landkreises Lichtenfels gab es noch etwas zu feiern: den Sieg im U18-Turnier von Benjamin Zerr, ebenfalls vom SK Michelau, der seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigte. Er stand schon vor der letzten Runde mit sechs Punkten als Sieger fest. Er wird im kommenden Jahr im Hauptfeld antreten dürfen.
In die Siegerliste trugen sich auch zwei Mädchen ein: Merle Gorka (SC Höchstadt) im U12-Turnierschach und Anna Leykauf (TSV Bindlach-Aktionär) im U10-Blitzschach. Für die Mädchen und Frauen aus dem Schachbezirk findet am 21. Januar noch eine eigene oberfränkische Meisterschaft in Lichtenfels statt.
Auf Wiedersehen Schachtage in der Franken-Akademie 2017, willkommen Schachtage 2018. Mehr Ergebnisse unter schachkreis-cnlk.de. Meister und Vizemeister haben sich jeweils ein Ticket für die bayerische Meisterschaft gesichert.


Die oberfränkischen Meister

Turnierschach Erwachsene: Klaus Beier (SK Michelau); Blitz Erwachsene : Gerald Löw (TSV Bindlach-Aktionär); Senioren (60 +): Klaus Beier (SK Michelau); Blitz Senioren (60 +): Professor Dr. Peter Krauseneck (SC Bamberg); Nestoren (75 +): Klaus von Loeffelholz (Coburger SV); Blitz Nestoren (75 +): nicht besetzt; Blitz U20: nicht besetzt; U18: Benjamin Zerr (SK Michelau); Blitz U18: Moritz Sesselmann (SK Kulmbach); U16: Pablo Wolf (SC Bamberg); Blitz U16: Pablo Wolf (SC Bamberg); U14: Lukas Köhler (SC Bamberg); Blitz U14: Lukas Köhler (SC Bamberg); U12: Merle Gorka (SC Höchstadt); Blitz U12: Johannes Renner (Kronacher SK); U10: Vincent Wolf (SC Bamberg); Blitz U10: Anna Leykauf (TSV Bindlach-Aktionär); U8: Lukas Rieß (TSV Kirchenlaibach); Blitz U8: Noah Kamleiter (TSV Bindlach-Aktionär)
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