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Wettbewerb

Aufgussmeisterschaft Bad Staffelstein: Spiderman wedelt sich zum Sieg

Bei der dritten Deutschen Aufgussmeisterschaft in der Obermain-Therme war Kreativität Trumpf. Die Sauna wurde zur Show-Bühne.
Der Aufguss mutiert zur Show. Foto: Jürgen Raab
 
von MARKUS HÄGGBERG
Am Ende sprangen sie in die Teiche, übermütig und ausgelassen. Am Mittwoch ging die dritte Deutsche Aufgussmeisterschaft 2017 in der Obermain-Therme über die Bühne, samt ausgelassener Siegerehrung. Szenen voller ohrenbetäubenden Lärms, Umarmungen und Stakkato-Applaus. Auch wergen der Lokalmatadoren der Obermain-Therme.

"Ein unvergessliches Ereignis", kommentierte Werkleiter Hans-Josef Stich und schob nach: "Super Generalprobe für eine kommende WM." Der auch im Bademantel anwesende Landrat Christian Meißner kommentierte die von ihm gesehenen heißen Dampf-Shows der Teilnehmer mit freudiger Verblüffung so: "Man hat ja hie und da schon mal einen Aufguss erlebt, aber in der geballten Form, da liegt so viel Hirnschmalz drin." Zwölf bis 15 Minuten währten zwischen 10. und 12. Juli die Shows der ursprünglich 54 Teilnehmer, die zur Aufguss-Elite Deutschlands gerechnet werden dürfen.


Choreographierte Geschichten

Ihre Wedeltechniken und ihr Können in Bezug auf Sauna-Aufguss-Wohlergehen waren integraler Bestandteil teils multimedialer Shows, eingebettet in ganze choreographierte Geschichten. So wie bei Thomas Lehnert, der eine Falco-Show hinlegte, oder Jürgen Raab, der eine Weltraum-Apollo-Astronauten-Mission startete und auf Platz 7 landen sollte. Was sie eint, ist, dass sie Mitarbeiter der Obermain-Therme sind, Lokalmatadoren eben, zu den besten in Deutschland zählend.

Was alle Teilnehmer einte, ist eine fundierte Ausbildung in der Sauna-Branche. Das alles hatte die vielköpfige Jury auch aus Funktionären des Deutschen Saunabundes bei der Punktevergabe in Betracht zu ziehen. "Für solche Auftritte reist man 500, 600, 800 Kilometer an, und auch, wenn es 1000 wären", sagt Torsen Mautz aus Uelzen, ein Fan, den "das Virus auch getroffen hat", wie er seine Begeisterung für Show-Sauna-Aufgüsse nennt.
Unter den Augen sogar polnischer Journalisten und des ZDF (Ausstrahlungstermin am kommenden Montag um 17.15 Uhr in "Hallo Deutschland") kam es zu Aufführungen wie "Tanz der Vampire" von Rene Wisgickl als Graf Krolock und seiner Wedelpartnerin Tina Röder. Das junge Paar aus dem Erzgebirge gebar seine Idee von einer Choreographie schon 2013 bei einem Besuch in Berlin, wo es das Musical zu Gesicht bekam.

Zweisprachig sind sämtliche Vorführungen abzuhalten, schließlich müssen die Story und der Aufguss erklärt werden. Und: "Das Publikum wird immer internationaler", wie Tina Röder erklärt. Ihr Rene hat als Vampir aber so seine eigenen Erfahrungen zu Hitze, Dampf und Dramaturgie machen müssen.


Keine überlangen Vampirzähne

Eine Haftcreme für Vampirzähne eignet sich bei den Temperaturen nicht, darum der Verzicht auf überlange Eckzähne. "Aber einen Kronleuchter hatte ich als Requisite dabei", so Wisgickl. Was so ziemlich alle Teilnehmer von sich und ihren Shows sagen konnten, war auch, dass sie für kommende Meisterschaften noch kein Programm haben. Zu sehr nahm konzeptionell das in Anspruch, was für bei dieser Meisterschaft gezeigt werden sollte. Und tatsächlich war immer wieder von den Akteuren zu hören, dass sie über Jahre an ihren Auftritten feilten, Programmpunkte immer wieder umstellten. "Das machte mich erst richtig zum Falco-Fan", erklärte ein glücklicher Lehnert, der neben dem sechsten Platz in der Gesamtwertung auch den Publikumspreis einheimste.

Höhepunkt des Geschehens war der emotionale Ausbruch der Sieger, die ein sich glückselig umarmendes feierndes Knäuel bildeten. Den Titel "Deutscher Aufguss-Meister" im Einzelwettbewerb wird für ein Jahr Alexander Hoffmann vom Satama Sauna Resort in Wendisch Rietz (Brandenburg) mit dem Thema "Spiderman" (520 Punkte) tragen. Den zweiten Platz belegte Dominik Hepp von den Badegärten Eibenstock (Sachsen) mit "Leonardo da Vinci" (517 Punkte). Gabriel Pekala vom Satama Sauna Resort belegte den dritten Platz (512 Punkte).

Überglücklich telefonierte der Meister Alexander Hoffmann nach dem Titelgewinn nach Hause zu seiner Frau, ihr beibringend, was ihm gerade gelang. "Ich habe eigentlich gesagt, das ist das letzte Mal und der letzte Auftritt von mir. Aber jetzt bin ich Titelverteidiger", erklärte der 31-Jährige, die den Willen zur Titelverteidigung nahelegt. Für die Obermain-Therme resümierte Hans-Josef Stich das Geschehen auch. Dass zwei Mitarbeiter unter die besten Zehn in Deutschland gelangten, freute ihn. Und überhaupt gäbe es jetzt durchaus noch Ziele. So die Bewerbung zur Aufguss-WM 2019 als Ausrichter.
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