Lichtenfels
Fernsehen

Aktenzeichen XY wird 50: Dieser Fall aus den Anfangsjahren sorgte in Lichtenfels für Aufruhr

Die Kriminal-Serie im ZDF wird 50 Jahre alt. Fast am Anfang der Ausstrahlung kam auch ein Fall aus dem damaligen Landkreis Staffelstein in die Sendung.
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Ein 40-Jähriger zündete Anfang 2017 ein unbewohntes Haus in Oberwallenstadt an.  Foto: Archiv/Frank Spitzenpfeil
Ein 40-Jähriger zündete Anfang 2017 ein unbewohntes Haus in Oberwallenstadt an. Foto: Archiv/Frank Spitzenpfeil
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Wenn es gar nicht mehr weitergeht, geht es im zweiten Programm weiter: "XY ungelöst" greift noch nicht aufgeklärte Gewaltverbrechen auf - seit 50 Jahren. Doch war der Landkreis Lichtenfels mit angrenzender Region schon einmal dabei? Man muss lange zurückgehen, fast bis an die Anfangszeit der Sendung im Jahr 1967. Denn ein Fall kam wenig später in die Sendung.


Grausame Mordserie

Weihnachten 1968 begann eine Mordserie, die die Region monatelang in Angst und Schrecken versetzte: Der Bitumenmischer Manfred Wittmann überfiel eine 14-Jährige aus Welsberg im Itzgrund, damals Kreis Staffelstein, die ganz in der Nähe seines Elternhauses arbeitete. Wittmann drangsalierte sie auf einem Feld zwischen Bodelstadt und Schottenstein im Itzgrund, fuhr sie mit seinem Auto nach Breitengüßbach, tötete sie und warf die Leiche in den Main. Ein gutes halbes Jahr später wurde eine 16-jährige Lichtenfelserin Opfer des grausamen Killers. Wittmann nahm die junge Frau in Coburg in seinem Auto mit. Auf einem Feld bei Beikheim im Kreis Kronach ermordete er sie mit einem Messer. Dieses benutzte er am Tag nach der Tat zum Schneiden beim Frühstück.
Mitte November 1969 brachte er eine 16-Jährige aus seinem Heimatort Kaltenbrunn um.
An der Bushaltestelle im Ort stieg sie arglos zu ihm ins Auto ein, wollte nach Untersiemau.
Doch dort kam sie nie an. Ihr späterer Mörder fuhr mit ihr zu seiner Firma. Er quälte die Jugendliche, fügte ihr Brandwunden zu, indem er sie an die heißen Rohre der Bitumenmischanlage seines Arbeitgebers presste.
Kurze Zeit später wurde er in der Wohnung seiner Eltern festgenommen, acht Stunden später gestand er die Taten. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und dann 2013, nach 43 Jahren, entlassen. Wittmann kam als über 70-jähriger gebrechlicher Mann in ein Altenheim.
Seitdem war Lichtenfels kein Thema mehr in der Sendung "XY ungelöst". Der jüngste spektakuläre Mordfall ereignete sich im Januar 2017 kurz hinter der Landkreisgrenze in einer Asylbewerberunterkunft in Unterleiterbach, wo ein 26-jähriger Syrer erst gefesselt und geknebelt und erstochen wurde. Inzwischen sind ein 19 und ein 22 Jahre alter Syrer angeklagt worden, ihn aus Habgier getötet zu haben und um einen geplanten Mord an einem anderen Mann, der ausgeraubt werden sollte, zu vertuschen. Der 26-Jährige hatte ihr Vorhaben mitbekommen.


Zwei Serien

Es gab aber auch zwei Serien, die in jüngerer Zeit für Aufsehen im Landkreis sorgten: Die erste liegt noch gar nicht lange zurück, eine zweite schon etwas längere Zeit. Zwischen Mai und Juli 2016 kam es in Lichtenfels zwölf Mal zu Brandstiftungen, teilweise mit Gefährdung von Menschenleben. Zu drei Jahren und sechs Monate wurde ein 40-jähriger Mann verurteilt, weil er durch Medikamente und Alkohol im Vollrausch zum Brandstifter geworden ist. Die letzte Tat Ende Juli war die wohl gefährlichste. Da ihm sein Vermieter mit Zwangsräumung gedroht hatte, zündete er den Keller in dem Haus an, in dem er seine Wohnung hatte. Nur durch Zufall fing eine Gasleitung, die über dem Brandherd lag, kein Feuer.
Der zweite Fall liegt etwas weiter zurück. Zwischen Dezember 2010 und März 2011 erschreckte ein Mann im Raum Burgkunstadt/Altenkunstadt in der Nacht Frauen, indem er sie aus Verstecken mit einer Maske verkleidet ansprang und unsittlich berührte. Aufgrund von Zeugenbeschreibungen konnte er schließlich gefasst werden.
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