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Schulverband

Schulverband will Bad nicht bauen lassen

Seit 13 Jahren redet man sich in Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain die Köpfe über ein gemeinsames Lehrschwimmbecken heiß.
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So könnte das Altenkunstadter Lehrschwimmbecken nach Vorstellung des Vereins für kommunale Zusammenarbeit am Obermain aussehen. Fest steht: Der Schulverband  wird es nicht bauen und betreiben. Foto: privat.
So könnte das Altenkunstadter Lehrschwimmbecken nach Vorstellung des Vereins für kommunale Zusammenarbeit am Obermain aussehen. Fest steht: Der Schulverband wird es nicht bauen und betreiben. Foto: privat.
Und ein Ende ist nicht abzusehen.Der Schulverband Altenkunstadt, dem auch die Nachbarkommunen Burgkunstadt und Weismain angehören, hatte es am Donnerstagnachmittag in der Hand, aus der schier unendlichen eine endliche Geschichte werden zu lassen. Altenkunstadt war dazu bereit, doch Burgkunstadt und Weismain konnten sich nicht dazu durchringen. Mit sechs zu drei Stimmen wurde der Antrag von Jan Riedel aus Altenkunstadt von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) abgelehnt, prüfen zu lassen, ob das Bad nicht vom Schulverband gebaut und betrieben werden könne.
"Wir sollten endlich vorwärtskommen", hatte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) in seinen einleitenden Worten klargestellt. Ein frommer Wunsch, der sich an diesem Tag nicht erfüllen sollte. Die Ja-Stimmen stammten von ihm, Edwin Jungkunz (CSU) und Jan Riedel. Mit "Nein" votierten der Weismainer Bürgermeister Udo Dauer (CSU), seine beiden Stellvertreter Hans Schott (CSU) und Michael Dreiseitel (SPD) sowie aus Burgkunstadt die Zweite Bürgermeisterin Sabine Heppner und die beiden Stadträte Christian Macion (CSU) und Wolfgang Sievert (SPD).
Derzeit gibt es Überlegungen, das Lehrschwimmbecken in Altenkunstadt auf dem dortigen Schul- und Sportgelände, wo sich auch die Mittelschule befindet, zu bauen - eventuell sogar mit Burgkunstadt zusammen. Allerdings sollen die Betriebs- und Investitionskosten alleine von Altenkunstadt getragen werden. Das hält Riedel für wenig gerecht. Aus diesem Grund brachte der Strössendorfer eine neue Variante ins Spiel: Eine Realisierung über den Schulverband. Doch ist eine solche überhaupt möglich? Das sollte mit der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörden, dem Landratsamt Lichtenfels und der Regierung von Oberfranken, abgeklärt werden. Der Altenkunstadter Gemeinderat führte ein ganzes Bündel an Gründen an, die für eine Verwirklichung des Bauvorhabens über den Schulverband sprächen. "Über den Schulverband wären auch künftig alle drei Kommunen in der finanziellen Verpflichtung!", heißt es in dem Antrag wörtlich, den Bürgermeister Robert Hümmer verlas. Betriebs- und Investitionskosten würden auf alle drei Kommunen umgelegt. Die drei Mitglieder könnten gleichberechtigt, so Riedel in seinem Schreiben weiter, partnerschaftlich und auf Augenhöhe mitentscheiden. Außerdem müsste man keinen neuen Zweckverband gründen. Den angedachten Standort auf dem Schul- und Sportgelände begrüßte Riedel aufgrund seiner zentralen Lage. Auch DLRG und Wasserwacht, die sich bekanntlich ehrenamtlich am Betrieb beteiligen wollen, kommen in den Überlegungen des Freien Wählers vor. "Ihr Einsatz ist ausdrücklich erwünscht", betont der Verfasser, der seinen Antrag nicht als "die einzig wahre Lösung" verstanden wissen will. Aber: "Es ist ein Ansatz, wie ein solches Projekt fair, verlässlich und gerecht funktionieren könnte."
Stadtrat Wolfgang Sievert aus Burgkunstadt betonte, dass er grundsätzlich nichts gegen den Altenkunstadter Standort habe: "Das Bad ist bei der Mittelschule besser aufgehoben", sagte er. Mit Blick auf die besondere Situation, in der sich Burgkunstadt befinde, überkamen ihm aber dennoch Bauchschmerzen. Sievert verwies darauf, dass die einstige Schuhstadt bereits ein Freibad betreibe, das von vielen Bürgern im östlichen Landkreis Lichtenfels besucht werde, und ein jährliches Defizit von derzeit 300 000 Euro verursache. Würde der Schulverband für den Betrieb des Lehrschwimmbeckens aufkommen, dann käme für Burgkunstadt auch noch ein Teil des Defizits aus dieser Einrichtung dazu, gab er zu bedenken. Hümmer erwiderte, dass es auch die Möglichkeit gebe, dass Altenkunstadt das Defizit eines Hallenbades alleine trage. Sabine Heppner, die Burgkunstadts Bürgermeisterin Christine Fries vertrat, erinnerte daran, dass man in Burgkunstadt noch einen Ideenwettbewerb für den Schulberg laufen habe, der auch ein Lehrschwimmbecken beinhalte.
Der Weismainer Bürgermeister Udo Dauer führte den hohen Schuldenberg und die Stabilisierungshilfen ins Feld, die es Weismain nicht erlaubten, sich an freiwilligen Leistungen, wie dem Bau und Unterhalt eines Hallenbades zu beteiligen. Allerdings stellte er auch klar: "Um uns nicht dem Vorwurf auszusetzen, wir würden uns hinter den Konsolidierungshilfen verstecken, haben wir bei der Regierung von Oberfranken angefragt, ob nicht doch eine finanzielle Beteiligung möglich sei." Das letzte Wort in der Angelegenheit scheint noch nicht gesprochen zu sein. Auf sein Schlusswort "Grundsätzlich brauchen wir das Lehrschimmbecken" erntete Altenkunstadts Bürgermeister Robert Hümmer kein Kontra.
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