Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Tageshunde

Sandy und Hugo bringen in Altenkunstadt Augen der Senioren zum Leuchten

Therapiehunde können Senioren zu neuem Lebensmut verhelfen. Aber wie funktioniert das?
Seniorin Lore Oppel (Zweite von rechts) hat den erst drei Monate alten Hugo sofort ins Herz geschlossen. Zusammen mit der fünfjährigen Sandy und Hundeführerin Gabriele Vogt-Handke (links) wird erregelmäßig die Bewohner des Seniorenzentrums St. Kunigund besuchen. Darüber freut sich auch Einrichtungsleiterin Gabriele Händel (rechts).Bernd Kleinert
 
von BERND KLEINERT
"Ältere Menschen bekommen leuchtende Augen, wenn wir kommen. Sie blühen richtig auf." Mit "wir" meint Gabriele Vogt-Handke in erster Linie Sandy und Hugo, zwei Therapiehunde. Die Hundeführerin und ihre beiden Vierbeiner sind im Auftrag des Vereins "Therapiehunde Franken" mit Sitz in Nürnberg unterwegs und werden künftig regelmäßig das Friedrich-Baur-Seniorenzentrum St. Kunigund in Altenkunstadt besuchen.
"Bewohner von Alten- und Pflegeheimen fühlen sich oft nutzlos. Ein Hund löst diese negativen Gefühle auf und unterbricht das ständige Grübeln", erklärt Vogt-Handke bei ihrem ersten Einsatz. Da ihn weder Krankheiten noch Alter störten, nehme er diese Menschen so, wie sie sind, und vermittele ihnen wieder ein neues Selbstwertgefühl. Mit seiner Körpersprache wolle der Therapiehund sagen: "Spiel mit mir und streichle mich! Gib mir etwas Leckeres oder begleite mich auf einem Spaziergang!" Für den Hund sei jeder Mensch - wie auch immer sein Befinden ist - etwas Besonderes.
Diese Erfahrung macht Gabriele Vogt-Handke auch im Friedrich-Baur-Seniorenzentrum St. Kunigund, als sie mit ihren beiden Hunden von Zimmer zu Zimmer geht. Überall - auch von den Bettlägrigen - werden sie freundlich empfangen. Von Berührungsängsten ist auf beiden Seiten nichts zu spüren. "Ach, ist der süß", strahlt Lore Oppel, die den kleinen Hugo auf ihren Schoß setzt und liebkost. Der erst drei Monate alte Vierbeiner, der von der russischen Hunderasse "Bolonka Zwetna" abstammt, genießt die Streicheleinheiten der Seniorin und schmiegt sich an sie. "Hugo ist noch kein ausgebildeter Therapiehund. Er geht noch in die Lehre", erzählt Vogt-Handke mit einem Augenzwinkern.
Die fünfjährige Sandy, eine "Mischlingsdame", hat ihre Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. "Früher hatte ich selber einen Hund", erinnern sich viele Heimbewohner wehmütig. Die Beschäftigung mit den Tieren verbessert der Hundeführerin zufolge nicht nur das Wohlbefinden, sie trainiert auch die Motorik: "Die älteren Menschen müssen Schultern, Arme und Hände bewegen, wenn sie einen Hund über den ganzen Körper streicheln wollen." Durch das vorsichtige Reichen von kleinen Leckerbissen sowie das Befühlen der Schnauze und der Ohren des Hundes werde zudem die Feinmotorik gefördert. "Ich stelle immer wieder fest, dass Senioren dank der Beschäftigung mit Hunden sich mehr und mehr öffnen und aufgeschlossener werden", betont Vogt-Handke.
Therapiehunde laden Menschen zum Körperkontakt ein, "denn Berührungen sind für Menschen lebenswichtig". Auch Demenzkranke können ihren Worten zufolge von Therapiehunden profitieren: "Sie bemühen ihr Langzeitgedächtnis, weil sie sich an Situationen mit dem eigenen Hund erinnern wollen." Das Kurzzeitgedächtnis sei gefordert, wenn demente Menschen den Namen des Therapiehundes wissen wollen und vielleicht auch etwas über das Tier erfahren möchten. Nach dem ersten Therapievormittag im Friedrich-Baur-Seniorenzentrum gibt's für Sandy und Hugo Belohnungshäppchen. "Die haben sie sich auch wirklich verdient", schmunzelt Einrichtungsleiterin Gabriele Händel.
"Therapie bedeutet aber nicht nur Knuddeln mit dem Hund", stellt Vogt-Handke klar. Es gebe Senioren, die das nicht mögen. Sie könnten dann sein Fell bürsten. "Oder wir backen gemeinsam aus Roggengrieß, Bananen und Eiweiß Plätzchen für den Hund", erläutert die Expertin. Bei einer Therapiestunde müsse der Hund nicht zwangsläufig dabei sein. "Denn es kann auch mal vorkommen, dass das Tier erkrankt oder einen schlechten Tag hat. Die Therapiestunde darf deswegen nicht ausfallen", gibt sie zu bedenken. In der nächsten Zeit wird Gabriele Vogt-Handke mit ihren Hunden die Senioren im Altenkunstadter Heim einzeln besuchen. Auf längere Sicht kann sie sich aber auch Gruppenarbeit vorstellen. "Wir freuen uns, dass Sandy und Hugo jetzt regelmäßig zu uns kommen. Unseren Bewohnern tun sie richtig gut", versichert Heimleiterin Gabriele Händel.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.