Bad Staffelstein
Fasching

Mit der Purzelgarde zum Schlüssel

In Bad Staffelstein war die Machtübernahme im Rathaus kein Problem für die SKK.
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Unter dem Schlachtruf "SKK-ra-ra-ra" stürmten die Narren pünktlich das Staffelsteiner Rathaus.  Gerda Völk
Unter dem Schlachtruf "SKK-ra-ra-ra" stürmten die Narren pünktlich das Staffelsteiner Rathaus. Gerda Völk
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Das rotweiße Absperrband erwies sich als kein unüberwindliches Hindernis. Während die jüngsten des SKK kurzerhand unten durch krochen, zerrissen kräftige Männerhände die Absperrung. Auch der hochhängende Rathausschlüssel stellte kein nennenswertes Problem dar.

Pünktlich um 11.11 Uhr stürmte auch in Bad Staffelstein das Narrenvolk das Rathaus. SKK-Präsident Matthias Graß legte erst einmal sein Jackett ab, bevor es gemäß des diesjährigen Sessionsmottos hieß "Leinen los wir legen ab, von St. Pauli bis zum Kap".

Eigentlich wollte der SKK seinen Rathaussturm heuer virtuell durchführen. So wie Donald Trump in den USA sein Amt führt. Aber dann habe man sich um entschieden. "Virtuell kann man so schlecht anstoßen".


Ein Nebelhorn für die Therme

Doch bevor sich Graß den großen und kleinen Problemen der Stadt zuwandte, verlas Offizier Michael Hess die Verhaltensregeln, die mit Faschingsbeginn in Kraft traten. Künftig wird die Rathausuhr demnach nicht mehr viertelstündlich, sondern halbstündlich schlagen. In der Therme wird ein "Nebelhorn" den Wechsel an den Massagedüsen anzeigen. Statt der üblichen Softdrink-Palette einer ortsansässigen Brauerei werden bei den Sitzungen des Stadtrats künftig Joints gereicht. Der Fußboden im Rathaus wird nicht mehr gebohnert, sondern als Deck geschrubbt. In den leerstehenden Schaufenster der Innenstadt werden künftig leichtbekleidete Damen zu sehen sein. Entsprechende Kleidung sei im SKK-Shop erhältlich oder im Fundus des vereinseigenen Männerballetts zu finden.

Bekanntlich fällt die Bürgermeisterwahl mitten in den Fasching. Da von einem Gegenkandidaten zu Bürgermeister Jürgen Kohmann weit und breit keine Spur zu sehen ist, stellt der Staffelsteiner Karnevals-Klub mit seiner Liste "Die alternativlose Alternative für Bad Staffelstein" eine eigene Kandidatin vor.



"Makrelen-Margit" verteilt Fische

"Mit ihr haben wir ein politisches Schwergewicht an Land gezogen. Sie hat nicht nur Rückgrat sondern auch Gräten. Sie ist mit allen Wassern gewaschen, egal ob Süßwasser, Salzwasser oder Zwetschenwasser ": Mit diesen Worten kündigte Kapitän Graß die Bürgermeister-Kandidatin des SKK "Makrelen-Margit" (Margit Schnapp) an. Mit blonder Zopfperücke, blauweißem Kittel, gelbem Südwester und einem breiten Lachen stellte sich "Makrelen-Margit" dem Wahlvolk vor. Sehr zu dessen Freude verteilte sie Fisch, der nach Aussagen von Kapitän Graß drei Stunden zuvor noch im Main geschwommen war.

Zum maritimen Themenmix gab es weitere Nachrichten. Statt des Luxusliners Costa Concordia soll in Seniorenheimen künftig die Low-Budget-Linie "Costa Quanta" beworben werden. Da in letzter Zeit vermehrt leichtbekleidete Mädchen aus der Region für diverse Kalender posierten, habe sich der Staffelsteiner Karnevals-Klub dazu entschlossen, auch einen Kalender herauszubringen. Darin sind in Hochglanz die Highlights der närrischen Saison abgebildet. Beispielsweise das "leichtbekleidete" Männerballett. Ob es sich bei dem "Preiselbär" um eine eher unbekannte heimische Tierart oder um einen Schreibfehler gehandelt hat, bleibt dahingestellt. Besagtes Wort war auf einer heimischen Speisekarte zu finden.


Polizeistationwird zur Davidswache

"Bad Staffelstein braucht den Vergleich mit Hamburg nicht zu scheuen", findet Kapitän Graß. Da gebe es mehr Gemeinsamkeiten als gedacht. Hamburg hat die Speicherstadt, Bad Staffelstein das Lagerhaus Böhmer, die Landungsbrücken (Kanuanlegestelle am Main), Schantichor (Liedertafel), Fischmarkt (Hopfenmühle) oder die Rote Meile (Grüne Achse im Hain). Selbst Lichtenfels mache mit dem Fischmarkt Werbung für den Fasching in Bad Staffelstein. Als weitere Maßnahmen (zumindest während des Faschings) konnte sich SKK-Präsident Matthias Graß durchaus eine Umbenennung der Polizeistation in "Davidswache" vorstellen. Auch die Verkehrspoller am Marktplatz könnten durch welche im Leuchtturmdesign ersetzt werden.
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