Michelau
Faschingsumzug

"Michlaa, Kruet naa!"

Die Korbmachergemeinde im Faschingstaumel, das kann man nur einmal im Jahr, zum Höhepunkt des Faschings, am Faschingsdienstag erleben.
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Grenzenlose Gaudi war angesagt beim Michelauer Faschingsumzug.Klaus Gagel
Grenzenlose Gaudi war angesagt beim Michelauer Faschingsumzug.Klaus Gagel
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"Michlaa, Kruet naa!" Die Korbmachergemeinde im Faschingstaumel, das kann man nur einmal im Jahr, zum Höhepunkt des Faschings, am Faschingsdienstag erleben. Dann holen Groß und Klein das Lasso raus und verwandeln sich in Cowboy und Indianer oder andere illustre Gestalten. Fantasievoll maskierte Gruppen mit einem Dutzend Wagen bahnten sich ihren Weg durch die Korbmachergemeinde vorbei an frohgelaunten Zuschauern, die sich den Konfettiregen aus den Haaren schüttelten.Es war diesmal schon der 35. Gaudiwurm, der an der Johann-Puppert Schule seine Aufstellung nahm.
Der Faschingsbrauch ist ein Vermächtnis des verstorbenen Schulleiters Herold Gagel, der damit seinen Nachfolgern ein nicht immer leichtes Erbe hinterließ, fällt doch der Umzug voll in die Ferienzeit. So stellte die Schule auch in diesem Jahr keine eigene Gruppe und teilnehmende Schüler schlossen sich kurzerhand dem Michelauer Hort "M.i.S.T" an.Doch das war nur eine Randerscheinung in dem Gewimmel und Gewusel. Es sind die vielen kleinen Gruppen, die neben dem offiziellen Gemeindefahrzeug mit Bürgermeister Helmut Fischer und seinen Räten, dem Michelauer Gaudiwurm zum Leben erwecken. Viele dieser Gruppen sind seit Jahren dabei und begeistern stets aufs Neue durch ihre fantasievollen Einfälle.
So gefielen in diesem Jahr die "Hodd Hobbers" als verwegene Ballonfahrer und nur der entsprechende Ballast an den Körben verhinderte, dass die mutigen Damen über die Dächer der Korbmachergemeinde davonschwebten. Als "Zirkus Michlaa" empfanden anscheinend die Bewohner Hüllreuthstraße die örtlichen Verhältnisse und die Gruppe Schug wollte endlich als "Whatsapp-Group" die Michelauer Gemeinde in Sachen Internet zukunftsfähig machen.Vom Gemeindewagen aus versuchte man da zu beschwichtigen. "Dies Jahr gab's ka Kabbelei, drum bleibt die Seite frei" hieß es auf der große Schautafel. Doch von wegen in Michelau gäbe es nichts zu meckern. Die Antwort kam entsprechend verschlüsselt von D.E.S.C., dem disziplinlosen Engel Supporters Club. Noch deutlicher wurde man beim Kaninchenzüchterverein: "Barrierefrei! Dou semme dabei! Aber wenn scho, dann gescheit." Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen "Unnera Gemaaräät senn kanna Brückenbau-Äxperten", denn "Der Brückenbau in Michelau freut die Bürger wie die Sau". Da mussten auch die Räte eingestehen: "Bahnhofstraße: 3 Sterne Bau, Raslesbrücke: Supergau." Auch in Michelau ist eben nicht alles Gold, was glänzt und so hatte man auf dem Gemeindewagen in Sachen Kamellen Zurückhaltung geübt. Man kann ja nie wissen, was die ganzen Bauvorhaben noch kosten werden. Mehr als ausgeglichen wurde dieses Defizit durch die Goldbären-Bande. Der Trecker nebst Hänger gehörte zu den am dichtest belagerten Wagen des ganzen Umzugs, flogen doch von dort die Süßigkeiten gleich kiloweise in die Menge.
Anscheinend haben die Michelauer genug mit sich selbst zu tun, denn ihr Horizont beschränkte sich beim Umzug auf die lokalen Begebenheiten, sieht man einmal vom mahnenden Hinweis auf das Bienensterben ab, mit dem einige aufgedrehte Jung-Bienen der Wood-Crew ans Gewissen der Öffentlichkeit appellierten. Bundespolitik, Donald Trump, Erdogan und Co. scheinen weit weg zu sein. Warum soll man sich auch von derartigen Clowns die Faschingsstimmung vermiesen lassen?
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