Lichtenfels
Eilmaßnahme

Lichtenfelser Amtsgericht: Archiv wird in Container ausgelagert

Weil die Kellerräume des Amtsgerichts nach einem Wasserschaden feucht sind, muss der komplette Bestand an Grundbuchakten ausgelagert werden. Als provisorisches Archiv wurden Bürocontainer aufgestellt.
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Grundakten müssen unbefristet aufbewahrt werden , erklärt Sigrid Lang, Geschäftsleiterin des Amtsgerichts. Fotos: Miriam Hegner
Grundakten müssen unbefristet aufbewahrt werden , erklärt Sigrid Lang, Geschäftsleiterin des Amtsgerichts. Fotos: Miriam Hegner
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Sechzehn graue Bürocontainer stehen ab sofort auf dem Gelände des Amtsgerichts Lichtenfels. Nebeneinander aufgereiht bilden sie ein langes, flaches Gebäude direkt hinter dem Parkplatz. Noch sind sie leer, doch bald werden sie rund 1000 Meter Aktenmappen beherbergen.

Wasserschaden im Keller

"Das wird ein provisorisches Archiv für wichtige Akten, die im Moment noch bei uns im Keller lagern", erklärt Armin Wagner, Direktor des Amtsgerichts. Die Kellerräume unter dem Gerichtsgebäude sind feucht, die wertvollen Schriftstücke von Schimmel und Stockflecken bedroht. "Nach den starken Regenfälle im Juni ist Grundwasser in den Keller eingedrungen", erklärt Sigrid Lang, Geschäftsleiterin des Amtsgerichts. "Das Wasser stand etwa acht Zentimeter hoch." Die Akten in den Regalen sind dabei nicht nass geworden, doch die hohe Luftfeuchtigkeit, die weiterhin in den Kellerräumen herrscht, macht den Keller als Archivraum unbrauchbar. Selbst die Luftentfeuchter, die noch immer in Betrieb sind, können das Problem nicht lösen.

Über 100 Jahre alte Akten

Deshalb müssen die Akten umziehen, so schnell wie möglich. "Es handelt sich hauptsächlich um Grundbuchakten", erläutert Lang. "Also solche, die unbefristet aufgehoben werden." Manche seien über 100 Jahre alt. "Die wertvollsten, die mit Ledereinband haben wir schon auf den Dachboden gebracht." Doch auch alle anderen, etwa 38.000 Grundbuchblätter, müssen in Sicherheit gebracht werden. Einfach in Kisten gepackt und irgendwo verstaut werden können sie jedoch nicht. "Diese Akten müssen immer zugänglich sein. Wenn jemand anruft und sagt, dass er einen Streit mit dem Nachbarn darüber habe, wem der Weg zwischen den Grundstücken gehört, dann muss der jeweilige Mitarbeiter ins Archiv gehen können, um den Sachverhalt zu klären." Deshalb müssen die Akten in unmittelbarer Nähe zum Gerichtsgebäude verwahrt werden.

Bald kommen die Regale

"Ein verfügbares Gebäude gab es nicht. Deshalb stellen wir die Container auf. Zum Glück haben wir dafür auf unserem Gelände genug Platz," erzählt Wagner. Zunächst musste der Grund, auf dem die Container stehen planiert und ein Fundament geschaffen werden. Als nächstes werden Stromleitungen gelegt und Schwerlastregale aufgestellt. Am 19. August sollen die Akten dann vom Keller in die Container gebracht werden. Dafür kommen externe Hilfskräfte, allein könnten das die Mitarbeiter des Amtsgerichts gar nicht stemmen.
Und wie sieht es mit der Sicherheit aus im provisorischen Archiv? "Wir treffen entsprechende Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Akten sicher sind", erklärt Wagner. Welche Maßnahmen das genau sind, verrät er nicht.

Neubau ist nötig

Bis Ende 2014 werden die Akten in den Container bleiben, vielleicht auch länger. Bis es einen Neubau gibt, der sich, so Wagner, nicht umgehen lässt. Denn auch in Zukunft wird der Keller nicht mehr als Archivraum zu gebrauchen sein. "Das Gerichtsgebäude ist alt, Baumaßnahmen, um etwa die Mauern von außen abzudichten, sind nicht möglich", erklärt Wagner. "Dort können wir das Archiv nicht mehr unterbringen." Andere geeignete Gebäude in der Nähe gebe es nicht. "Wir brauchen ein neues Gebäude, und zwar besser gestern als heute."
Vorstellen könne er sich einen Anbau neben dem Parkplatz, dort wo heute Fahrradständer und das alte Waschhaus stehen. Auch ein paar neue Büroräume, die benötigt werden, könnten dort Platz finden. "Die Container sind extra so platziert, dass sie einem Bau nicht im Wege stehen." Doch bis dahin könnte noch einige Zeit ins Land gehen. "Wir haben die Unterstützung des Oberlandesgerichts, aber solche Entscheidungs- und Planungsprozesse dauern."
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