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Wettbewerb

Kreisorchester Lichtenfels: Nichtabstieg vom Musik-Olymp

Das Lichtenfelser Kreisorchester war bei der Weltmeisterschaft in Kerkrade und weitete seinen Horizont.
Das Kreisorchester Lichtenfels bei seinem Auftritt vor der Jury im Parkstad Limburg Theater Heerlen Foto: Dieter Tussetschläger
 
von TIM BIRKNER
Wenn Lichtenfels so etwas wie die Wiege der Flechterei ist, dann ist Kerkrade, direkt an der niederländischen Grenze so etwas wie die Wiege der Blasmusik. In der Stadt mit 45 000 Einwohnern gibt es zehn Blasorchester, und alle vier Jahre einen der größten Events für Blasorchester und Marchingbands: den World Music Contest (WMC), eine Weltmeisterschaft für Blasorchester, zu der innerhalb von drei Wochen 40 000 Musiker und an die 400 000 Besucher aus aller Welt kommen.


Lichtenfels vertritt Franken

Wie im Sport auch braucht es für solch eine Weltmeisterschaft im Vorfeld eine Qualifikation. Das einzige fränkisches Orchester, dass sich für den WMC qualifiziert hat, war in diesem Jahr das Kreisorchester Lichtenfels mit seinem Dirigenten Christian Stenglein. Die bei heimischen Wertungsspielen höchste Stufe ist in den Niederlanden die niedrigste von vier Divisionen. Das Kreisorchester Lichtenfels trat in der 3. Divison an.
"Die Teilnahme allein ist eine wahnsinnige Ehre und ein riesiger Erfolg für uns. Die Fülle an verschiedenen Orchestern aus 48 Ländern dieser Welt ist überwältigend und jeder Ton horizonterweiternd.", sagt Stenglein. In einem Fußballstadion finden die Wettbewerbe der Marching- und Showbands statt, weitere Spielorte sind die Rodahal Kerkrade und das Parkstad Limburg Theater Heerlen. Genau dort durfte das Kreisorchester Lichtenfels mit seinem Pflicht- und seinem Kürstück auftreten.


"Land of Zarathustra"

"Land of Zarathustra" war in der Division festgelegt. Ein Stück, das das Orchester zum ersten Mal öffentlich im Frühjahr in Ebensfeld aufführte. Damals mit im Konzertprogramm war auch das selbstgewählte Musikstück "Magnetberg". "Es folgten weitere intensive Probenphasen, teils das ganze Orchester, teilweise Satzproben, in denen Holz- und Blechbläser getrennt übten", sagt Horst Sünkel, der Vorsitzende des Kreisverbands im Nordbayerischen Musikbund.
Allein die Stücke seien eine Erweiterung des musikalischen Ausdrucks, betont Stenglein, "jedoch für das mitteleuropäische Gehör zunächst einmal gewöhnungsbedürftig". Systematisch hat er sich die Stücke erst selbst im Partiturstudium erarbeitet, die Stimmen am Klavier gespielt, dann mit den knapp 80 Musikern geprobt. Wenn die ungewohnten Taktarten, ständig wechselnden Rhythmen, neuen Harmonien und unendlich vielen Klangfarben aber verinnerlicht sind, dann wachsen diese Stücke zu wahren musikalischen und emotionalen Kostbarkeiten heran. Mit diesem Wissen die anderen Orchester zu hören, ist für viele der Teilnehmer mit das Beeindruckendste. "Da spielen Schüler aus Asien in einem 150-köpfigen Orchester alles auswendig - ich konnte nicht einen schiefen Ton hören", zum Beispiel oder "Die spielen ein Pianissimo mit einer fantastischen Zartheit und Eleganz." "Es ist eine Präzision schon in der niedrigsten Division, das ist unglaublich. Ganz zu schweigen von der Konzertklasse." Oder "Wenn ich die Augen schließe, höre ich drei Kontrabässe, sanft gezupft - wenn ich hinschaue, sitzen drei Tubisten vor mir." - Das ist das, was Stenglein "die Erweiterung des Horizonts" nennt.
Das ist die Leidenschaft an Musik, die Stenglein im Kreisorchester weiter pflegen will und das sind auch die Erfahrungen, die die Musiker, die aus vielen verschiedenen Orchestern im Landkreis kommen, mit in ihre Orchester bringen.


"Nichtabstiegsplatz" geschafft

Das Kreisorchester landete auf einem "Nichtabstiegsplatz", was einer Sensation im internationalen Vergleich darstellt. Allein die Teilnahme gibt dem Dirigenten und Musikern Rückenwind für ihre weitere Probenarbeit. "In vier Jahren sind wir wieder dabei", rief der begeisterte Kreisvorsitzende auf der Rückfahrt ins Mikrofon. Da wollte niemand widersprechen.
Wer das Kreisorchester hören will, kann dies in der Stadthalle Lichtenfels. Am 21. Oktober tritt das Orchester zusammen mit einem niederländischen Orchester aus Kerkrade (Gründungsmitglied WMC) auf. Natürlich werden die beiden Stücke "Land von Zaratustra" und "Magnetberg" auch im Programm stehen. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.
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