Ebensfeld
Konzert

Jungs vom Main halten in Ebensfeld ihr Gosch'n nicht

Beim Auftritt der Gruppe "Häisd'n n'däisd vomm mee" in Ebensfeld blieb kein Auge trocken.
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Die Gruppe "Häisd'n n'däisd vomm mee" (von links Florian Ebert, Ralph Theobald, Thomas Marquard, Michael Saffer, Cornel Hatterich und Stefan Ebert) begeisterte in Ebensfeld.Andreas Welz
Die Gruppe "Häisd'n n'däisd vomm mee" (von links Florian Ebert, Ralph Theobald, Thomas Marquard, Michael Saffer, Cornel Hatterich und Stefan Ebert) begeisterte in Ebensfeld.Andreas Welz
Wenn sich der Otto von der Musikvereinigung Ebensfeld ohne Protest die Klangröhren aufs behelmte Haupt hauen lässt, dann muss die Band "Häisd'n n'däisd vomm mee" (hüben und drüben vom Main) auf der Bühne stehen. Bei ihrem Konzert in der Mehrfachturnhalle am Samstag karikierten Stefan Ebert (Klarinette und Organisation), Florian Ebert (Trompete und Texter), Ralph Theobald (Akkordeon, Posaune, Gitarre), Thomas Marquard (Tuba, Kontrabass), Michael Saffer (Akkordeon, Liedtexte), Cornel Hatterich (Gitarre, Klarinette, Schlagzeug, Saxofon) typisch Fränkisches mit eigenen Kompositionen. Die sechs Spaßvögel fabulierten humoristisch und hintersinnig über das Leben, und das taten sie mit Wortakrobatik und Sprechgesang, facettenreicher Vielfalt, einer Portion Selbstironie und tiefgründiger Spitzbübigkeit.


Das Beste aus 20 Jahren

Zum Tourneeauftakt 2018 präsentierten sie das Beste aus 20 Jahren. Obgleich viele der 450 Zuschauer die sechs schrägen Vögel bei ihrem Einmarsch zum ersten Mal sahen, fühlte es sich sofort an, als sei man mit alten Bekannten unterwegs. "Auswärts sammä besser als dahemm", betonte Stefan Ebert, der als Moderator mit rustikalem Charme durch den Abend führte.
Mit ihrem amüsant-eigenwilligen Streifzug durch das fränkische Musikgefilde begeisterten die sechs Musikanten ihre Zuhörer. Die Virtuosen auf zahlreichen denkbaren und undenkbaren Instrumenten wie dem Waschbrett, dem Fürst-Bless-Horn oder dem Butterstampfer feuerten sie ganz unkonventionell und locker ein wahres Stimmungsfeuerwerk ab - vielstimmig a cappella und multi-instrumental. Und immer wieder zusammen mit ihrem Publikum.


Drei Live-CDs aufgenommen

Drei Live-CDs mit Konzertcharakter hat die Gruppe mit dem Bayerischen Rundfunk mittlerweile aufgenommen. Regelmäßig sind die Titel im Radio zu hören . Für ihre besonderen Verdienste um die bayerische Volksmusik wurde die Gruppe 2009 mit dem Kulturpreis der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet.
Das Programm in Ebensfeld enthielt die Sahnestücke der vergangenen zwei Jahrzehnte. Seit 1998 sind die Jungs "vomm mee" in ihrer unverwechselbaren Art, geprägt von größter Spielfreude und hohem Spaßfaktor, auf den Bühnen der Region zu Hause. "Des is zum Heuln" - unter diesem Titel griffen sie Themen auf, die so unerwartet wie alltäglich sind.
"Nä, ich hald mei Gosch'n ned" hieß das Lied gegen Duckmäuserei. Beeindruckend das Posaunensolo "Czardas" des sonst so schüchternen Michl (Michael Saffer). Mit atemberaubender Geschwindigkeit ließ er die Töne aus dem Trichter seiner Zugposaune galoppieren, so dass manchem Zuhörer die Spucke wegblieb.


"Der Ständer zwischen uns"

Besonders amüsant wurde es, als "der Cornel, der alte Zampano" (Cornel Hetterich) eine Dame auf die Bühne holt, um sie mit seiner Klarinette zu umgarnen. Der Haken an der Sache war ein Kleiderständer ("Nun ist der Ständer zwischen uns"). An diesem sollte die Frau immer dann ein Stück ihrer Kleidung hängen, wenn Cornel einen Teil seiner Klarinette entfernte. "Wenn die wüsst', dass die Klarinette 28 Klappen hat, die man rausschrauben kann", freute sich Stefan Ebert spitzbübisch. So weit kam es aber dann doch nicht, denn vorher verließ Cornel zufrieden lächelnd mit der Dame den Saal ...
Beim "Schweinetango" ließen die Musiker "manches Kilo Fett" erbeben und nutzten ihre Bäuche als Schlaginstrumente. Die Zuschauer waren entzückt und wischten sich nach drei Stunden und vielen Zugaben die Lachtränen aus den Augen.
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