Lichtenfels
Amtsgericht

Junge Lichtenfelser legen sich mit Security und Polizei an

Zwei junge Lichtenfelser wurden am Dienstag im Amtsgericht zu ihren ersten Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.
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Geldauflagen und Bewährungsstrafen sprach das Gericht gegenüber zwei jungen Lichtenfelsern aus. Foto: Christopher Schulz
Geldauflagen und Bewährungsstrafen sprach das Gericht gegenüber zwei jungen Lichtenfelsern aus. Foto: Christopher Schulz
Was um 9 Uhr morgens begann, sollte mit seinem Richtspruch kurz nach 17 Uhr sein Bewenden finden. Zwei junge Lichtenfelser wurden am Dienstag im Amtsgericht zu ihren ersten Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Inklusive richterlicher Standpauke.
In der Anklageverlesung richtete sich Staatsanwältin Franziska Schenk noch an ein Trio. Ihm warf sie vor, in der Nacht zum 17. September 2017 nicht nur eine gefährliche Körperverletzung in Lichtenfels begangen zu haben, sondern auch Polizeibeamten übel mitgespielt zu haben.
Zeugenvernehmung um Zeugenvernehmung sollte aus dem Trio ein Duo werden, wurde das Zutun des 29-jährigen Schneyer Mitangeklagten doch eher gering eingeschätzt. Nicht so die Beiträge des 28-jährigen Lichtenfelsers und seinem Spezi, einem gleichaltrigen Azubi aus der Korbstadt. Aus einer Nichtigkeit heraus und stark alkoholisiert sollen sie einem Security-Mann in einem Lichtenfelser Lokal Faustschläge ins Gesicht versetzt haben. Im Anschluss daran wechselte das Gespann die Straßenseite hinüber in ein anderes Lokal, in der Absicht, polizeilicher Nachstellung zu entgehen. Doch die Polizei kam und sollte alle Hände voll zu tun bekommen.


Gezielt auf die Polizei los

Zeugen des Geschehens sagten vor Richter Stephan Jäger, der Staatsanwältin sowie den Verteidigern der Angeklagten aus, wie es zur Verhöhnung der Polizei kam. "Du bist ein Mädchen, du hast keine Eier in der Hose und ich mache deine Karriere kaputt", soll dabei der Hauptangeklagte gerufen haben. Er sei es auch gewesen, der gezielte Schläge im Gesicht eines Polizisten zu landen beabsichtigte. Das habe Verstärkung vonnöten gemacht, sowie die Fixierung der Festgesetzten.
Im Laufe der Verhandlung sollten die beiden jungen Männer vom Richter in Form einer Standpauke zu hören bekommen, dass sie eben kein Recht gehabt hatten, der polizeilichen Aufforderung sich auszuweisen, nicht nachzukommen. Mehrere Zeugen kamen an diesem Verhandlungstag zu Wort. Einige sollten davon berichten, dass sie die Anstrengungen der Polizei zur Festsetzung der Männer für übertrieben hielten. "Die Polizei ging ziemlich heftig zu Werke", so ein 52-jähriger Gaststättenangestellter, der mitbekam, wie die Ordnungshüter mit Kabelbindern Hände und Füße der Männer fesselten. Jedoch, auch das sollte sich andeuten, bekamen die Zeugen das Vorspiel, also die die mangelnde Bereitschaft der Beschuldigten zur Kooperation mit der Polizei, nicht mit.
Belastungseifer zeigte vor allem der Security-Mitarbeiter nicht. Er hielt den beiden Beschuldigten zugute, dass sich diese anderntags aus freien Stücken bei ihm meldeten und um Entschuldigung nachsuchten. Besondere Würze bekam das Ereignis auch dadurch, dass der zweite Angeklagte einst Kollege des Security-Mannes war.
Wegen gefährlicher weil gemeinschaftlich begangener Körperverletzung wurde der einstige Kollege zu neun Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldauflage von 700 Euro verurteilt. Sein Mittäter erhielt wegen zusätzlicher Beleidigung acht Monate Haft und 1000 Euro Bewährungsauflage.
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