Horsdorf
Vorbereitungen

"Horsdorf in Flammen": Mühlbach verwandelt sich in ein Lichtermeer

Horsdorf wird am Samstag wieder Schauplatz des Lichterfests. Für "Horsdorf in Flammen" müssen Peter Donath und seine Helfer richtig anpacken.
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So schön wie im vergangenen Jahr wird der Mühlbach am Samstag bei "Horsdorf in Flammen" wieder leuchten. Foto: Markus Häggberg, Archiv
So schön wie im vergangenen Jahr wird der Mühlbach am Samstag bei "Horsdorf in Flammen" wieder leuchten. Foto: Markus Häggberg, Archiv
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Peter Donath gönnt sich gerade eine kleine Auszeit. Schließlich muss er sich auch mal um seinen Garten kümmern. In den letzten Tagen und Wochen hatte aber das kleine Fest Vorrang, das er als Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Horsdorf-Loffeld mitorganisiert. "Horsdorf in Flammen" - was wie ein Inferno klingt soll eigentlich eine gemütliche Feier sein. Dafür bedarf es aber wochenlanger Vorbereitung.

"Das war ein Gewaltakt heuer", sagt Donath. Vor allem die Lauter und den Mühlbach sauber zu kriegen, hat ihn und seine Helfer viel Mühe gekostet. Beide Gewässer mussten sie von Algen und Schlamm befreien. Den Mühlbach haben sie noch zu zweit geschafft. Bei der Lauter waren am Samstag zehn Mann im Einsatz. Drei Kipper hätten sie voll gemacht, erzählt Donath.

Dass die beiden Bäche gereinigt werden, ist wichtig, denn sie bilden am Samstag das Zentrum des Geschehens. An den Ufern entlang stehen dann zahlreiche Fackeln und schwedische Öfen. Und auf dem Mühlbach schwimmen 80 kleine Holzboote an einer Leine aneinandergereiht, jedes mit einer Kerze darauf.


Keine Party, kein Besäufnis

Manche der rund 800 Besucher rücken mit ihren Bänken an den Bach und genießen den Anblick, erklärt Donath. "In diesem Moment passt keine Musik", findet er. Deshalb kommt das Fest auch ohne Unterhaltungsprogramm aus. Eine Bar gibt es auch nicht. Dafür aber "eine Art Choreographie", erklärt der Vorsitzende. Um 20.15 Uhr werden die Schwedenöfen entzündet. Insgesamt dauere es dann 45 Minuten bis alles brennt.

Es ist nicht nur ein Fest zum Entspannen und Genießen, sondern auch zum Fotografieren. Einige Fotoclubs kämen jedes Jahr vorbei, um die Kulisse zu verewigen, sagt Donath. Dazu viele Touristen und Leute aus der ganzen Region. Diese müssen natürlich versorgt werden. 1000 Liter Bier sind bestellt, 500 Paar Bratwürste, 300 Steaks und 50 Kuchen.

Bevor das Fest starten kann, wartet noch viel Arbeit auf Donath und seine insgesamt rund 40 Helfer. Schon drei Wochen vorher beginnen die ersten Vorbereitungen. In der Woche vor dem Start geht es dann Schlag auf Schlag: "Diese Woche ist schon intensiv", sagt Donath. Die Lichter werden aufgebaut, die Fackeln geprüft, am Freitag kommen Schankwagen und Garnituren. Am Samstagmorgen muss er den Bach aufstauen. "Das geht nur kurzfristig", sagt er. Denn nur so können die Lichter-Boote auf dem kleinen Abschnitt zwischen den zwei Steinbrücken schwimmen.


Vereine helfen zusammen

Mitte der 1990er kam man im Dorf auf diese Idee. Allerdings war das zunächst nur eine einmalige Sache. Der Obst- und Gartenbauverein Horsdorf-Loffeld habe 2011 dieses Konzept wieder aufgegriffen und sei auf die Feuerwehr Horsdorf zugegangen, erzählt Donath. Seitdem richten die beiden Vereine das Fest gemeinsam aus.

Über die Einnahmen habe der Vorsitzende keinen Überblick. "Ich habe unseren Kassierer aber noch nie traurig gesehen", sagt er. Was nach dem Feier übrig bleibt, werde zum Teil wieder in das Flammenfest gesteckt. So sollen künftig etwa die Lichterketten mit LED-Leuchten ausgestattet werden. Der Rest komme den Vereinen zu Gute. Sehr froh ist Donath über eine weitere, eher unscheinbare Neuerung: In der alten Schule, direkt am Festplatz gelegen, haben die Veranstalter einen größeren Raum für die Küche zur Verfügung gestellt bekommen. Dort soll eine Spülmaschine rein, denn vorher wurden Teller und Gläser immer von Hand gespült.
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