Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Gericht

Hausbesitzer soll sein Anwesen in Buch am Forst in Brand gesteckt haben

Ein 65-Jähriger aus Buch am Forst bei Lichtenfels steht derzeit in Coburg vor dem Richter.
Symbolfoto: dpa
 
Über 100 Feuerwehrleute haben im Oktober 2013 einen Brand im Lichtenfelser Stadtteil Buch am Forst bekämpft. War es Brandstiftung? Ging es um Versicherungsbetrug? Mit diesen Fragen beschäftigt sich jetzt die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Coburg unter dem Vorsitz von Richter Christoph Gillot.

Angeklagt ist der Hausbesitzer. Die Ermittler vermuten eine Verzweiflungstat, nachdem der Mann keine Arbeit und kein Geld hatte und ihn auch noch die Lebensgefährtin verlassen hatte. Die Staatsanwaltschaft legt dem 65-Jährigen zur Last, in der an das Wohnhaus grenzenden Scheune Stroh und ausgelagerte Möbel in Brand gesetzt zu haben. "Wie vom Angeklagten beabsichtigt, brannte der obere Bereich des direkt angrenzenden Wohnhauses vollständig aus", so Staatsanwältin Jana Huber. Durch Löschwasser und Raucheinwirkung sei das gesamte Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen worden. Schaden: 300 000 Euro. Beschädigt wurde auch eine am Haus vorbei führende Stromleitung.

Den Brand meldete der Angeklagte dem Versicherer, bei dem er eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hatte. "Dass er selbst den Brand verursacht hatte, verschwieg der Angeklagte", sagt Staatsanwältin Huber. Die Rechnung ging allerdings nicht auf. "Es lag der Verdacht vor, dass es nicht mit rechten Dingen zugegangen war", erklärt der Versicherungsvertreter im Zeugenstand. Dies habe er auch an die Versicherung gemeldet. Die ließ daraufhin ein Gutachten erstellen. Demnach sei das Feuer von mehreren Brandherden ausgegangen. Die Gutachter sehen darin einen deutlichen Hinweis auf Brandstiftung - die Versicherung verweigert einen Schadenausgleich.

"Als wir ankamen, stand der Dachstuhl des Hauses in Flammen", berichtet ein Feuerwehrmann. Nachdem akute Gefahr bestanden habe, dass sich das Feuer auf andere Häuser ausbreitet, seien weitere Einsatzkräfte alarmiert worden. Während der Löscharbeiten habe sich der Angeklagte auffällig verhalten. Er habe Wehrleute "angemacht" und immer wieder versucht, ins brennende Haus zu gehen. Polizisten hatten den Mann zurückhalten müssen.

Nach den Worten von Zeugen galt der Angeklagte im Ort als Eigenbrötler. Ein Nachbar sagt, er habe keinen Kontakt gepflegt, weil es "keinerlei gemeinsame Interessen" gegeben habe. Eine Frau gibt an, dass im Ort Gerüchte kursierten, dass der Mann sein Anwesen anzünden wolle. Die Zeugin verkaufte damals Gasflaschen. Sie habe ihm schließlich keinen Behälter mehr überlassen. Beim Sohn der Zeugin, einem Handwerksmeister, habe der Angeklagte nach Benzin gefragt. Der Zeuge sagt, er habe den Beschuldigten abgewiesen mit dem Hinweis, er habe nur Diesel für den betrieblichen Fuhrpark. Ermittler fanden dann doch leere Kraftstoffkanister auf dem Anwesen. Beim Inhalt soll es sich um Benzin gehandelt haben. Näher geprüft worden ist das nicht. Indes sagt ein Kriminalbeamter: "Ich bin zwar kein Brandmittelspürhund, kann aber Benzin und Diesel eindeutig am Geruch unterscheiden."

Der Prozess wird am Freitag, 14. Juli, um 9 Uhr fortgesetzt.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.