Weismain
Prunksitzung

Frohsinn mit fünf Sternen

Ein Fünf-Sterne-Koch des Frohsinns servierte den Narren von nah und fern am Samstagabend bei der MCC-Prunksitzung einen Festschmaus der Heiterkeit.
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Ein Koch zum Schieflachen war der neue Preisträger des Sonderordens "Der Goldene Schuh" Werner Hofmann, die eine Hälfte des aus Funk und Fernsehen bekannten Komikerduos Hermann und Hermine bildet. Foto: Stephan Stöckel
Ein Koch zum Schieflachen war der neue Preisträger des Sonderordens "Der Goldene Schuh" Werner Hofmann, die eine Hälfte des aus Funk und Fernsehen bekannten Komikerduos Hermann und Hermine bildet. Foto: Stephan Stöckel
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Sein Lokal eröffnete der Meister der Lachkunst in der gut besuchten Weismainer Stadthalle, wo er wie ein Wasserfall kalauerte. Sein Name: Werner Hofmann. Der Komiker aus dem unterfränkischen Karlstadt, besser bekannt als Teil des Fernsehduos "Hermann & Hermine", stellte sich allerhand Fragen, die dank ihrer Unlogik das Zwerchfell gehörig strapazierten: "Haben Sie alkoholfreies Starkbier?", "Ist der Obatzter mit Käs?" oder "Gibt es die blauen Zipfel auch in Grün?". Zudem klagte er dem Publikum sein Leid mit den Vegetariern: "Sie haben sich doch tatsächlich über die Fleischtomate beschwert, die im Salat war." Den Sonderorden "Der Goldene Schuh" hatte sich der Spaßmacher redlich verdient, der auch ohne seine Bühnenpartnerin Gerlinde Heßler ("Hermine") eine Wucht war. Er verriet den Zuhörern, warum man sich an Heiligabend keinen Aprilscherz mit der Ehefrau erlauben sollte. Der Schuss kann nämlich gehörig nach hinten losgehen: Dem auf seine Fremdgehbeichte folgenden "April, April", folgte das "Wer zuletzt lacht, lacht am Besten" seiner Herzallerliebsten: "Und bei mir war es im September, Oktober und November."

Die Bilanz des Mainleuser Carnevals Clubs (MCC) konnte sich wieder sehen lassen: Die Fastnachter aus Leidenschaft bescherten unter dem Motto "Fastnacht am Obermain" Jung und Alt einen kurzweiligen Abend, in dem scharfzüngige Reimeschmiede, lustige Zeitgenossen, quirlige Tänzer, ausdrucksstarke Sänger und ein faszinierender Mann mit drei Beinen (Siegfried Motschmann vom Faschingsverein Kuckuck Sonneberg) für einen kurzweiligen Abend sorgten. Durch das abwechslungsreiche Programm führte ganz charmant Sitzungspräsidentin Christine Friedlein.

Eine ulkige Bilanz stellte der "Baaschdoffer" Edwin Jungkunz auf, der im Weismainer Narrenhaus zum Kalorienfreak mutierte. Bekanntlich lauern in der Weihnachts- und Faschingszeit die Kalorienfallen. Der Narr machte ironisch überspitzt aus Torten, Kuchen, Stollen und dem fetten Weihnachtsessen außerordentliche Belastungen, die beim lachmuskelstrapazierten Publikum eher für Kalorienverbrennung sorgten. Am Ende hatte der Spaßmacher aus dem Altenkunstadter Ortsteil Baiersdorf genug von der ganzen Erbsenzählerei und trank ein Seidla auf den MCC.

Gleich in zwei Rollen zu erleben war Franz Besold, der sich als Gardasee-Urlauber regelrecht in Rage redete. Als Lebensmittelkontrolleur trieb er seinen Schabernack mit den männlichen Zuhörern, deren Narrenkappe er näher unter die Lupe nahm. "Narrenkappen insgeheim können unwahrscheinlich toxisch sein. Sie haben ein Innenleben, wo Tausende von Schuppen kleben", reimte er frech.

Zwei Prinzenpaare mit Beteiligung des MCC begrüßten das Narrenvolk: Marcus I. und Marina I. (beide Hentschel) vom MCC sowie Wolfgang IV (Senator Wolfgang Gellert vom MCC) und Simone I. (Hafermann) aus Berlin. Franziska Buß aus Himmelkron sang nicht nur mit Sitzungspräsident Wolfgang Hartmann die Hymne des MCC, sondern schlüpfte auch gekonnt in die Rolle von Schlagerstar Helene Fischer.
Die Tänzerinnen und Tänzer, die zu Hauf die Bühne bevölkerten, hatten Gelenke wie aus Gummi und setzten kurzfristig die Schwerkraft außer Gefecht: Dazu zählten das Tanzmariechen des MCC, Melissa Freitag aus Marktzeuln, die Tanzgarde des MCC, die zehn Tänzerinnen des Lichtenfelser Ballettstudios Doris Diroll bilden, das Tanzmariechen-Quartett der 1. Kulmbacher Showtanzgarde und die "Almdudler" aus Erlangen. Das Männerballett der 1. Kulmbacher Showtanzgarde erzählte die Sage von der "Weißen Frau" in einem mitreißenden Tanz, der Michael Jacksons legendärer "Thriller"-Choreographie in nichts nachstand.

In den Senatorenstand erhoben wurden zwei Persönlichkeiten aus Kulmbach: der Kreis- und Stadtrat Dr. Johann Hunger und die Kulmbacher Unternehmerin Gisela Walter-Ritter ("RISO Cosmetics"). Gegen Mitternacht stimmte das Duo "Frankentop", bestehend aus Peter Birk und Bernd Kern, das Lied "Feierabend" an, in das alle freudig mit einstimmten. Schicht im Schacht des Weismainer Narrenhauses war damit noch lange nicht: Bis in die Puppen schwangen die Besucher das Tanzbein.
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