Lichtenfels
Vernissage

Farben und Formen, die Patienten ablenken sollen

"Kunst ist die Medizin für die Sinne und manchmal auch für die Seele": Davon ist der Leiter des KfH-Nierenzentrums, Dr. Jürgen Illnitzky, überzeugt.
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Lauren Godfreys großformatige Bilder bestechen durch Farbe und Formen.Gerda Völk
Lauren Godfreys großformatige Bilder bestechen durch Farbe und Formen.Gerda Völk
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Aber passen Kunst und Medizin auch zusammen? Kunst habe sich bereits in der Antike mit dem menschlichen Körper befasst. Erst in viel späteren Epochen habe eine Loslösung stattgefunden. Bei den regelmäßigen Ausstellungen im Nierenzentrum unter dem Motto "Kunst im KfH" geht es um mehr als eine angenehme Atmosphäre. Die Kunst soll den Patienten ein wenig von seiner Erkrankung ablenken.
Zur Vernissage am Sonntag sind viele Kunstinteressierte erschienen, was daran liegen mag, dass die Kunstausstellungen im Nierenzentrum schon eine Tradition haben. Mit einem gewissen Unbehagen, denkt Illnitzky an den Tag, wenn die Bilder abgehängt werden und weiße Wände den Alltag bestimmen. Aber das ist erst in einigen Monaten der Fall. Bis dahin werden die Werke von Marieluise Parsa, Lauren Godfrey, Thomas Habermann und Arnt-Uwe Schille zu sehen sein.
Lauren Godfreys großformatige Bilder bestechen durch Farbe und Formen. "Ich mag gerne starke Frauen malen, in aussagekräftigen Positionen und mit schönen Kleidern", sagt die Künstlerin, die sich selbst als "Figurenmalerin" bezeichnet. Davon künden auch ihre Bilder, die obwohl einige der Frauen nackt abgebildet sind, vom Selbstbewusstsein ihrer Abgebildeten erzählen. In ihrer oft fotorealistisch wirkenden Kunst spiegelt sich wider, wie eine Gesellschaft Individualität durch Erscheinen ausdrückt. Einige von Lauren Godfreys Werken sind im Treppenhaus des Nierenzentrums zu finden. "Ein Geben und Nehmen von Farbschichten", umschreibt Marieluise Parsa ihre Technik. Charakteristisch für die Malweise der Künstlerin sind die Interaktion zwischen monumentalen und zarten Elementen sowie vielschichtige sich überlagernde Farbflächen. Ihre ebenfalls großformatigen Bilder bestechen durch eine akkuraten Farbauftrag, den Marieluise Parsa mithilfe verschiedener Techniken wie Spachteln, Rakeln oder mit dem Pinsel aufbringt. Dadurch entstehen oft messerscharfe Farbflächen, die durch ihre kompositorische Wirkungsweise auffallen.
"Der Prozess des Malens ist viel wichtiger als das Ergebnis", findet Thomas Habermann. Als Autodidakt bevorzugt er die negative Aquarelltechnik, bei der hellere Stellen ausgespart werden und der umgebene "negative" Raum gemalt wird. Themen seiner Bilder sind Landschaften, Stillleben, Architektur und Portraits.
Als Vierter im Bunde stellt auch der Lichtenfelser Tierarzt und Stadtrat Arnt-Uwe Schille aus. Bereits während seiner Schul- und Studienzeiten interessierte er sich für die moderne und abstrakte Kunst und Malerei. Seine Werke kommen ohne Titel aus. Damit geben sie den Betrachter die Freiheit, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, und etwas anderes oder auch das gleiche zu erkennen, wie der Künstler selbst. Arnt-Uwe Schille bevorzugt Acrylfarbe, die er vorzugsweise mit den Fingern, den Händen oder einen Schwämmchen aufträgt.
Der Reiz der Ausstellung liegt in der Vielfalt der gezeigten Bilder. Die Ausstellungseröffnung wurde mit Werken von Chopin, dargeboten von Zauri Tchkonia am Flügel, bereichert.
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