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Wiedervereinigung zweier Musikvereine

Der Musikverein Ebensfeld und die Obermaintaler Jugendkapelle fusionieren. Am 29. Juni ist Verschmelzungsversammlung. Wir sprachen mit Mitgliedern beider Vereine darüber, warum es zu dieser Zusammenführung kommt und welche Vorteile man sich davon verspricht.
Der Vorsitzende des Musikvereins  Rudolf Dierauf (Mitte)  und sein Stellvertreter Benedikt Krüger (rechts)  sowie  Otto Weidner (links), der Pressewart der Obermaintaler Jugendkapelle, freuen sich über die bevorstehende Fusionierung beider Vereine. Foto:  Gerda Völk
 

Der Musikverein und die Obermaintaler Jugendkapelle haben gemeinsame Wurzeln, die auf eine 1873 gegründete Blaskapelle zurückgehen. Persönliche Befindlichkeiten dürften es gewesen sein, die vor mehr als 40 Jahren zum Auseinanderbrechen führten. Seit 1971 gibt es in Ebensfeld zwei unabhängige Vereinsstrukturen in der Blasmusik.
Doch das soll bald der Vergangenheit angehören. Am Freitag, 29. Juni, sind die Mitglieder gefragt: Entscheiden sich bei der Verschmelzungsversammlung 75 Prozent der anwesenden Mitglieder für eine Fusionierung, dann wird es in Ebensfeld künftig nur noch einen Musikverein geben, die "Musikvereinigung Ebensfeld e. V."
Jetzt, so kurz vor dem Ziel, zeigen sich die Vereinsvorsitzenden beider Vereine optimistisch. Warum es damals zur Spaltung kam, weiß niemand mehr so genau. "Als wir groß geworden sind, hat es bereits keine Berührungspunkte mehr gegeben", erinnert sich der Vorsitzende des Musikvereins, Rudolf Dierauf, bei einem Pressegespräch. "Beide Vereine haben am Freitagabend in der Schule geprobt, aber getrennt voneinander in verschiedenen Räumen", ergänzt Otto Weidner, Pressewart der Obermaintaler Jugendkapelle.
Jetzt soll zusammenkommen was über vier Jahrzehnte getrennt war. In sieben Kommissionssitzungen wurde die "Wiedervereinigung" auf den Weg gebracht. Dabei wurde auch über die Struktur der Vorstandschaft und Dauer einer Wahlperiode diskutiert, eine komplett neue Satzung nach aktuell gültigen gesetzlichen Regelungen wurde erstellt.
Die Vorteile für ein Zusammengehen liegen nicht nur aus musikalischer Sicht auf der Hand. Auch aus finanzieller und organisatorischer Sicht hat es Sinn, Synergieeffekte zu nutzen. Vorteile gibt es auch im Bereich der Nachwuchsarbeit, weil es aufgrund der demografischen Entwicklung nicht mehr genügend junge Leute für zwei unabhängige Blaskapellen gibt.

Vielfältigere musikalische Palette


Im Erwachsenenbereich wäre mit mehr Musikern zudem eine vielfältigere musikalische Ausrichtungen möglich. "Beide Orchester bleiben bestehen, treten aber gemeinsam auf", erklärt Dierauf. Als eine der wenigen Kapellen im Kreis Lichtenfels nehmen die Obermaintaler immer wieder an den Leistungswettbewerben, den Wertungsspielen des Nordbayerischen Musikbundes teil. Das wäre jetzt ebenfalls für eine größere Zahl von Mitgliedern möglich.
Der Musikverein zählt aktuell 339 Mitglieder, die Obermaintaler 284. Nach der Fusionierung ist die "Musikvereinigung Ebensfeld" der zweitgrößte Verein der Marktgemeinde und der größte Musikverein des Landkreises.

Wie soll die Fusion aussehen?


"Die Verschmelzung ist ein Zusammengehen von zwei Vereinen auf Augenhöhe", unterstreicht Dierauf. Da keiner der beiden Vereine dazu gezwungen war, konnte der Schritt in Ruhe angegangen werden. Im Vorfeld der "Wiedervereinigung" haben sich die Verantwortlichen Gedanken über das Wie gemacht. Eine Auflösung mit anschließender Neugründung stand nicht zur Diskussion. "Da verliert man nur Mitglieder", erklärt Otto Weidner von den Obermaintalern. Als einzig praktikabler Weg erschien den Vorstandschaften eine Verschmelzung beider Vereine. Vorbilder, wie so etwas organisatorisch ablaufen könnte, oder welche rechtlichen Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, gibt es im Landkreis Lichtenfels kaum.
"Benedikt Krüger hat sich richtig in die Sache reingekniet", loben Dierauf und Weidner. Der stellvertretende Vorsitzende des Musikvereins hat die rechtliche und die finanzielle Seite abgeklärt, hat mit den zuständigen Stellen und Ämtern gesprochen. "Oft musste ich erklären, was eine Verschmelzung ist", berichtet Krüger. Inzwischen sind alle notwendigen Voraussetzungen abgeschlossen.
Der notariell ausgearbeitete Verschmelzungsvertrag, der Verschmelzungsbericht der Vorstandschaften, die Jahresabschlüsse sowie die geplante Satzung liegen bis Freitag, 29. Juni, öffentlich im Ebensfelder Rathaus und im Schreibwarengeschäft Neumann zur Einsichtnahme aus.

Zunächst getrennte Treffen


Am 29. Juni um 19.30 Uhr findet die Verschmelzungsversammlung im Greßano-Saal in Ebensfeld statt, die zunächst mit einer außerordentlichen, organisatorisch getrennten Mitgliederversammlung beider Vereine beginnt. Eingeladen sind dazu alle Mitglieder und zur Verschmelzungsversammlung auch die interessierte Bevölkerung.
Damit aus zwei Vereinen wieder ein Verein, die "Musikvereinigung Ebensfeld" , wird, müssen 75 Prozent der anwesenden Mitglieder ihre Zustimmung geben. Dierauf, Weidner und Krüger zeigen sich optimistisch, dass dies gelingen wird.

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