Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Konzert

Viva Voce: Fünf Egos bilden eine Einheit

Wenn Alpengesang auf Jazz: Die A-Capella-Band begeistert 400 Zuhörer in der Lichtenfelser Stadthalle.
Für eine große Show braucht es nur fünf starke Stimmen, gute Musik und spritzigen Humor. Foto: Denise Burkhardt
 
Fast 400 Menschen verließen am Sonntagabend mit einem glücklichen Ausdruck auf dem Gesicht die Stadthalle. Statt es sich auf dem Sofa kurz vor Beginn der neuen Arbeitswoche bequem zu machen, waren sie in ein Konzert gegangen. Was war da los? Viva Voce ist passiert.
Tatsächlich geschieht bei ihrer Show ständig etwas Neues, etwas Schönes, so dass man keine Sekunde verpassen will. Die Grundlage bilden die fünf Stimmen des Männerquintetts, das ohne Instrumente auskommt. Jede Stimme hat ein wiedererkennbares Charakteristikum.
Wie im Kino, wenn der Einspieler für das Soundsystem läuft, präsentiert jeder am Anfang seine Stimme. David Lugert, der Tenor, hat Konzert- und Operngesang studiert, wechselt bei Soloeinlagen gern zu klassischen Gesangtechniken. Jörg Schwartzmanns Spezialgebiet ist Mouth-Drumming, das der A-cappella-Band quasi das Schlagzeug ersetzt. Bastian Hupfers Tenorstimme hat ein klares Timbre, das sich perfekt für den Popbereich eignet. In MaTe (Mateusz) Phouthavongs Baritonstimme mischt sich ein wenig Soul. Zuletzt stellt noch Heiko Benjes seinen Bass vor - so tief, dass alles zu vibrieren scheint.
Optik und Auftreten unterstreichen die Typisierung der fünf Bandmitglieder von Prince Charming bis zum Hipster. Eigene Songs, Chart-Hits und Klassiker werden im Programm unter dem Titel "EGO" miteinander verflochten. "Wir wollen schneller, höher, weiter, besser, krasser, geiler", singen sie. Doch "Viva Voce" setzt ein klares Beispiel für einen Kompromiss zwischen Einzel- und Gruppenbestreben: In manchen Songs zählt nur die ausgewogene Harmonie der fünf Stimmen.


Ausgewogenes Kräfteverhältnis

Doch steht jeder immer für sich selbst, für sein Talent, und bekommt die Möglichkeit aus der Gruppe hervorzutreten. Ein ausgewogenes Kräfteverhältnis herrscht zwischen den fünf "Egos". Denn alle haben das gleiche Ziel: eine gute Show. Und die ist wirklich gut getaktet, keine Sekunde bringt Langeweile, die Lieder mischen lebendig Stimmungen und Stile miteinander. In diesem Programm trifft Alpengesang auf Jazz, Werbe-Jingles auf Klassik, die Chart-Hits reichen von Prince und Coldplay bis zu Avicii und dem Macarena. Die eigenen Songs haben von allem etwas, ziehen Kreise von Chanson bis Hip-Hop und überzeugen mit Witz ("Mc Schuhbeck", "Weibeigener") und klugen Texten ("Marseille", "Segel"). Die Sänger schaffen es sehr schnell, eine Nähe zum Publikum aufzubauen. Schon nach einigen Liedern singen viele mit und vor allem bei der Zugabe schwingt und singt das Publikum mit dem Ensemble. Besonders der Zusammenschnitt von Hits der 90er Jahre zieht das Tempo noch einmal an und steigert die Laune der Zuschauer. Die fünf Sänger durchbrechen die Barriere zum Publikum immer an der richtigen - auch mal unerwarteten Stelle -, was die Zuschauer noch mehr zum Lachen bringt.
Die beste Zutat in ihrem Erfolgsrezept: Humor in Form von Selbstironie. Sie foppen sich auf der Bühne, diskutieren über die Songauswahl, Bärte und nervige Busfahrten und spielen gerne mit dem Boyband-Klischee, sei es in der Choreographie oder mit Songanleihen bei den Backstreet Boys. Parodieren steht ihnen allzu gut, das merkt man an Nummern wie "O sole mio", bei der drei Sänger die Background-Gondolieri mimen, Heiko mittendrin in eine Elvis-Imitation verfällt, während David versucht, alles mit seinem Tenor zu überstrahlen.Zum Schluss haben sich alle "wieder lieb" und singen: "Gemeinsam sind wir verbunden, Grenzen werden überwunden ... Große Taten haben viele Hände."
Große Shows brauchen dagegen nicht viel: nur fünf starke Stimmen, gute Musik und spritzigen Humor.
Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.