Region // Lichtenfels
Viele in Bad Staffelstein wünschen sich "STE" zurück
Die Mehrheit der befragten Staffelsteiner wünscht sich das Kennzeichen STE des Altlandkreises Staffelstein zurück. Das ergab die Umfrage der Hochschule Heilbronn am Sonntag auf dem Marktplatz.
Es ist verkaufsoffener Sonntag in Bad Staffelstein. Vom Schnee, der in vielen Medien angekündigt worden war, ist hier nichts zu sehen. Die Menschen tummeln sich in der Innenstadt.
Auf dem Marktplatz sprechen Anke Nitsche und Madeleine Breining von der Hochschule Heilbronn Passanten an. Sie wollen nichts verhökern und auch keinen neuen Campus eröffnen, wie von manchen Franken argwöhnisch vermutet wird. Ihre Umfrage soll zeigen, wie die Staffelsteiner zur Rückkehr des STE-Nummernschildes stehen.
Traktorfahrer "pro STE"
Margareta Krappmann und Otto Greich, beide stolze Besitzer eines Oldtimertraktors, haben schon "pro STE" abgestimmt.
Auch Oldtimerfreund Walter Mackert spricht sich für die Rückkehr des alten Nummernschildkürzels aus. Wirklich authentisch wirke das STE allerdings nur auf historischen Fahrzeugen, findet er.
Jene Oldtimer, die ihr STE beispielsweise durch Besitzerwechsel verloren haben, sollen die alte Kennung und damit ihre wahre Identität zurückerlangen. Ärgerlich sei nur das neue Europa-Emblem, das nun neben dem STE angebracht wäre. Für das STE auf neuen Fahrzeugen ist Mackert nicht zu begeistern. Der alte Landkreis Staffelstein sei nun einmal aufgelöst und deshalb sei das STE auf blechernen Nicht-Zeitzeugen unpassend, argumentiert Walter Mackert.
Ganz klar für die Wiedereinführung des STE-Kennzeichens spricht sich der Vorsitzende der Oldtimerfreunde Bad Staffelstein, Dominik Wachter, aus.
STE auch für Neufahrzeuge
Erwin Zahner, der ehemalige Vorsitzende der Oldtimerfreunde ist der Ansicht, dass auf Wunsch auch neue Fahrzeuge das Kürzel STE bekommen solten, so dass dieses künftig beibehalten werde.
"Sich wieder von Lichtenfels abzuheben, gefällt mir einfach", begründet Dieter Lunz sein "Ja" zur Rückkehr des Altkennzeichens. "Ich stelle mir vor, auf meinem Motorrad wäre ein STE drauf", feixt der 46-Jährige, "das wäre doch toll".
Das Kürzel hat Tradition und ist zugleich ein Gag für viele Staffelsteiner. Ein bratwurstkauender Passant wirft zwar mürrisch ein: "Jetzt hammer's so lang net g'habt, jetz' brauch' mer's aa nimmer." Ein anderer Mann ist ebenfalls skeptisch: "Wir haben die Trennung damals schweren Herzens bewältigt, jetzt soll's so bleiben, wie es ist."
80 Euro Ummeldegebühr
Der Umfrage-Zwischenstand an diesem Nachmittag sagt etwas anderes: Die Mehrzahl der Staffelsteiner wünscht sich das alte Kennzeichen zurück. Der Bundesrat hatte im September für alle Länder beschlossen, dass die Altkennzeichen offiziell gegen Ummeldegebühr (80 Euro) als Wunschkennzeichen wählbar sind. Nun muss jeder Landkreis noch einmal entscheiden, ob die Reform der Reform tatsächlich umgesetzt wird.
"Deshalb sind wir hier", erklärt Madeleine Breining das Projekt ihrer Hochschule, "wir spiegeln das Meinungsbild der Bürger wider und geben es an das Landratsamt weiter."
Entschlossen läuft Joachim Lieb auf die Heilbronner Studentinnen zu, um seine Befürwortung des STE-Revivals erfassen zu lassen. "Die ersten Autos meines Vaters hatten alle das STE", erinnert sich der 55-Jährige, "damit bin ich aufgewachsen".
Heimat und Historie
Auch der Staffelsteiner Ralf Popp (51) verbindet das Altkennzeichen mit seiner Jugend. Darüber hinaus stehe es für Heimat und Historie. Neue Fahrzeuge sollen seiner Meinung nach das STE ebenso tragen wie Oldtimer: "Einfach, damit es weiterlebt!"
Als Nächster schließt sich Manfred Fuchslocher den STE-Befürwortern an. Seine Frau jedoch ist skeptisch. Schließlich wären für einen Nummernschildwechsel Gebühren fällig. Zudem wisse nach so langer Zeit "eh kein Mensch mehr, was mit dem STE auf dem Nummernschild gemeint ist", findet sie. "Doch, natürlich, das steht in jedem Kalender dann drin, was STE bedeutet," wendet Manfred Fuchslocher enthusiastisch ein, "nämlich: Ich bin Staffelsteiner!"
















