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Bürgerversammlung

Umgehung von Modschiedel nimmt Fahrt auf

Grabenkämpfe gibt es auf dem Jura keine mehr, Diskussionsbedarf schon.
So sieht der Verlauf der Ortsumfahrung von Modschiedel aus.
 
von STEPHAN STÖCKEL
Soll die Umgehungsstraße auf dem Jura wohnortnah an Wunkendorf und Modschiedel vorbeiverlaufen oder weit entfernt auf dem Judenweg? In dieser Frage schieden sich einst die Geister. Bei der Bürgerversammlung am Montagabend zur 2,4 Millionen Euro teuren Ortsumfahrung von Modschiedel war von den Grabenkämpfen nichts mehr zu spüren. Die meisten Einwohner scheinen sich mit der wohnortnahen Variante, für die sich der Landkreis und die Stadt Weismain entschieden haben, arrangiert zu haben. Gesprächsstoff gab es dennoch.


Verklehrsprognosen

Diesen lieferte die prognostizierte Verkehrszunahme. "Die Anzahl der Fahrzeuge, die über den Jura fahren, wird sich von 700 auf 900 Fahrzeuge erhöhen", gab Landrat Christian Meißner (CSU) gegenüber den rund 60 Zuhörern unumwunden zu. Eine Entwicklung, die von manchem Einwohner mit Skepsis gesehen wird. "Die Verkehrszunahme wird zu einer Lärmbelästigung führen", meinte Georg Schmitt aus Modschiedel, der die vorausgesagten Zahlen für untertrieben hält. Zugleich betonte er, dass er nicht grundsätzlich gegen die Umgehung sei. "Sie muss nur weiter weg vom Ort verlaufen", betonte er.
Meißner brachte Verständnis für den Einwand des Bürgers auf, gab aber zugleich zu bedenken, dass es derzeit innerhalb des Ortes laut zugehe. Eine Umgehung werde Lärm und Verkehr nach außen verlagern und für eine bessere Lebensqualität im Ort sorgen. Auch auf das Argument, die geplante Trasse zu verschieben, ging der Landrat ein: "Würde die Umfahrung zwei Kilometer entfernt vom Dorf verlaufen, dann würde das 1,6 Millionen Euro an Mehrkosten verursachen."


Kein Anspruch auf Lärmschutz

Heiko Tremel, Leiter der Tiefbauverwaltung, verwies in diesem Zusammenhang auf das Ergebnis einer Verkehrszählung, die vom 26. September bis 4. Oktober dieses Jahres stattgefunden hatte. Es wurden insgesamt 10 095 Fahrzeuge gezählt, was einem Durchschnittswert von 700 Fahrzeugen am Tag entspricht. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung, mit der man die Lärmbelästigung minimieren könne, sei nicht angedacht. Ferner stellte der Experte klar: "Rein rechtlich betrachtet ist bei 900 Fahrzeugen kein Lärmschutz erforderlich. Ein Anspruch auf den Einbau von Lärmschutzfenstern besteht nicht."
Der Weismainer Bürgermeister Udo Dauer (CSU) zeigte sich einer Eingrünung des geplanten Baugebietes aufgeschlossen, stellte aber zugleich klar: "Das dadurch ein natürlicher Lärmschutz entsteht, ist ein Irrglaube. Aber es schafft ein subjektives Empfinden: Was ich nicht sehe, das höre ich auch nicht."
Einen wichtigen Grund für die Verkehrszunahme hatte Meißner genannt: "Nach der Verkehrsfreigabe der Weismainer Umgehung ist das Kleinziegenfelder Tal ab der Abzweigung nach Arnstein für den Schwerlastverkehr gesperrt." Die Brummifahrer müssten zukünftig über Wunkendorf und Modschiedel zur A 70 fahren.


Welche Route nehmen Brummis?

Dass es zu einer starken Zunahme des Lkw-Verkehrs auf dem Jura kommen werde, bezweifelte Meißner. Die Lkw-Fahrer des Frachtumschlagszentrums der Firma Baur in Altenkunstadt würden bei ihrer Fahrt in Richtung Süden eher die Routen über die B 289 und die B 173 wählen.
Anhand einer Powerpoint-Präsentation erläuterte Tremel, dass der Abstand zum neuen Kindergarten von Modschiedel verglichen mit der ursprünglichen Planung von 125 auf 154 Meter vergrößert worden sei.


Abbiegen in beide Richtungen

"An den drei Knotenpunkten, die als Ein- und Ausfahren nach Modschiedel dienen, wird es Abbiegespuren in beide Richtungen geben, damit der Verkehr flüssig vorbeilaufen kann. Dadurch wird ein Bremsen und Anfahren vermieden, das nur zu einer Geräuschentwicklung führen würde", erläuterte der Fachmann. Außerdem werde man für eine vernünftige Anbindung an die Staatsstraße 2190 sorgen. An den Kosten für diese Maßnahme werde sich das Straßenbauamt mit 70 Prozent beteiligen, so Tremel.
Warum wird zunächst die Umgehung von Modschiedel realisiert und nicht die von Wunkendorf?
"Weil in Modschiedel im Rahmen der Flurbereinigung die Neuverteilung ansteht, haben wir uns entschlossen, die Umfahrung für diesen Ort zuerst durchzuführen", informierte Meißner die Öffentlichkeit. Umgesetzt werde die Maßnahme im Jahre 2018. "Wir werden eine vernünftige Umgehung bekommen, die den Bürgern mehr Lebensqualität bringt", lautete sein Resümee.
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