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Musik

Tubisten sind das Warten gewohnt

Das "Melton Tuba Quartett" gastierte im Kaisersaal von Kloster Banz. Das beeindruckende Konzert mit vielen heiteren Momenten gab dem Publikum Einblicke in die Seele der Tubisten, die in einem Orchester nur wenige Einsätze haben.
Hartmut Müller, Heiko Triebener, Jörg Wachsmuth und Ulrich Haas (von links) lassen sich schon Mal in der Künstlergarderobe zu einem Pressebild wie diesem überreden. Fotos: Gerda Völk
 
von GERDA VÖLK
Man vergleicht das Instrument gern mit einem Elefanten, der Größe und Behäbigkeit wegen. Wenn sich vier Tubisten zusammenfinden, dann ist das Instrument alles andere als behäbig, dann ist es an Virtuosität nicht zu überbieten. So geschehen beim Konzert der Reihe "Kammerkonzerte auf Kloster Banz" am Sonntagvormittag mit dem "Melton Tuba Quartett".
Seit 26 Jahren gibt es das "Melton Tuba Quartett". Neben den gemeinsamen Auftritten haben alle vier Tubisten feste Engagements in bekannten Orchestern. Für ihre gemeinsamen Konzerte reisen die Musiker mit ihren großen Instrumenten aus ganz Deutschland an.
Hartmut Müller kommt aus Wuppertal, vom dortigen Sinfonieorchester. Von der Philharmonie aus Dresden kommt der Solotubist und Musikprofessor Jörg Wachsmuth. Ulli Haas ist bei den Duisburger Philharmonikern unter Vertrag. Für Heiko Triebener von den Bamberger Symphonikern ist das Konzert in Banz fast schon ein Heimspiel.
Im Gepäck haben die vier Tubisten die Höhepunkte der vergangenen 25 Jahre. Den Kaisersaal in Banz betreten sie durch den Publikumseingang. Obwohl das Instrument alles andere als leicht ist - es wiegt, je nach Größe, im Schnitt zwischen sechs und 13 Kilogramm -, betreten sie beschwingt die Bühne im Kaisersaal. Die Zuhörerreihen sind dicht besetzt. Zusätzliche Stühle werden bereitgestellt.
Ein Tubist hat es nicht leicht. Nicht nur, dass sein Platz normalerweise ganz hinten im Orchester zu finden ist. Er darf die meiste Zeit zuhören, wie seine Kollegen auf der Geige, der Oboe oder auf anderen Instrumenten die herrlichsten Melodien der Musikliteratur spielen. Beispielsweise Mozarts "Kleine Nachtmusik", denn darin kommt eine Tuba nicht vor. Nicht, dass Mozart etwas gegen das Instrument hatte, es war zu seiner Zeit schlichtweg noch nicht erfunden.
Vielleicht hätte Mozart auch für die Tuba geschrieben, wenn er das Instrument mit seinem warmen, tiefen Klang gekannt hätte. Aber der bekannteste Komponist der klassischen Musik war rund 250 Jahre vor dem "Melton Tuba Quartett" auf der Welt. Mozarts "Kleine Nachtmusik" jedenfalls lässt sich auch ohne große Orchesterbesetzung hören, wie die vier Musiker im Kaisersaal in Banz bewiesen.
Im Gegensatz zu Mozart dürfte Franz Liszt (1811-1886) von der Existenz des 1835 von zwei Berlinern entwickelten Instruments bereits gehört haben. Doch auch Liszt ließ sich Zeit seines Lebens zu keiner einzigen Komposition für Tuba hinreißen. Kein Wunder, wenn die Tubisten ein gespaltenes Verhältnis zu dem österreichisch-ungarischen Komponisten haben.
Dabei eignet sich seine 2. Ungarische Rhapsodie wunderbar für ein Tuba-Quartett.

Tubisten kommen selten zum Zug

Tubisten sind von Natur aus freundliche und nette Menschen, sagte Hartmut Müller. Dennoch müssen sie im Orchestergraben lange zuhören, bevor sie selbst zum Zug kommen. Dabei klingt auch ein klassisches Werk wie Tschaikowskys "Tanz der Rohrflöten" aus dem "Nussknacker" spannend und heiter.
Zudem haben die vier Musiker immer einen Scherz auf den Lippen, sind auch sonst alles andere als steif. Sie schrecken auch vor der Umsetzung eines literarischen Werkes nicht zurück. Nur heißt es dann nicht "Peter und der Wolf", sondern "Piti und der weiße Hai". Die Musik orientiert sich an Sergei Prokofjews Original. Den Text der Handlung um einen kleinen Oktopus liest Martin Neubauer vor. Eine reizende Geschichte mit fränkischem Einschlag.
Das Jahr 2012 war für das "Melton Tuba Quartett" das Jahr der runden Rekorde. Die Musiker konnten ihr 25-jähriges Bestehen als Ensmble feiern, sie waren zusammengenommen 200 Jahre alt und brachten 400 Kilogramm auf die Waage. In diesem Jahr hat es Jörg Wachsmuth mit dem "Hummelflug", dem weltberühmte Werk des russischen Komponisten Rimski-Korsakow, auf der Riesentuba ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft: Mit 56 Sekunden war der Dresdener Musikprofessor damit um einige Sekunden schneller als der berühmte Geiger David Garett, der 2009 den Weltrekord aufstellte.
Bei ihrem Konzert in Banz ließen sich die vier Tubisten aber deutlich mehr Zeit mit dem Werk. Am Ende entließ das Publikum die vier Musiker nicht ohne eine Zugabe.


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