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Bürgerversammlung

Tomatenland immer noch Thema in Weismain

Das riesige Gewächshaus wird wohl ein paar Kilometer von Fesselsdorf in Feulersdorf gebaut. Einen Nachhall gab's troltzdem.
Tomaten wollen die Gemüsebauern Scherzer und Boss jetzt bei Feulersdorf produzieren. Foto: privat
 
von STEPHAN STÖCKEL
Die Einladung für die Bürgerversammlung war bereits geschrieben, als Bürgermeister Udo Dauer (CSU) ein Schreiben der Landwirte Boss und Scherzer ins Dienstzimmer flatterte. Darin teilen diese dem Stadtoberhaupt mit, dass sie ihre Voranfrage zum Bau eines Gewächshauses im Gewerbegebiet Buckendorf mit sofortiger Wirkung zurückziehen. Obgleich die Medien ausführlich darüber berichtet hatten, dachte sich Dauer "doppelt genäht hält besser" und ließ am Mittwochabend auf jeden Stuhl in der Aula der Weismainer Grundschule eine Kopie des Schreibens legen.


"Mostergewächshaus" Thema

Der Bürgermeister sollte Recht behalten: Die Bürger aus Fesselsdorf trauen dem Frieden noch immer nicht, auch wenn die Landwirte nun aus dem Wonseeser Ortsteil ein Tomatenland machen wollen. "In Feulersdorf ist noch lange nicht alles in trockenen Tüchern", erklärte Edwin Bergmann von der Bürgerinitiative (BI) "Mostergewächshaus" gegenüber unserer Zeitung. Aus diesem Grund hakte er beim Bürgermeister nach, der zuvor geäußert hatte, dass sich der Tagesordnungspunkt erledigt habe: "Ist die Bauvoranfrage wirklich zurückgezogen?"


In der Nachbarkommune

"Mit dem Schreiben, unterschrieben von Fritz Boß und Peter Scherzer, ist die Bauvoranfrage förmlich zurückgezogen", erwiderte der Bürgermeister. Er machte keinen Hehl daraus, dass er große Chancen für eine Verwirklichung des Projektes in der Nachbargemeinde sehe. Im Unterschied zu Weismain gebe es dort nur einen Grundstückseigentümer, der zudem Verkaufsbereitschaft signalisiert habe. Während zeitgleich in der Nachbarkommune eine Informationsveranstaltung zum geplanten Treibhaus in Feulersdorf stattfand, sprach man in Weismain über das gescheiterte Projekt.
Bergmann wies den Vorwurf, die Bürgerinitiative habe mit falschen Zahlen operiert, zurück. "Die Zahl, dass im sieben Hektar großen Betrieb der Firma Scherzer in Dinkelsbühl täglich 1000 Kubikmeter Wasser verbraucht werden, stammt von den Antragstellern. Auf dem regenarmen Jura, wo auf einer Größe von 15 Hektar ein Gewächshaus entstehen sollte, hätten wir einen Wasserverbrauch jenseits der 1000 Kubikmeter gehabt."
"Es waren drei Regenwasserauffangbecken mit einem Gesamtvolumen von 40 000 Kubikmeter geplant. Damit hätte man ausreichend Gießwasser vorhalten können", widersprechen die Gemüsebauern in ihrem Schreiben dem Argument der BI.


Gerne Großabnehmer gehabt

Auch der Bürgermeister hielt in der Bürgerversammlung dagegen: "Die Stadt Weismain hätte mit Freude eventuell fehlendes Wasser geliefert." Ein Begründung, warum sie es mit Vergnügen getan hätte, schob der Redner nach: Durch vermehrtes Einsparen sinke seit Jahren der Verbrauch an Wasser. Setze sich dieser Trend fort, bestehe die Gefahr, dass man eines schönen Tages, den Wasserpreis, der kostendeckend sein müsse, erhöhen müsse, so Dauer. "Deshalb wäre man heilfroh gewesen, mit den Landwirten Scherzer und Boss einen Großabnehmer gehabt zu haben. Dieser hätte dazu beitragen können, dass die Gebühren langfristig konstant bleiben", betonte der Bürgermeister.


Wasserpreis noch stabil

In den nächsten drei Jahren ist nicht mit einer Erhöhung zu rechnen. Das hatte der Redner bereits in seinen Ausführungen zur finanziellen Situation der Stadt Weismain klargestellt: "In diesem Kalkulationszeitraum gibt es keine Erhöhung, was Wasser und Abwasser anbetrifft." Dauer berief sich in seiner Aussage auf Berechnungen, die der Geschäftsleiter der Stadtverwaltung, Dietmar Zwillich, angestellt hatte.
Seitens der BI wurde auch die Frage aufgeworfen, weshalb es in Feulersdorf eine Bürgerversammlung mit den vor Ort betroffenen Bürgern gebe, im Falle von Fesselsdorf eine solche nie angedacht gewesen sei. Nach Ansicht Dauers gebe es einen gravierenden Unterschied: "In Feulersdorf geht es um die Ansiedlung eines Betriebes in einem Außenbereich der Kommune, der nicht als Gewerbegebiet ausgewiesen ist. Als Landwirte verfügen die Antragsteller über die Privilegierung, dort bauen zu dürfen. In Fesselsdorf haben wir es mit einem Gewerbegebiet zu tun, zu dem es in den 90er Jahren einen Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben habe. Im Rahmen dieses Verfahrens hätten sich die Bürger dazu äußern können", erläuterte der Bürgermeister.
Zugleich erinnerte Dauer daran, dass man eine Informationsfahrt für Eigentümer, Anlieger und Stadträte nach Dinkelsbühl auf einen Betrieb der Antragsteller unternommen habe. Im November habe man dann das Thema auf die Tagesordnung der Bürgerversammlung gesetzt.


Warten auf Datenautobahn

Bernd Wicke, der in der Giechkröttendorfer Straße in Weismain wohnt, arbeitet von zu Hause aus. Täglich verschickt er von seinem Heimarbeitsplatz aus große Datenmengen an seine Auftraggeber. Zu kämpfen hat er dabei mit einer langsamen Internetverbindung. Vom Bürgermeister wollte er daher wissen, wann er endlich über die schnelle Datenautobahn seine geleistete Arbeit versenden könne. Dauer konnte dem Bürger, der sich schriftlich an ihn gewandt hatte, keine allzu großen Hoffnungen machen: "2018 soll die Vectoring-Technik kommen, mit der eine Verdoppelung der Geschwindigkeit auf rund 25 Megabit pro Sekunde möglich wäre. Allerdings äußert sich die Telekom hierzu nicht abschließend." Das schnelle Internet von 50 Megabit in der Sekunde, das Weismain über das Förderprogramm des Bundes erhalten soll, werde voraussichtlich Ende 2019 freigeschaltet. Dauer empfahl dem Bürger die Funklösung über LTE, die in Weismain gut funktioniere. Dauer teilte auch mit, dass insgesamt 265 Anwesen und Bauplätze, für die jetzt noch eine Geschwindigkeit von unter 30 Megabit gelte, in das Förderprogramm des Bundes aufgenommen werden.
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