Auszeichnung

Preis geht an Refugium für Tiere

Die Stele Bundesdeutscher Biodiversität hat eine Auszeichnung von den Vereinten Nationen bekommen. Im alten Trafohaus finden viele Tierarten eine Heimat.
Die Kinder der Maintal-Kindertagesstätte Schönbrunn belebten die Feierstunde am Trafohäuschen in Vierzehnheiligen. Fotos: Andreas welz
 
von ANDREAS WELZ
Das Trafohäuschen in Vierzehnheiligen wurde offiziell als Stele Bundesdeutscher Biodiversität, als ein Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt von Ministerin Ulrike Scharf ausgezeichnet.

"Wir wollen Bayerns Naturerbe für künftige Generationen bewahren. Eine intakte Natur ist die Grundlage für die hohe Lebensqualität der Menschen", stellte Scharf fest. Den Kindern der Maintal-Kindertagesstätte Schönbrunn, die mit Gesang die Feierstunde umrahmten, sagte sie: "Euer Engagement spielt eine wichtige Rolle. Ihr seid die künftigen Artenschützer und Anwälte der Natur".

Die jungen Menschen würden später die Verantwortung für unsere Umwelt übernehmen. "Die heute gemachten Erfahrungen sind die Basis für die Wertschätzung und den Erhalt der Natur von morgen."

Für den Artenschutz lege sich Bayern ordentlich ins Zeug. Als Beispiel nannte die Ministerin das Biodiversitätsprogramm Bayern 2030. Mit jährlich 41 Millionen Euro würden Land- und Forstwirte im Vertragsnaturschutz unterstützt. Jährlich flössen 13 Millionen Euro in die Landschaftspflege und 3,5 Millionen Euro in die Umweltbildung. Besonders schützenswert seien Blühpflanzen auf Feldern für den Erhalt der Bienen und der Schutz von Fledermäusen.

Initiator des Projekts war der Vorsitzende des Verbands Artenschutz in Franken, Thomas Köhler. "Stelen der Biodiversität" seien ein gemeinschaftliches innovatives höchst anspruchsvolles und einmaliges Projekt zur konkreten Erhaltung der biologischen Vielfalt, sagte er. Umgesetzt werde das mit den Projektpartnern Audi-Stiftung, der Bayernwerk AG und der Stadt Bad Staffelstein. Neben konkretem Artenschutz ziele das Projekt darauf ab, auch außerhalb von Bildungszentren möglichst viele Menschen zu diesem Thema zu erreichen.

"In Vierzehnheiligen wurden in dem Gebäude gezielt wertvolle, teils einzigartige Lebens- und Fortpflanzungsräume für regional prägende Tierarten geschaffen", erläuterte Köhler. Dazu zählten Eulen, Hirschhornkäfer, Wildbienen, seltene Vogelarten oder Salamander. Die Einrichtung sei daher nicht nur ein Vogelhotel.

Es bedürfe nach Ansicht der Projektpartner des Muts, auch ganz bewusst unkonventionelle Wege zu beschreiten. "Als moderne Leuchttürme der Artenvielfalt und der Umweltbildung möchten die innovativ gestalteten Bauwerke ein sichtbares Zeichen setzen, das zur Nachahmung anregen soll", sagte Köhler. Es sei eine hervorragende Idee, technische Gebäude, die altersbedingt ersetzt werden müssten, als Artenschutz-Türme und Stelen der Bioversität umzubauen, lobte Reimund Götzel, Vorstandsvorsitzender der Bayern AG.
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