Verkehr

"Oberfranken muss unter Strom"

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) will die Weichen für die Elektrifizierung der Bahnstrecken in Oberfranken stellen.
 
"Die Bahnstrecke Hochstadt/Marktzeuln-Hof-Nürnberg-Bayreuth-Neuenmarkt/Wirsberg muss endlich elektrifiziert werden", fordert die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Kulmbach-Lichtenfels-Bamberger Land, Emmi Zeulner (CSU). "Wir müssen alles daran setzen, dass diese so genannte Oberfrankenachse von Hof über Kulmbach beziehungsweise Bayreuth, Schnabelwaid, Hochstadt/Marktzeuln nach Lichtenfels vom potenziellen in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans aufgestuft wird", so die Politikerin.
"Die Oberfrankenachse ist eine wichtige Ost-Westverbindung, die den Kern Oberfrankens mit den Städten Lichtenfels, Kulmbach, Bayreuth, Marktredwitz und Hof an den gesamtdeutschen Schienenfernverkehr und die Nord-Süd-Verbindungen anschließt", erläutert MdB Zeulner.

"Wir müssen jetzt die Weichen stellen, dass diese so genannte ,Dieselinsel' zukunftsfähig gemacht wird und endlich unter Strom kommt." Das sei entscheidend für die gesamte oberfränkische Infrastruktur und die Wirtschaft. Aber es sei auch ein entscheidender Beitrag für die Umwelt und den Klimaschutz. "Ich freue mich, dass sich die Anlieger-Städte und -Kreise einig sind, dass sowohl die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale über Hof-Marktredwitz-Nürnberg als auch die der Oberfranken-Achse in direktem Zusammenhang zu sehen sind und mit Nachdruck vorangetrieben werden müssen."

Zwar seien die beiden Projekte im Bundesverkehrswegeplan getrennt aufgenommen, doch seien sie für die Wirkung auf das Gesamtsystem Schiene in der Region als Einheit zu sehen, betont Zeulner. Die Franken-Sachsen-Magistrale mit Linienverlauf Nürnberg-Marktredwitz-Hof/Grenze Tschechien stehe im Bundesverkehrswegeplan unter dem vordringlichen Bedarf, die Oberfranken-Achse mit den Abschnitten Hochstadt/Marktzeuln-Hof/Nürnberg-Bayreuth-Neuenmarkt-Wirsberg hingegen nur im potenziellen Bedarf. Doch bestehe die Chance für eine Aufstufung in den vordringlichen Bedarf.


Nicht zukunftsfähig

"Dafür werde ich mich mit allen Kräften einsetzen", verspricht Zeulner. Seit Jahrzehnten kämpft die Region für eine Modernisierung beider Linien, auf denen im Augenblick nur Dieselfahrzeuge verkehren. Dies sei allein mit Blick auf die hohen Kosten und die Umweltbelastung nicht zukunftsfähig, so die Bundestagsabgeordnete. "Nur bei Realisierung auch der Oberfranken-Achse kann der vollständige Lückenschluss der Elektrifizierung in Oberfranken und die Einbindung der Region in den deutschlandweiten Schienenfernverkehr gelingen. Voraussetzung ist daher die Aufnahme des Gesamtprojekts in den vordringlichen Bedarf."

Sie führt vor Augen, dass von der Elektrifizierung nicht nur die direkt an der Strecke gelegenen Städte und Regionen, Lichtenfels, Kulmbach, Bayreuth, Marktredwitz und Hof, profitierten, sondern auch die künftigen ICE-Halte Bamberg und Coburg. Denn als schneller Zubringerlinie von Ost nach West einerseits und von Nord nach Süd andererseits komme der Franken-Sachsen-Magistrale zusammen mit der Oberfranken-Achse eine entscheidende Bedeutung zu.

Es könnten lang laufende und grenzüberschreitende IRE-, IC- und ICE-Verbindungen geschaffen werden. Im Augenblick sei die Region nur über Nahverkehr erreichbar. Die fehlende Elektrifizierung führe dazu, dass der so genannte wirtschaftliche Seehafenhinterland-Verkehr in Hof endet. Es gebe keinen durchgehenden Zugverkehr von Franken nach Sachsen. Der Güter- und Transitverkehr von Ost nach West sei derzeit aufgrund des schlechten Zustands der Schienen nicht möglich. Der nord- und ostbayerische Wirtschaftsraum sei bisher faktisch vom konkurrenzfähigen Schienengüterverkehr abgetrennt.


Nutzen für Oberfranken

"Es geht nicht an, dass weite Teile Oberfrankens weiterhin vom schnellen Bahnverkehr in andere Teile Deutschlands abgehängt werden", so Zeulner. Die Region müsse seit Jahren die Baulast für milliardenschwere Großprojekte der Bahn wie dem Neubau der ICE-Linie Nürnberg-Erfurt VDE 8 tragen. Deswegen müsse Oberfranken davon auch einen Nutzen haben. "Für die Bürger, für die Wirtschaft und Unternehmen ist es unabdingbar, dass schnelle Streckenverbindungen zu den Knotenpunkten in alle Richtungen geschaffen werden."
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