Mistelfeld
Zunftbaum

Neuer Zunftbaum für Mistelfeld

25 Jahre stand der rot-weiß bemalte ehemalige Strommast in Mistelfeld unterhalb der Kirche. Die 875-Jahr-Feier des Orts war Anlass zu einer Runderneuerung.
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Matthias Richter beim Anbringen einer Zunfttafel an dem etwa 18 Meter langen, rot-weißen Zunftbaum. Foto: Popp
Matthias Richter beim Anbringen einer Zunfttafel an dem etwa 18 Meter langen, rot-weißen Zunftbaum. Foto: Popp
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25 Meter groß war der Zunftbaum, der vor 25 Jahren unterhalb der St.-Andreas-Kirche errichtet wurde. Anlass war die 850-Jahr-Feier des Ortes. Zwischenzeitlich hatte einmal ein Sturm den rot-weiß gestrichenen Strommast abgebrochen, glücklicherweise ohne weitere Schäden. Doch die Witterung hatte im Laufe der Zeit auch den Zunfttafeln zugesetzt und die zwischendurch einmal aufgefrischten Farben verblassen lassen. Das neuerliche Jubiläum schien der passende Zeitpunkt für eine Runderneuerung.
Da machten die Mistelfelder Vereine einmal mehr gemeinsame Sache. Sie ließen nicht nur die Farbe am Stamm auffrischen, sondern alle Zunftschilder neu fertigen. Anhand des Zunftbuches, mit Unterstützung der Kreishandwerkerschaft, wurden einige Zunftzeichen überarbeitet, wie Martin Dirauf (Zweiter Vors. Gesang- und Musikverein) berichtet.


Digitaldruck statt Malerei

Die ursprünglichen Versionen hatte der ehemalige Kreishandwerksmeister und Malermeister Hans Paul Dinkel († 2013) zusammengestellt. Doch was früher kunstvoll von Hand gezeichnet werden musste, kann heutzutage im Digitaldruck hergestellt werden. Und: "Das sieht genauso schön aus", wie Matthias Richter versichert. Mit ihm haben die Mistelfelder einen Profi an ihrer Seite, der in seiner Firma in Michelau die neuen Zunfttafeln fertigen ließ. Die vorherige Vektorisierung - Bearbeitung der Vorlagen zu nutzbaren Dateien - hat in ehrenamtlicher Arbeit Nikolas Brehm übernommen.

Gestern, rechtzeitig also vor dem Leuchsentaler Heimatfest nächste Woche, wurde der Zunftbaum mittels Kran und Hubsteiger wieder aufgestellt. Bernd Krauß, Ortsvorsitzender der CSU, die heuer den Vorsitz der Gemeinschaft der Ortsvereine inne hat, dankte allen Beteiligten, auch den beiden Familien, die Baum und Schilder über den Winter gelagert hatten. Seitens der Stadt Lichtenfels wurde zur rund 3000 Euro teuren Sanierung ein Zuschuss von 20 Prozent in Aussicht gestellt.

Am Baum aufgereiht sind Symbole für Elektriker, Wagner, Friseur, Fleischer, Müller, Bäcker, Ofensetzer, Töpfer, Maler, Tischler, Buchbinder, Dachdecker, Schneider, Schuster, Gärtner, Schmied, Büttner und Korbmacher; Berufe, die es früher alle im Dorf gegeben habe, wie Martin Dirauf anmerkt. Das unterste Schild erinnert den Betrachter an die 850-Jahr-Feier 1992: Zum 1. Mai war der Zunftbaum aufgestellt und durch den damaligen Pfarrer Börner geweiht worden. Bürgermeister Winfred Bogdahn eröffnete als Schirmherr die Feierlichkeiten. Kinder ließen 850 Luftballons in den Himmel steigen - für jedes Jahr einen. pp/md
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