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Neuer Anlauf für ein Endlosprojekt

Das Staatliche Bauamt Bamberg hat die Pläne für den Bau der B 173 fertig. Doch wann es ein Ende des jahrzehntelangen Verfahren gibt, bleibt zunächst offen.
 

Es geht wieder los, wieder einmal - und fast wieder von vorne. Auch wenn sich auf den ersten Blick kaum etwas geändert hat, ist einiges anders geworden bei den neuen Planungen für die Ortsumgehung für Hochstadt und Trieb, die das Staatliche Bauamt Bamberg als Planungsbehörde gestern präsentierte. Die Tücke liegt im Detail. "Wir haben in vielen Bereichen neue Berechnungen und Abwägungen vorgenommen", sagt Andreas Eisgruber, Fachbereichsleiter des Staatlichen Bauamtes. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die bekannten Themen Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) und die Vogelschutzproblematik.
Auch Themen wie der Schutz von Auenwäldern ("die sind in Deutschland besonders geschützt, weil es nur wenig davon gibt") und neue Berechnungen zur Hochwassersituation flossen ein - und ein wichtiges Projekt ist nicht mehr enthalten.
Denn um den Bau der B 173 genehmigt zu bekommen, darf die Summe der Eingriffe ein bestimmtes Maß nicht übersteigen. Das wäre aber der Fall gewesen, wenn man wie geplant die Kreisstraße LIF 13 als Umgehung von Michelau in dem Bereich zusätzlich gebaut hätte. Dieses Projekt wurde deshalb begraben. Was allerdings zur Folge hat, dass die Einwohner von Marktzeuln noch länger mit dem Schwerlastverkehr in der engen Ortsdurchfahrt leben müssen.
Die Eingriffe minimieren, diese Worte fallen immer wieder, wenn Eisgruber über die Planungen zur B 173 spricht. Denn das ist die Prämisse, unter der das Staatliche Bauamt vorgehen musste. Sonst ist die Planung angreifbar. Das erlebte man beim ersten Versuch, der im Jahr 1995 begann. Die damals vorgesehene so genannte Bahntrasse tangierte Vogelschutzgebiete, das Bundesverwaltungsgericht kassierte die Planung nach einer Klage des Bund Naturschutz 2002 ein, danach schwenkte man auf die so genannte Südtrasse um, die im Prinzip mit leichten Variationen seit dieser Zeit von den Planern vorangetrieben wird.
Wie wird es nun weitergehen? Die Regierung von Oberfranken wird ein neues Verfahren anstoßen. Wie in diesen Fällen üblich, werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange angeschrieben. Die dürfen dann Kritik üben und Änderungswünsche anbringen. Wenn man so will, geht es dabei in eine zweite Runde: "Wir haben schon 2009 ein Verfahren eröffnet, bei dem es viele Einwendungen gab. Die haben wir bereits alle eingearbeitet." Eisgruber rechnet damit, dass die Pläne bis Juni öffentlich ausgelegt werden. Bis Herbst würde sich das Staatliche Bauamt mit den Einwendungen befassen und Stellung nehmen: "Ein Erörterungstermin würde dann etwa im Winter/Frühjahr sein.", überschlägt er. Bei so einem Termin werden die Anmerkungen der Betroffenen öffentlich diskutiert.
Aber dann kommt eine Hürde, von der Eisgruber nicht weiß, wie hoch sie ausfallen wird. Weil die Eingriffe in den Naturhaushalt so groß sind, muss auch die EU Stellung nehmen. "Da gibt es bisher nur wenige Verfahren in Deutschland, wo das der Fall ist." Wie lange die Einwohner von Hochstadt und Trieb auf den Bau der Umgehung warten müssen, lässt sich deshalb schwer abschätzen. "Vor dem Jahr 2014 wird es wohl kein Baurecht geben." Und da ist noch ein Punkt: Die Bürger von Hochstadt haben in einer Umfrage vor langem erkennen lassen, dass die Gemeinde gegen die Südtrasse klagen soll. Die Aussichten auf einen Erfolg scheinen aber eher gering zu sein. "Wir sind sicher, dass wir diesmal die Lösung gefunden haben, die am wenigsten in die Umwelt eingreift", sagt Eisgruber. Und damit hätten weitere Einwendungen wohl auch keinen Erfolg mehr.

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