Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Abschluss

Magnetfeldtechnik lässt Glocken läuten

Nach acht Monaten sind die Arbeiten an der Veitskapelle ist in Dittersbrunn beendet. Die kleine Kirchenstiftung hofft wegen der hohen Kosten auf Spenden.
Zimmerermeister Heiko Schubert bringt die letzten Schindeln am Glockenstuhl an. Der Prächtinger Lother Denk bedient die Hebebühne, die er kostenfrei zur Verfügung stellte.  Foto: Martina Drossel
 
Es klingt wie ein alter Rasselwecker, als Reinhold Rittmeier die schön verzierte 140-Kilo-Glockenkonstruktion per Eisenketten-Seilzug hoch oben im Glockenstuhl an ihren angestammten Platz zieht. Es sind die letzten Handlungen eines gut achtmonatigen Renovierungsmarathons auf dem Ansberg. Die Kapelle Sankt Vitus erstrahlt nun wieder in neuem Glanz - und das hat die Kirchenstiftung erheblich mehr gekostet, als ursprünglich angenommen.


Sparren und Balken ersetzt

"Gott sei Lob und Dank, dass die Sanierung endlich abgeschlossen ist", sagt Kirchenrat Stefan Batz aus Dittersbrunn, der mit Kirchenpfleger Bernhard Engert aus Sträublingshof den letzten Arbeiten beiwohnt. So manche unliebsame Überraschung hatten die vergangenen Monate mit sich gebracht. "Ursprünglich gingen wir von knapp 97 000 Euro Kosten aus", erzählt Engert. "Als die Fachfirma dann Schiefer und Schalung entfernte, meinte sie sofort, dass man besser einen Gutachter holen sollte." Andreas Mätzold wurde zurate gezogen, um die Schäden zu ermitteln und Statikberechnungen vorzunehmen. Schnell wurde klar, dass es mit dem Schiefern des Chors und des Turms nicht getan ist. Letztlich wurden auch Sparren angesetzt und erneuert, etliche angemorschte Balken ersetzt und einige zusätzliche eingezogen, eine neue Dachrinne angebracht - und der Kapellenturm komplett runderneuert.


Schlusspunkt Glocke

Die Glocke, die als Schlusspunkt per Hebebühne in den Kapellenturm eingebracht wurde (wegen ihrer Größe musste zum Einheben sogar ein Stück der Schieferverkleidung des Glockenturms entfernt werden), wurde bereits im April entfernt. "Wir gehen davon aus, dass man zu Kriegszeiten versuchte, sie zu verstecken, um sie vor dem Einschmelzen zu bewahren. Sie ist wohl aus großer Höhe heruntergefallen, und dabei brach die Krone ab, also das obere Stück", erklärt Batz. "Nach dem Krieg wurde sie dann mit Flacheisen provisorisch repariert und wieder in den Glockenstuhl gezogen. Mit der Folge, dass die Glocke in sich arbeitete und dadurch den Glockenstuhl instabil werden ließ." Das habe man, so Engert, beim Läuten zum Schluss sogar deutlich gesehen: Der Glockenstuhl schwankte - und musste aufwendig renoviert und mit Eichenholz verstärkt werden. Die Glocke selbst wurde im Glocken-Schweißwerk Lachenmeyer in Nördlingen repariert. Letztlich kam das fast so teuer wie eine neue. Künftig werden die beiden Glocken in "Sankt Vitus" mit einer stromsparenden Magnetfeldtechnologie angetrieben. Stolz ist die Kirchenstiftung auf die neuen Schallläden. "Als die Handwerker den Schiefer abnahmen, sah man, dass sie früher einmal rund waren. Bei einer Renovierung - keiner weiß mehr genau, wann - wurden sie dann eckig gemacht, weil es einfacher und billiger war", meint Batz. "Wir haben uns nun wieder für den ursprünglichen Zustand entschieden." Apropos ursprünglicher Zustand: "Was kaum einer weiß: Früher hatte die Veitskapelle einen Zwiebelturm, wie Vierzehnheiligen auch. Der wurde aber bei einem Blitzschlag zerstört." Das allerdings ist schon gut 225 Jahre her.
Als das Turmkreuz einen Tag vor dem Patronatstag Mitte Juni gesegnet wurde, gab es bereits eine Feierstunde. Handwerker, Dittersbrunner, Sträublingshofer und Prächtinger feierten gemeinsam bei Rita Hagel, die aufgrund des schlechten Wetters kostenfrei ihren Gasthof aufsperrte. Die nächste Feier steht dann im November an, wenn auf dem Ansberg Kirchweih gefeiert wird.
"Während der Renovierung war unsere Kapelle übrigens stets in Betrieb, es wurden sogar einige Hochzeiten gefeiert", sagt Stefan Batz etwas stolz. "Sankt Vitus", inmitten des größten geschlossenen Lindenkranzes Europas, ist eben eines der am schönsten gelegenen Gotteshäuser der Region.
Rund 150 000 Euro wird die Renovierung der Veitskapelle voraussichtlich kosten. Viel Geld für eine kleine Kirchenstiftung, auch wenn von der Erzdiözese 65 Prozent geschultert werden und auch die Oberfrankenstiftung (13 600 Euro), die Bayerische Landesstiftung (8000 Euro) und der Landkreis Lichtenfels (2600 Euro) ihren Beitrag leisten. Dennoch verbleiben vermutlich rund 30 000 Euro bei den Dittersbrunnern.
Kirchenpfleger Bernhard Engert freut sich, dass bereits über 5000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen sind. "Wir sind über jeden Euro froh und dankbar", betont Kirchenrat Stefan Batz. "Wir können jegliche Spende wirklich gut gebrauchen." Zumal erste Handwerker für weitere Arbeiten im Jahr 2017 bereits beauftragt sind: Die Elektrik in der Kapelle bedarf einer umfassenden Erneuerung - und im Dach müssen massive Balken eingezogen werden, die irgendwann im Laufe der vergangenen Jahrhunderte entfernt wurden. "Gehalten hat es ja trotzdem irgendwie", meint Zimmerermeister Heiko Schubert aus Glashütte-Dittersdorf - und schmunzelt. Warum man dieses Wagnis einging und wofür die Balken verwendet wurden, ist nicht bekannt.


Spenden erbeten

Rund 150 000 Euro wird die Renovierung der Veitskapelle voraussichtlich kosten. Viel Geld für eine kleine Kirchenstiftung, auch wenn von der Erzdiözese 65 Prozent geschultert werden und auch die Oberfrankenstiftung (13 600 Euro), die Bayerische Landesstiftung (8000 Euro) und der Landkreis Lichtenfels (2600 Euro) ihren Beitrag leisten. Dennoch verbleiben vermutlich rund 30 000 Euro bei den Dittersbrunnern.
Kirchenpfleger Bernhard Engert freut sich, dass bereits über 5000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen sind. "Wir sind über jeden Euro froh und dankbar", betont Kirchenrat Stefan Batz. "Wir können jegliche Spende wirklich gut gebrauchen." Zumal erste Handwerker für weitere Arbeiten im Jahr 2017 bereits beauftragt sind: Die Elektrik in der Kapelle bedarf einer umfassenden Erneuerung - und im Dach müssen massive Balken eingezogen werden, die irgendwann im Laufe der vergangenen Jahrhunderte entfernt wurden. "Gehalten hat es ja trotzdem irgendwie", meint Zimmerermeister Heiko Schubert aus Glashütte-Dittersdorf - und schmunzelt. Warum man dieses Wagnis einging und für was die Balken zweckentfremdet wurden, darüber schweigen die Chronisten.

Spenden
Kirchenstiftung Dittersbrunn
IBAN: DE75 7706 2139 0000 4047 56
BIC: GENODEF1SFF
Verwendungszweck: Kirchensanierung
Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.