Bad Staffelstein
Wirtschaft

Kappenschmiede aus Bad Staffelstein - Sogar Mario Götze trägt eine

Fabian Schlund hat eine gute Idee. Schnell wird aus der Idee ein eigenes Geschäft mit individualisierten Kappen. Damit trifft er den Nerv der Zeit.
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Fabian Schlund sitzt an seinem Computer und wandelt gerade eine Vorlage in ein Stickmuster um.  Fotos: Sarah Stieranka
Fabian Schlund sitzt an seinem Computer und wandelt gerade eine Vorlage in ein Stickmuster um. Fotos: Sarah Stieranka
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Etwa 3000 Stiche sind nötig, dann ist die Kappe fertig. Das Muster: der Schriftzug "Fregger". Die Maschine benötigt dafür wenige Minuten, es ist keine aufwendige Arbeit. Doch die Liste der Bestellungen ist lang. Fabian Schlund hat mit seinem Laden "Kappenschmiede" in der Staffelsteiner Bahnhofstraße den Nerv der Zeit getroffen.

Nicht nur im Landkreis, sondern auch auf den Köpfen deutscher Fußballprofis können die Kappen bewundert werden. Einer der Träger: Mario Götze von Borussia Dortmund. "Ich habe den Manager von Marco Reus angeschrieben. Dann klingelte das Telefon, ob ich mir eine Zusammenarbeit mit Mario Götze vorstellen könnte." Für den 25-Jährigen ein überwältigendes Ereignis.


Alles begann mit einem Geschenk

Mit so einem Erfolg rechnete er vor zwei Jahren noch nicht, als er mit seiner Freundin nach einem passenden Geschenk suchte. "Der Bruder meiner Freundin ist ein Kappenträger und spielte in Schwabthal Fußball. Ich habe im Internet unterschiedliche Plattformen und Designer angeschaut."

Die Idee zur Kappenschmiede entsteht. "Wir hatten erst nur die Idee", sagt er. Der junge Mann spezialisiert sich zunächst nur auf fränkische Muster und Sprüche. Zwei Jahre später sitzt er in seinem eigenen Geschäft in der Bahnhofstraße und ist von der großen Nachfrage überwältigt. "Wir produzieren etwa 10 000 Kappen und versenden etwa 6000 Pakete pro Jahr. Auf Facebookhaben wir bereits 10 300 Follower." Etwa 95 Prozent der Produkte verkauft er in seinem Online-Shop. Kunden sind unter anderem DJs, Fußballvereine und Bands.

In seinem Laden bietet er als Zwischenhändler Kappen mit lizenzierten Mustern an. Den individualisierten Kopfschmuck produziert er alleine im Hinterzimmer seines Geschäftes. Die dafür erforderliche Maschine legte sich der 25-Jährige von seinen Ersparnissen zu - er investierte einen fünfstelligen Geldbetrag. Beim Crashkurs vom Maschinenhersteller lernte der Staffelsteiner das Gerät zu benutzen. "Ich habe vorher noch nie mit so etwas gearbeitet."

Er ist gelernter Veranstaltungskaufmann. Heute legt er die Fäden routiniert in die Maschine, die am häufigsten die fränkischen Begriffe "Fregger" und "Maadla" ausspuckt. Aber auch eigens angefertigte Symbole und Bilder können auf das Material gestickt werden. Der Preis variiert je nach Aufwand und Stückzahl zwischen 15 und 60 Euro.

Zahlen zur Selbstständigkeit junger Menschen:

Zahl 2015 haben sich im Landkreis Lichtenfels 69 Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht. 2014 waren es 70 Personen.

Alter Vier junge Menschen, unter 25 Jahren, haben sich 2015 aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht. 2014 waren es drei, sagt Matthias Klar, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Coburg/Lichtenfels. Bei den über 55-Jährigen ist die Zahl mit sechs im Jahr 2015 und acht 2014 etwas höher.
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