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Region  // Lichtenfels

Abwasserbeseitigung

In die Michelauer Kläranlage fließt viel Geld

Die Sanierung wird ein Millionenprojekt. Der Bürger wird zur Kasse gebeten.
Die Abrissarbeiten für die geplante Erweiterung der Kläranlage in Michelau  Foto: Andreas Welz
 
von ANDREAS WELZ
Rund 4,6 Millionen Euro wird die Sanierung der Kläranlage des Abwasserzweckverband Marktzeuln-Michelau kosten. Bei seiner Sitzung am Dienstag im Michelauer Rathaus wurde die Verbesserung und Erneuerung der Kläranlage und der Mischwasseraufbereitungsanlage einstimmig beschlossen. Der Vorsitzende, Michelaus Bürgermeister Helmut Fischer machte deutlich, dass die wasserrechtliche Einleitungsgenehmigung unter Einhaltung von Auflagen aus wasserrechtlichen Gründen bis November 2022 abgeschlossen sein muss.
Die Kosten sollen durch Beiträge auf die Bürger umgelegt werden, gab Fischer bekannt. Dabei ergeben sich ein Geschossflächenbeitrag von 2,65 Euro pro Quadratmeter und ein Grundstücksflächenbeitrag von 14,59 Cent pro Quadratmeter. Ein Wohngrundstück mit etwa 750 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 200 Quadratmetern werde mit rund 650 Euro belastet. Fischer war sich sicher: "Die Finanzierung kann durch Ratenzahlung von jedem Betroffenen, ohne in Probleme oder ohne in soziale Not zu kommen, bewältigt werden." Die erste Rate mit rund 40 Prozent des voraussichtlichen Gesamtbetrages wäre zum 15. Oktober, die zweite Rate mit 35 Prozent zum 15. Juni 2018 und die dritte Rate mit 15 Prozent zum 15. Juni 2019 vorzusehen. Nach Abschluss und Abrechnung der Gesamtmaßnahme, voraussichtlich im Jahr 2020/2021, würde dann eine vierte Rate unter Anrechnung der bereits geleisteten Vorauszahlungen erfolgen. "Die betroffenen Haushalte, Firmen oder Vereine werden durch ein Infoblatt in den nächsten zwei oder drei Wochen entsprechend informiert und aufgeklärt", sagte der Vorsitzende. Noch vor der Sommerpause im Juni oder Juli werde ein Beitragsbescheid erlassen, der dann die erste, zweite und dritte Rate mit Zahlungstermin festsetze.


Keine Spielräume mehr

Die fachliche Überprüfung habe ergeben, dass die Schlammbehandlung, "das Herz" der Abwasserentsorgung, an der Kapazitätsgrenze arbeite und keine Spielräume in Bezug auf die Betriebssicherheit vorhanden sind, da nur ein Belebungsbecken vorhanden ist, erläuterte der Vorsitzende. Auch im Kanalnetz bestehe bei den Regenüberlaufbecken Sanierungsbedarf, um den heutigen Stand der Technik einhalten zu können. Bei der Mischwasserbehandlungsanlage würden hauptsächlich an den Regenüberlaufbecken die erforderlichen technischen Einrichtungen angebracht, um den heutigen Anforderungen an eine Abwasseranlage insbesondere in Hinblick auf den Umweltschutz gerecht zu werden. "Grundsätzlich zielen die gesamten Sanierungsmaßnahmen darauf ab, die immer strenger werdenden Einleitungswerte und den Abwasserbetrieb für die Zukunft zu gewährleisten und zu sichern", stellte der Vorsitzende fest.
Die Mitglieder des Abwasserzweckverbandes verabschiedeten in ihrer Sitzung einstimmig die Haushaltssatzung. Sie sieht Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushaltes in Höhe von 1,16 Millionen Euro vor. Der Vermögenshaushalt schließt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 2,34 Euro ab. Kreditaufnahmen sind nicht vorgesehen. Der Schuldenstand hat sich im vergangenen Jahr auf 735 428 Euro vermindert. Bei einem Einwohnerstand von 8003 Einwohnern ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 91,89 Euro.
Kämmerer Gerd Bergmann fasste zusammen: "Aufgrund der weiterhin relativ guten Einnahmen bei den Kanalbenutzungsgebühren und den Gebühren für die Straßenentwässerung kann der Verwaltungshaushalt 2017 wieder positiv gestaltet werden."
Für Investitionen könnten dem Vermögenshaushalt 161 600 Euro zur Verfügung gestellt werden. Mit der Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 377 400 Euro könnten die "normalen" Investitionen 2017 und die Tilgung der ordentlichen Kredite finanziert werden.
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