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Region  // Lichtenfels

Gemeinderat

In Michelauer Hochwasserschutz fließt mehr Geld

Die Kosten der Deichnachrüstung im Rahmen des Hochwasserschutzes in Michelau haben sich drastisch erhöht.
Die Erhöhung des Rießner-Deichs von der Bahnhofstraße zu den Bahngleisen ist abgeschlossen. Foto: Andreas Welz
 
von ANDREAS WELZ
Ging das Wasserwirtschaftsamt noch beim ersten Spatenstich im April 2016 Jahres von rund acht Millionen Euro aus, bezifferte am Mittwoch bei der Gemeinderatsitzung Abteilungsleiter Matthias Trau die Maßnahme mit voraussichtlich 13,5 Millionen Euro.
Die drei Bürgermeister hatten vor gut einem Jahr eine Vereinbarung unterzeichnet, die vorsieht, dass die Gemeinde 23 Prozent der Kosten übernehmen wolle. "Das kann man uns nicht zumuten", sagte Bürgermeister Helmut Fischer (CSU). Er hätte bereits Umweltministerin Ulrike Scharf vorgetragen, dass die Gemeinde nicht unbeschränkt belastbar sei. Matthias Trau relativierte daraufhin die Kosten. Zunächst komme es auf das Ergebnis der Ausschreibungen für die kommenden Bauabschnitte an. Man sei von der Kostenschätzung von den durchgeführten Arbeiten ausgegangen. Dann stellte er eine komplizierte Berechnung auf, nach sich der Anteil der Gemeinde durch Vergütung von Unterhaltungsmaßnahmen beträchtlich verringern könnte. Bürgermeister Fischer war erleichtert: "Trotz der Kostensteigerung bleibt der Anteil der Gemeinde von 739 500 Euro gleich."
Mit der Deichnachrüstung wird der vorhandene Hochwasserschutz entlang des Mains auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Hochwasserschutzanlagen aus den 70er und 80er Jahren genügen den heutigen Anforderungen nicht mehr und werden daher modernisiert. Ziel ist der Schutz vor einem Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre eintritt. Dadurch werden künftig 200 Hektar Siedlungsfläche der Gemeinde geschützt. Über 3000 Einwohner und 60 Betriebe mit rund 2000 Arbeitsplätzen profitieren von diesem Projekt. Fertiggestellt wurden bisher der Rießner-Deich und Teile am Hauptdeich, berichtete Matthias Trau. Die Überfahrten zu den landwirtschaftlichen Flächen blieben erhalten. Derzeit würden Restarbeiten bei der Verlegung des Biberbachs durchgeführt. Die Ausschreibungen für den Hauptdeich am Main liefen. Auch würden Ausgleichsmaßnahmen für die Baumfällung am Biberbach durch Aufforstung begonnen. Die Deicherhöhung erfolge durch Mauern oder auf klassische Weise, bei der der Deich in Richtung Vorland aufgeschüttet werde. Die Ausschreibung für zwei Schöpfwerke in der Kläranlage sollen Anfang 2018 erfolgen, das eine mit einer Leistung von fünf Kubikmeter in der Sekunde, das kleinere mit zweieinhalb Kubikmetern in der Sekunde. Die Schöpfwerke würden benötigt, um das Niederschlagswasser in der Kläranlage abzupumpen. Für die dritte Maßnahme, Hochwasserschutz in Schwürbitz, solle die Ausschreibung Mitte 2018 erfolgen.
Bürgermeister Helmut Fischer berichtete aus der Versammlung des Abwasserzweckverbandes Marktzeuln-Michelau über die Finanzierung der anstehenden Erneuerungs- und Verbesserungsmaßnahmen der Kläranlage, die rund 4,6 Millionen Euro kosten werde. Die Kosten sollen durch Beiträge auf die Bürger umgelegt werden, erläuterte Fischer. Dabei ergeben sich ein Geschossflächenbeitrag von 2,65 Euro pro Quadratmeter und ein Grundstücksflächenbeitrag von 14,59 Cent pro Quadratmeter. Ein Wohngrundstück mit etwa 800 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 200 Quadratmetern werde mit rund 670 Euro belastet.
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