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Lehrgang

Lichtenfels: Eine Auswanderin erklärt die Flechkunst der Maori

Eine deutsche Auswanderin aus Neuseeland vermittelte in der Korbstadt Lichtenfels die Flechtkunst der Maori.
Rita Baker hat sowohl das Flechtmaterial als auch fertige Flechtarbeiten nach Art der Maori aus Neuseeland mitgebracht. Foto: Popp
 
von RAMONA POPP
In den Auen des Mains wächst kein Neuseeland-Flachs. Aber die Flechtkultur wird hier wie dort hochgehalten. An den vergangenen zwei Tagen bot die Deutsche Korbstadt eine absolute Rarität in ihrem Kursprogramm. Rita Baker, eine Meisterin der der Flechttechnik der Maori aus Neuseeland, gab Einblicke in diese ganz spezielle Kunst. Das Material aus eigenem Anbau hatte sie im Fluggepäck mitgebracht.


Die Video-Anleitung finden Sie unter diesem Link.

Selbst für die versierten Flechthandwerker, die sich zu diesem besonderen Workshop angemeldet hatten, war der Umgang mit den eingeweichten langen, streifenartigen Blättern des neuseeländischen Flachses (Phormium tenax) eine Herausforderung. Nicht, dass diese Bänder so schwer zu handhaben wären - für Weidengeflecht braucht man sicher mehr Kraft. Aber die Konzentration auf das Ungewohnte führte nach einer gewissen Zeit dazu, dass Arme und Schultern erst wieder gelockert werden mussten.

Es waren schnell Ergebnisse zu sehen: Kleine Taschen oder Schalen entstanden schon am ersten Kurstag. Am zweiten machten sich die Teilnehmer an das Flechten eines Hutes. Erste Anproben sorgten hie und da für Heiterkeit: Wenn der Kopf ganz unter dem grünen Blätterwerk verschwand, musste an der Passform gefeilt werden. Mit geschickten Handgriffen gab die Kursleiterin die nötigen Schritte vor.


Besondere Anerkennung

Für Rita Baker ist das Maori-Geflecht kein Hobby. Seit rund zehn Jahren widmet sie sich diesem Metier, aus dem sie sich ein Geschäft aufgebaut hat. Sie fertigt nicht nur Taschen und Hüte, sondern auch die typischen mehrfarbigen Röcke, die bei Folklore-Darbietungen getragen werden. Die 45-Jährige erlernte das Handwerk an der eigentlich Maori vorbehaltenen Ausbildungsstätte. Es war eigens für sie eine Ausnahme gemacht worden, nachdem sie bei vorausgegangenen Abendkursen Talent gezeigt und ihr Mann, der Maori ist, ein gutes Wort für sie eingelegt hatte. Seit 14 Jahren lebt sie in Neuseeland.


Aus einem Jahr wurde für immer

Wie es dazu kam, wäre eine eigene Geschichte wert. Nur für ein Jahr sollte sie für ihren damaligen Arbeitgeber, einen Reiseveranstalter aus dem Raum Nürnberg, im Büro in Auckland tätig sein. Die dortige Chefin war zufrieden, bat um Verlängerung des Einsatzes der Deutschen. Im zweiten Jahr lernte Rita - die damals noch Pöhnisch mit Nachnamen hieß - ihren Mann kennen. Es folgten Schicksalsschläge: Die Chefin erkrankte und starb; sie selbst hatte einen schweren Verkehrsunfall mit langer Rehabilitationszeit. Das Flechten, empfohlen von einer Freundin, war eine Art Therapie. Bei dieser Tätigkeit war sie viel eher wieder leistungsfähig als bei der Arbeit am Computer. Weil dabei eine andere Region des Gehirns gefordert wird, wie es Mediziner erklärten. Dass schon einer ihrer Urgroßväter einst geflochten hatte, erfuhr sie erst später von der Oma. Rita blieb beim Flechten und in Neuseeland, wo sie 2006 heiratete.

Nun hilft sie nicht zuletzt durch ihre Kurse mit, die Flechtkultur der Maori zu bewahren und weiterzugeben. Der Brückenschlag zur Deutschen Korbstadt geschah via Internet. Manfred Rauh vom Verein ZEF (Zentrum Europäischer Flechtkultur Lichtenfels) war auf die ursprünglich aus Dresden stammenden Frau aufmerksam geworden und hatte über Facebook Kontakt aufgenommen. Den Urlaub bei Familie und Freunden nutzte sie jetzt zu diesem für alle Beteiligten bereichernden Zwischenstopp.
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