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Tiertragödie

Fischsterben am Staffelsteiner Westsee auch heuer möglich

Die Hege- und Angelgemeinschaft Westsee schlägt Alarm. Algenvermehrung ist der Grund des Übels.
Tagelang reicherte das Technische Hilfswerk im Sommer 2016 das Wasser des Westsees mit Sauerstoff an.
 
In der Jahresversammlung der Hege- und Angelgemeinschaft Westsee, die in der voll besetzten Gastwirtschaft Sauerteig in Rödental stattfand, mussten die Mitglieder der Interessengemeinschaft schwere Kost verdauen, die ihnen ihr Vorsitzender Thomas Bauer servierte. Alle Bemühungen, in einem der ältesten und größten Baggerseen bei Bad Staffelstein das ökologische Gleichgewicht und somit einen artenreichen, heimischen Fischbestand zu erhalten, seien durch ein katastrophales Fischsterben im September letzten Jahres zunichte gemacht worden.


Überdüngung die Ursache

Nach Auswertung der chemischen Untersuchungen könne mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit nun festgestellt werden, dass die ungebrochene Überdüngung der Gewässer am Obermain einmal mehr zu einer drastischen Erhöhung der Stickstoffwerte führte. Bei einer entsprechend warmen Witterungslage komme es in der Folge dann zu einer explosionsartigen Algenvermehrung, die in aller Regel mit einer erheblichen Sauerstoffzehrung im Gewässer einhergehe und damit alles Leben auslösche.


Über fünf Tonnen verendet

Beim letztjährigen Fischsterben vom 20. bis 25 September waren diese Rahmenbedingungen gegeben und es verendete ein erheblicher Teil des gesamten Fischbestandes im Westsee. Auch in den anderen Seen im Landkreis Lichtenfels von Hochstadt bis Ebensfeld war die Lage äußerst kritisch, und es kam vereinzelt zu Fischsterben, die jedoch nicht das Ausmaß von dem Ereignis am Westsee hatten. Die Fischkadaver wurden allesamt von den alarmierten Vereinsmitgliedern mit großem Aufwand aus dem See geborgen und anschließend in die Tierkörperverwertungsanstalt nach Walsdorf im Landkreis Bamberg transportiert. Die in Walsdorf gewogene Menge der im Westsee verendeten Fische betrug über fünf Tonnen. Der Schaden am Fischbestand liegt nach vorsichtiger Schätzung bei mindestens 25 000 Euro. Dank des beherzten Einsatzes der umliegenden Feuerwehren und des Engagements des THW Bad Staffelstein konnte noch Schlimmeres in letzter Sekunde verhindert werden. Die entstandenen Einsatzkosten sind neben dem Schaden ebenfalls nicht unerheblich und führten bei den Versammlungsteilnehmern zu einer intensiven Diskussion.


30 000 Euro Einsatzkosten

Mehrere Teilnehmer äußerten ihren Unmut darüber, dass die Hauptverursacher der überdüngten Oberflächen- und Grundwässer sich schadlos hielten und die Gesamtkosten nun an der betroffenen und damit auch geschädigten Hegegemeinschaft hängen bleiben sollen. Alleine die Einsatzkosten von FFW, THW und BRK beliefen sich auf über 30 000 Euro.
Wären annähernd solche hohe Schäden zum Beispiel durch Wildverbiss zu beklagen, wäre das Getöse ungleich größer. Die Perspektiven der Hege- und Angelgemeinschaft Westsee seien aufgrund der beschriebenen Situation alles andere als rosig, da eine notwendige zeitnahe Reduktion von Stickstoffeinschwemmungen von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Gewässernähe nicht zu erwarten sei.
Nach Überzeugung mehrerer Versammlungsteilnehmer würde der intensive Maisanbau für Biogasanlagen die Gesamtlage eher noch verschärfen. Mit diesen Problemen sähen sich die meisten Gewässerinhaber tagtäglich konfrontiert und fühlen sich oftmals (auch auf politischer Ebene) ziemlich alleingelassen. Ein Schulterschluss von allen Angelvereinen, Fischerei- und Hegegemeinschaften könnte für den notwendigen politischen Druck sorgen, da alleine im Landkreis Lichtenfels mehrere tausend Angler organisiert und ebenfalls von der Gesamtsituation betroffen sind.


Dem Verein droht das Aus

Die Hege- und Angelgemeinschaft Westsee Bad Staffelstein werde jedenfalls ein zweites Fischsterben schon aus finanzieller Sicht selbst nicht mehr "überleben". Die Frage sei deshalb zum Schluss erlaubt: Wer kümmert sich dann um die Entsorgung der Fischkadaver im Gottesgarten und wer übernimmt die Kosten?
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