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Bauvorhaben

Expansion an der Zeil: drei Unternehmen in Lichtenfels wachsen kräftig

Der Lichtenfelser Bauausschuss befasste sich mit sechs Anträgen der Firmen Concept Laser, Robert Hofmann GmbH und Siegfried Hofmann Werkzeugbau GmbH.
Die Robert Hofmann GmbH baut in östlicher Richtung an. Links in der grafischen Darstellung die (dunkleren) neuen Hallen, die entstehen sollen. Illu: Robert Hofmann GmbH
 
von RAMONA POPP
Man könnte meinen, die ganze Reihe von Anträgen wäre eine unternehmens- und familienintern abgesprochene Sache, aber ganz so ist es nicht, wie Frank Herzog, Geschäftsführer von Concept Laser, feststellt. Drei Unternehmen mit ihrem Sitz im Gewerbegebiet "An der Zeil" (Stadtteil Schney) sind äußerst erfolgreich am Markt und auf Expansionskurs. Drei Unternehmen, die direkt oder indirekt auf die 1958 in Lichtenfels von Siegfried Hofmann gegründete Werkzeugbau-Firma zurückgehen.

Während Günther, der ältere der beiden Söhne, den väterlichen Betrieb übernehmen sollte, wurde Robert Hofmann mit seinem eigenen, 1991 gegründeten Betrieb zum Pionier auf dem Gebiet des 3D-Drucks im Modellbau. Heute agieren die beiden Unternehmen zusammen als Global Player in der Hofmann Innovation Group.

Mittlerweile ist die dritte Generation im Geschäft - mit Concept Laser ist hierbei aber ein eigenständiges Unternehmen entstanden, das nicht zur Gruppe gehört, gleichwohl aber ein wichtiger Auftraggeber für diese ist. Kerstin und Frank Herzog sind inzwischen Chefin und Chef für rund 240 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Das Laserschmelzen von Metallen in der 3D-Technologie haben sie perfektioniert.


Forschung und Entwicklung

Weil das Unternehmen so stark wächst, setzt es seit Oktober auf den US-Konzern General Electric als starken Partner, dem man 75 Prozent der Anteile verkauft hat. In den neuen Strukturen wird der Kurs fortgesetzt. Vor allem die Abteilung Forschung und Entwicklung soll vergrößert werden. Weil mehr Mitarbeiter und weitere Laborkapazitäten benötigt werden und man außerdem erhöhten Vertraulichkeitsanforderungen gerecht werden muss, hat man sich für einen fünfstöckigen Neubau auf dem Betriebsgelände "An der Zeil 12" (ehemaliger Wertstoffhof) entschieden.

Er soll mit einem speziellen Schleusensystem gesichert sein und auf einer Grundfläche von circa 17 mal 50 Metern bei 23 Metern Höhe 2000 Quadratmeter moderne Bürolandschaften beinhalten. Dass der Bauausschuss nun in derselben Sitzung über fünf weitere Bauvorhaben quasi aus der Verwandtschaft zu entscheiden hatte, ist laut Herzog eher Zufall.

Auf dem Grundstück "An der Zeil 6" plant die Robert Hofmann GmbH zwei neue große Produktionshallen, "um dem Hype um den 3D-Druck gerecht zu werden", wie Firmengründer Robert Hofmann erklärt. "Es ist die große Chance, jetzt einzusteigen in die 3D-Druck-Serienfertigung, um auch hier ganz vorne mit dabei zu sein." Bisher seien Einzelteile hergestellt worden. Etwa sechs Millionen Euro wolle man in Gebäude und Maschinen investieren.

Wer Metallteile für die Flugzeugindustrie liefert, VW und Airbus zu seinen Kunden zählt, der muss auch deren Sicherheitsanforderungen gerecht werden. Aus diesem Grund wird laut Hofmann das Gelände mit einem Zaun geschlossen. Zugang wird es künftig nur noch über das Pförtnerhaus geben, das ebenfalls neu gebaut wird. Für alle Firmengebäude zusammen wird überdies eine Energiezentrale mit Blockheizkraftwerk entstehen. Mit Gas-, Erdwärme- und Solarnutzung, auch im Sinne einer "Green factory", wie Robert Hofmann erklärt.

Eine Investition in die Zukunft eben, von einer Portion Idealismus und dem Willen getragen, einmal mehr Vorreiter zu sein. Der laufende Betrieb und die rund 300 Mitarbeiter - Tendenz steigend - sollen von den Baumaßnahmen möglichst wenig gestört werden. Froh ist Hofmann darüber, dass es selbst seitens des Bundes Naturschutz keine Einwände gegen die zusätzlichen 136 Parkplätze gebe. Man werde die Fläche auch nicht zupflastern oder -teeren, versichert er, sondern "schön machen". Der Obstbaumbestand zur Coburger Straße hin bleibt erhalten, 18 Bäume sollen gepflanzt werden.

Eines schickt Robert Hofmann schon voraus: Die von der Stadt in Aussicht gestellte Erweiterung des Gewerbegebietes "An der Zeil" ist für sein Unternehmen eine wichtige Perspektive. Bereits bei der Feier des 25-jährigen Bestehens Ende Juni sprach er von "besten Voraussetzungen" für die weitere Entwicklung des Unternehmens am Standort. Eine Option auf 40.000 Quadratmeter auf dem neuen Terrain habe er schon ersucht.

Ähnliches hört man auch von Günther Hofmann, dessen Werkzeubau-GmbH gerade "nur" etwa 80 zusätzliche Parkplätze an der Oberen Hut 5 schaffen und mit seinem Ausbildungszentrum umziehen will. Ein angemietetes Betriebsgebäude, etwa 300 Meter weiter und gegenüber (Hausnummer 3/vormals Getränkelager) wird eigens dazu umgebaut. Hintergrund: Man will Platz schaffen für die baulichen Vorhaben auf der anderen Straßenseite. Dort soll zudem eine Unterstellhalle für sechs bis acht Abfallcontainer errichtet werden.

Die Stadträte bestätigten durch ihre Abstimmung letztlich das gute Einvernehmen, von dem die Unternehmer gesprochen haben: Es gab keinerlei Einwände, und dort, wo es nötig war, wurden Befreiungen von Festsetzungen des bestehenden, 25 Jahre alten Bebauungsplanes erteilt. In zwei Fällen betraf das die Gebäudehöhen, zweimal die Baugrenzen. Bürgermeister Hügerich (SPD) unterstrich die Bedeutung dieser Vorhaben für die Stadt. "Wir können stolz und glücklich sein." Auch optisch seien die Planungen attraktiv.

Weitere Beschlüsse:

Betriebstankstelle
Die Firma Panzer möchte auf dem Gelände an der Krappenrother Straße 14 eine Betriebstankstelle errichten. Der Bauausschuss hat nichts dagegen.

Kinderhort Betreuung für Schulkinder mit Beeinträchtigung statt Hausmeisterwohnung am Eichenweg 16: Keine Einwände gab es gegen die geplante Nutzungsänderung des Caritasverbandes.

Doppelhaus Als unproblematisch angesehen wurde die Vor-anfrage der Familie Held, die an der Siedlerstraße ein Doppelhaus bauen möchte. Zwar gibt es eine Überschreitung der Baugrenzen, aber die Nachbarn haben zugestimmt.
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