Bad Staffelstein
Unterricht

Eine multikulturelle Schulfamilie

Seit fünf Jahren gibt es an der Adam-Riese-Mittelschule in Bad Staffelstein eine offene Ganztagsschule (OGS). Das Angebot wird gerne angenommen.
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Die 58-jährige Diplom-Sozialpädagogin Maria Poglitsch hilft einem Schüler bei den Hausaufgaben im Fach Mathematik.  Foto: Sarah Stieranka
Die 58-jährige Diplom-Sozialpädagogin Maria Poglitsch hilft einem Schüler bei den Hausaufgaben im Fach Mathematik. Foto: Sarah Stieranka
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12.45 Uhr: Die Schulklingel läutet - die Schüler packen ihre Sachen zusammen, ziehen ihre Jacken an und machen sich auf den Weg nach Hause. Alle, bis auf 24. Für sie geht es in die Räume der offenen Ganztagsschule.
Seit fünf Jahren bietet die Adam-Riese-Mittelschule in Bad Staffelstein den Eltern eine Art Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder an. Das Konzept ist erfolgreich, sagt Rektorin Astrid Balzar; es steht auf drei Säulen: Mittagsbetreuung, Hausaufgabenbetreuung und Freizeit.


Kostenloses Angebot an Eltern

Die Kinder erhalten nach dem Unterricht ein warmes Essen, gehen anschließend zur Hausaufgabenbetreuung und zum Schluss dürfen sie eine Stunde lang ihre Freizeit genießen. Das Angebot wird von Montag bis Donnerstag kostenlos angeboten - nur das Mittagessen muss bezahlt werden.

Mit der Entwicklung in den letzten fünf Jahren ist die Rektorin sehr zufrieden. "Im ersten Jahr hatten wir 13 Kinder. Mittlerweile betreuen wir alle Altersklassen, von der fünften bis zur neunten Klasse." Größtenteils finden sich jüngere Schüler in der OGS. "Bei Fünft- bis Sechstklässlern wird es rege angenommen. In Klasse sieben schwächt es ab, weil die Schüler alleine daheim bleiben wollen."


Freundschaften werden gestärkt

Eine Entscheidung, die die 13-jährige Nadine nicht versteht. "Wir machen täglich unterschiedliche Dinge. Ich durfte mal das Fenster und die Wände bemalen." Auch die zwölfjährige Annika vertritt diese Meinung. "Hier ist man mit Freunden zusammen, daheim wäre das anders. Außerdem mache ich hier meine Hausaufgaben. Daheim lenkt mich das Handy ab."

Damit das in der OGS nicht passiert, stehen den Schülern drei ehrenamtliche Betreuer zur Seite sowie die Diplom-Sozialpädagogin Maria Poglitsch. Und die weiß: Aller Anfang ist schwer. "Die OGS hat erst nach einer Zeit funktioniert. Die Strukturen und Abläufe haben sich verbessert. Das Angebot ist mit den Schülern gewachsen."
Aus unterschiedlichen Ländern - China, Russland, Afghanistan, Polen, Ukraine oder auch Amerika - kommen die Kinder; sie machen sie die offene Ganztagsschule zu einer multikulturellen Schulfamilie - sehr zur Freude von Maria Poglitsch.


Familiärer Charakter in der Schule

"Die Gespräche am Tisch sowie das gemeinsame Essen sind wichtig, damit wir einen familienähnlichen Charakter reinbekommen." Die offene Ganztagsschule, so Maria Poglitsch, habe viele Vorteile. "Die Kinder knüpfen Kontakte. Sie setzen sich mit Problemen auseinander - und das in der riesigen Medienwelt", erklärt sie. Das sieht auch Astrid Balzar so: "Die Kinder sind ordentlich untergebracht. Wir sind eine große Unterstützung für die Eltern."

Denn: Die Hausaufgaben sind gemacht und die Kinder auch ab und zu draußen an der frischen Luft. "Ein Grüppchen spielt Tischtennis, wir verbringen ein Wochenende im Frankenwald mit Basteln und Nachtwanderung oder machen einen Ausflug nach Geiselwind." Schließlich darf nach der fleißigen Mitarbeit der Schüler eines nicht zu kurz kommen, findet Maria Poglitsch: die Belohnung.
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