Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

B173

Die Stimmung nach der Abstimmung

Die Bürger haben entschieden: Kontra Variante Süd an der B173. Nach der Abstimmung ist die Stimmung in Hochstadt bei den Gegnern der Klage gedrückt.
Zwei Varianten sind möglich. Gegen die Variante Süd soll nun geklagt werden. Grafik: Klaus Heim
 
von SARAH STIERANKA
Eduard Fleischmann und seine Frau Ingrid sind sauer. Am Sonntag stimmten 62 Prozent der Hochstadter gegen die geplante Ortsumgehung nach der Variante Süd. Die Gemeinde ist nun in der Pflicht, gegen den Planfeststellungsbeschluss zum vierspurigen Ausbau der B173, bei der eine Ortsumgehung zwischen Hochstadt und Wolfsloch geplant ist, zu klagen.

Für den 60-Jährigen, dessen Haus nur drei Meter an die viel befahrene Ortsdurchfahrt grenzt, eine Zumutung. "Wie lange müssen wir den Verkehr denn noch ertragen?" Von einer schnellen Lösung hat sich das Ehepaar bereits verabschiedet. "Jetzt planen die wieder los", ärgert sich Eduard Fleischmann. Die Abstimmung enttäuscht den 60-Jährigen. "Ich verstehe nicht, dass man nicht an einem Strang zieht. Der Zirkus geht schon seit über 30 Jahren. Im neuen Wohngebiet wäre man 200 Meter von der Umgehungs-Straße entfernt. Das ist besser als drei Meter." Doch Familie Fleischmann scheint die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben zu haben - am Zaun hängt noch immer ein Banner mit der Aufschrift: "Letzte Chance für eine Umgehung. NEIN zur Klage gegen die Umgehung."


Natur und Landschaft zerstört

Karl-Heinz Heinlein sieht die Angelegenheit anders. Er wohnt im neuen Wohngebiet und hat für die Klage gestimmt. "Ich bin ein Naturmensch. Ich möchte keinen Lärm hier. Mir reicht schon die Hochspannungsleitung, die die ganze Natur und Landschaft zerstört." Von der Abstimmung erhofft sich Heinlein aber nicht viel - fühlt sich machtlos. "Die Variante Süd ist doch schon beschlossene Sache", sagt er mit gesenktem Blick.

Trotzdem kann er verstehen, dass eine Umgehung notwendig ist. "Die Ortsdurchfahrt ist eine Katastrophe." Plötzlich schaltet sich ein Arbeiter aus dem Nachbargrundstück ein. "Die werden sich tot streiten", schimpft Stefan Schaller. Er ist für eine schnelle Lösung - für die Autobahn. Der Grund: Jeden Tag pendelt der 53-Jährige von Kronach nach Redwitz zur Arbeit. Dabei stellen sich ihm 16 Ampeln in den Weg. Die Fahrt wird zur Tortur. "Ich verliere ständig Zeit, bloß weil ständig was boykottiert wird. Die Umgehung erlebe ich nicht mehr", ist sich Schaller sicher.


Bund Naturschutz ist zufrieden

Anton Reinhardt, Kreisvorsitzender vom Bund Naturschutz, ist mit dem Abstimmungs-Ergebnis zufrieden. "Dadurch bekommen wir eine Chance auf eine vernünftigere, naturschonendere und bürgernahe Lösung." Zusammen mit dem Bund Naturschutz steht er hinter der Variante Mitte mit einer "2plus1-Fahrbahn". "Es ist finanziell ein guter Kompromiss. Außerdem hat man einen besseren Lärmschutz und weniger Landverbrauch."

Und dieser Aspekt interessiert die Landwirte von Hochstadt am meisten. So auch einen aus Wolfsloch, der nicht namentlich benannt werden möchte. Zwei seiner Äcker müsste der Mann aufgeben - das Land gehört der Familie bereits seit Generationen. "Wir haben nichts gegen die Umgehung, aber die Südtrasse lehnen wir ab. Wir haben viel investiert und neue Maschinen gekauft. Ich würde dadurch meine beste Ecke verlieren", ärgert sich der Landwirt.
Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.