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Entwicklung

Der Kurs steht auf Wachstum

Vor drei Jahren ging der Batterienhersteller Moll eine Kooperation mit einer chinesischen Firma an. Nun ist man dabei, Früchte des Engagements zu ernten.
 
von TOBIAS KINDERMANN
Wenn Firmenchefin Gertrud Moll-Möhrstedt in die Produktionshalle für die Gitterfertigung kommt und sie sieht ihren Mitarbeiter dort mit verschränkten Armen ruhig stehen, ist sie zufrieden. "Dann weiß ich, die Produktion läuft reibungslos."
Denn die Maschine macht das Meiste ganz allein. Aus einer Reihe von Düsen wird mehrere Hundert Grad heißes Blei in Formen gespritzt, die auf einer Rolle montiert vorbeilaufen. Dann werden die gerade gegossenen Bleigitter in einem Bad abgekühlt, kurz nachbehandelt und wickeln sich auf einer großen Rolle auf.
Hier, in der automatisierten Gitterfertigung und eine Halle weiter, wo eine halbautomatische Befüllungsanlage für Säure arbeitet und die sogenannte "Formation" stattfindet - die Batterie erwacht in dieser Ladestation zum Leben, hat die Zukunft von Moll Gestalt angenommen.


Start vor drei Jahren

Genau drei Jahre ist es her, da gab man in dem Familienunternehmen eine ungewöhnliche Kooperation bekannt. Moll war eine Partnerschaft mit der chinesischen Chaowei-Gruppe eingegangen - ein Unternehmen, das 2014 bald 100-Mal so viele Mitarbeiter beschäftigte, hinter der aber ebenfalls eine Eigentümerfamilie steht. "Was habe ich damals mir anhören müssen, die Chinesen kaufen euch, nehmen das Know-how mit und dann seid ihr weg", blickt Gertrud Moll-Mohrstedt zurück. Der Ansatz war ein ganz anderer: Chaowei fertigte damals überwiegend Batterien für Elektroräder, wollte in den Markt für Autobatterien einsteigen - und in China eine der anspruchsvollsten Firmen beliefern - den VW-Konzern.
Moll ging ein Joint-Venture ein, dank der Unterstützung aus Deutschland hat Chaowei sein Ziel erreicht: Eine Fabrik mit einem Ausstoß von rund dreieinhalb Millionen Batterien im Jahr ist nun entstanden, VW hat sie als Lieferant aufgenommen. Über 50 Millionen Euro kostete die neue Produktion - und ist erst der erste von vier möglichen Bauabschnitten. So baute sich Moll als Mittelständler ein Standbein in Asien - denn Autohersteller, die zu den größten Kunden der Firma zählen, wollen vor Ort beliefert werden.
Und in Bad Staffelstein? Fährt man außen am Moll-Firmengelände in der Angerstraße 50 vorbei, fällt einem kaum etwas auf. Im Rückbereich sind neue Hallen entstanden. Hier steht auch die neue Technik, mit der Moll sein Ziel erreichen möchte: Die Verdopplung der Produktion von 900 000 auf 1,8 Millionen Batterien im Jahr. "Mitte 2018 werden wir dieses Ziel erreicht haben", sagt Klaus Eichhorn, kaufmännischer Leiter.


Keine Anteile verkauft

Etwa zwölf Millionen Euro hat Moll in den vergangenen Jahren bereits ausgegeben für neue Gebäude und Technik. "In den kommenden zwei Jahren werden noch einmal fünf Millionen Euro hinzukommen." Das Geld für die Expansion kam aus China - von Chaowei. Heute hält die Firma 40 Prozent an Moll. Doch Moll hat keine Anteile verkauft - der Batteriehersteller ist durch die Investition gewachsen: "Das sind sozusagen 40 Prozent, die es vorher nicht gab", sagt Eichhorn.


Große Nachfrage

Der Markt ist da - Moll verzeichnet große Nachfrage nach Autobatterien in der so genannten EFB-Technik (Enhanced Flooded Battery). Dabei handelt es sich vom Prinzip her um die bekannte Bleibatterie. Durch Verbesserungen im internen Aufbau und der Materialauswahl für die Bleimasse ist sie aber dreimal so Zyklenfest wie herkömmliche Exemplare. Autohersteller brauchen solche Batterien heute, weil etwa durch Start-Stopp-Systeme der Akku immer stärker belastet wird.
"Man muss für die Fertigung der EFB-Batterien wesentlich präzisere Prozesse fahren", sagt Entwicklungschef Rainer Wagner. Dahinter steckt viel Moll-Entwicklungsarbeit. An der richtigen Rezeptur für die Masse der Batterie-Platten hat man in Bad Staffelstein viel getüftelt. Muss man so etwas nicht patentieren? "Nach dem ersten Ladevorgang verändert sie ihre Zusammensetzung. Man könnte die Batterie zwar aufschneiden und hineinschauen, aber das bringt einem in dem Fall nichts. Das ist nicht zurückverfolgbar", sagt Wagner und lacht.
Mit dem Ausbau wird auch der Platz in Bad Staffelstein eng. Teilweise wählte man teure neue Technik, weil sie einfach weniger Raumbedarf hatte. Moll will künftig lieber durch Zusammenarbeit und Partnerschaften wachsen. "Wir denken daran, so etwas wie Lizenzen zu vergeben", sagt Moll-Möhrstedt. Und Bad Staffelstein spielt in diesem Modell die Rolle eines Entwicklungszentrums mit Großserienproduktion.


Deutlich mehr Beschäftigte


Doch auch schon so hat Moll heute ein anderes Gesicht bekommen. Das merkt man an einer anderen Entwicklung. Arbeiteten 2013 noch 210 Personen in dem Unternehmen, liegt man heute bei 320 Beschäftigten. Und 2018, wenn der Ausbau der Kapazität abgeschlossen ist, werden es 370 sein.
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