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Schädling

Borkenkäfer hat in den Lichtenfelser Wäldern leichtes Spiel

Vor allem der Buchdrucker macht den Waldbesitzern zu schaffen. Die Forstbehörde gibt wertvolle Tipps.
Das Brutbild des Buchdruckers, eine Borkenkäferart, erinnert an die Zeilen eines aufgeschlagenen Buches. Foto: Gerda Völk
 
von GERDA VÖLK
Von weitem scheint der Fichtenbestand gesund zu sein. Beim Näherkommen fallen eine Reihe von kahlen Baumstämme mit noch grünen Baumkronen auf. "Keine Rinde heißt, der Baum ist tot", sagt Revierförster Wolfgang Weiß in knappen Worten.
In dem Waldstück nahe Seehof hat der Borkenkäfer an einer Gruppe von Fichten ganze Arbeit geleistet. Genauer gesagt der Buchdrucker, wie Oliver Kröner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg anhand eines Rindenstücks erklärt. Seinem Namen erhielt die rund fünf Millimeter große Käferart von seinem Brutbild her. Ausgehend von einem verhältnismäßig breiten "Muttergang" erinnern die Fraßgänge der Larven an die Zeilen eines Buches. Das Brutbild des etwa zwei Millimeter großen Kupferstechers ähnelt dagegen einem fein ziselierten Kupferstich.


Fichten sind wirtschaftlich

"Die Fichte ist nun mal der Lieblingsbaum des Käfers", sagt Kröner. Dabei zählt die Fichte nicht zu den heimischen Bäumen, sondern zu den im Gebirge vorkommenden Arten. Die schnell Ertrag bringende Baumart wird hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen im Flachland angebaut. Bekannt ist, dass die ersten Nadelbäume 1368 im Nürnberger Reichswald angesät wurden.


Wärmer und trockener

Dass derzeit der Borkenkäfer ein relativ leichtes Spiel hat, dafür macht Oliver Kröner zwei Ursachen aus. Zum einen ist die jährliche Durchschnittstemperatur gestiegen und zum anderen regnete es weniger. In den Jahren 2014 und 2015 lag die durchschnittliche Jahrestemperatur in Bad Staffelstein bei 10,5 Grad, was einen Anstieg von rund zwei Grad gegenüber den Jahren 1961 bis 1990 bedeutet.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Niederschlag, der deutlich zurückging. Den Fichten fehlt damit auch Wasser, um dem Borkenkäfer etwas entgegenzusetzen. Wenn die Bäume über ausreichend Wasser verfügen, können sie Harz bilden und damit dem Käfer das Leben schwer machen. In den letzten Wochen haben Oliver Kröner und Revierförster Wolfgang Weiß vermehrt vom Borkenkäfer befallene Bäume gesehen. Jetzt im Herbst werden zwar keine neuen Käfer mehr gebildet, aber damit ist die Gefahr noch lange nicht vorbei. Umso wichtiger sei es, dass befallene Bäume möglichst bald aus dem Wald geschafft werden. Dabei sollten auch die umstehenden Bäume um das "Käfernest" herum gefällt werden, da diese oft schon vom Borkenkäfer befallen sind.
Gefällte Bäume sollten mindestens 500 Meter aus dem Wald herausgebracht werden, rät Revierförster Wolfgang Weiß. Alternativ könnten befallene Stämme auch entrindet und die Rinde beseitigt werden. Dabei sollten auch abgetrennte Baumwipfel und abgesägte Äste aus dem Wald transportiert oder an Ort und Stelle gehäckselt, gemulcht oder verbrannt werden.
Eine weitere Möglichkeit wäre auch der Einsatz von Insektiziden. "Das sollte aber das letzte Mittel sein", sagt Weiß. Die beiden Forstleute raten den Waldbesitzern, möglichst bald zu handeln und ihre Fichtenwälder auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren. Noch ließen sich beim Verkauf bessere Preise erzielen. Falls ein Waldbesitzer auch nach mehreren Aufforderungen nicht tätig wird, könne das Landratsamt in letzter Konsequenz einen Lohnunternehmer mit der Beseitigung der befallenen Bäume beauftragen.
Die Waldbesitzervereinigung Lichtenfels-Staffelstein (www.wbv-lif-sta.de) unterstützt Waldbesitzer bei der Vermittlung von Unternehmen für die Borkenkäferbeseitigung und beim Verkauf des Holzes. Auch die Förster des Amtes für Landwirtschaft und Forsten Coburg (www.aelf-co.bayern.de) beraten Waldbesitzer in Fragen der Borkenkäferbekämpfung, der Wiederaufforstung von Schadensflächen und finanzieller Fördermöglichkeiten.
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