LKR Lichtenfels
Neujahrsempfang

Baur-Gruppe arbeitet profitabel

Das Kernunternehmen tat sich zwar in diesem Geschäftsjahr schwer, doch dank der Logistik-Sparte nähert man sich dem Vorjahresumsatz.
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Die Baur-Gruppe mit ihren rund 4000 Mitarbeitern ist ein profitables Unternehmen. Das unterstrich der Sprecher der Geschäftsführung, Albert Klein, am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang. Schon zum zehnten Mal nutzte man dazu den festlichen Rahmen des Kaisersaals von Kloster Banz. Klein kündigte ein aktuelles Stimmungsbild zur Lage des größten Unternehmens am Obermain an, und dieses Stimmungsbild war nicht nur von Zufriedenheit geprägt. Bis zum letzten Viertel des alten Jahres verzeichnete das Kernunternehmen Baur schwache Umsätze. Danach zogen die Geschäfte zwar wieder an, aber die gesteckten Ziele konnten nicht mehr erreicht werden. Mittlerweile bewege sich die gesamte Gruppe auf Vorjahresniveau, stellte Klein fest. Das Geschäftsjahr endet bei Baur jeweils im Februar. Bis dahin erwartet Klein einen Netto-Umsatz von rund 675 Millionen Euro, etwas unter dem Vorjahresumsatz von 683 Millionen Euro. Es darf aber daran erinnert werden, dass man dann zumindest eine Million über dem Umsatz von 2014/15 liegen würde - und damals waren die Zahlen als gut bewertet worden.

Sehr zufrieden ist die Geschäftsführung aktuell mit dem Dienstleistungsgeschäft. BFS - Baur Fulfillment Solutions - und Baur-Logistik arbeiteten erfolgreich und zuverlässig. Dieses zweite Standbein neben der "Shoppingwelt" eröffnet nach Einschätzung der Geschäftsführung neue Wachstumspotenziale. "Wir wollen unsere Position als bedeutender Logistikstandort innerhalb der Otto Group wahren und wo immer möglich ausbauen", so deren Sprecher. Hier merkte er an, sich dabei nicht mehr nur auf die Heimatregion Oberfranken beschränken zu wollen. Man könne es sich vorstellen, Logistikstandorte auch anderswo aufzubauen und zu betreiben. Konkret sei hier noch kein Ort ausgesucht worden, sagte Pressesprecher Manfred Gawlas im Hintergrundgespräch dazu. Wichtig sei eine gute Verkehrsanbindung. Ein Grund für diese Erwägung ist die günstige Entwicklung des hiesigen Arbeitsmarktes. Mit den niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit Jahrzehnten tut man sich schwer, ausreichend Mitarbeiter für die Abwicklung logistischer Aufträge zu bekommen.


Positive Entwicklungen

Auch die Foto- und Werbeagentur Weismain sei erfolgreich für die Otto-Gruppe und externe Firmen tätig. Positiv bewertete Albert Klein ferner das erst zweite Geschäftsjahr der E-Commerce-Tochter "empiricom". Der österreichischen Tochter Unito, die mittlerweile in sieben Ländern mit acht Marken und 21 Online-Shops aktiv ist, bescheinigte er eine "solide und insgesamt befriedigende Entwicklung". Zum 1. März werde auch die Schweizer Versandmarke Jelmoli in diese Gruppe eingegliedert. Seit zehn Jahren gehört Baur dem Hamburger Otto-Konzern an und hat sich als zuverlässige Säule erwiesen. Das Kernunternehmen soll, wie Klein schon im Vorjahr angekündigt hatte, attraktiver für die Kunden gemacht werden.


Neues Angebot "Lifestyle"

"Wir investieren im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr insgesamt einen zweitstelligen Millionenbetrag in Technologie." Zum Weihnachtsgeschäft habe man eine neue Shopping App eingeführt, als nächstes soll der Online-Shop gründlich überarbeitet werden. Gleichzeitig will man in die neue Angebotswelt "Lifestyle" einsteigen. Als Lohn für alle Anstrengungen prophezeite der Sprecher der Geschäftsführung profitables Wachstum für Baur und dauerhaften Bestand der Unternehmensgruppe.


Wissenschaftscampus

Als weiteres regionales Engagement präsentierte Albert Klein den geladenen Gästen ein Vorhaben, das gemeinsam mit der Universität Bayreuth und Partnern aus der Wirtschaft realisiert werden soll. Der "Wissenschaftscampus E-Commerce" werde allen interessierten Unternehmen und Institutionen in Oberfranken und darüber hinaus offenstehen und Impulse setzen, um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Oberfranken attraktiver zu machen. Der Campus soll seinen Sitz in dem von Baur genutzten Gebäude der ehemaligen Hans-Püls-Schuhfabrik in Burgkunstadt finden und noch in diesem Jahr Wissenschaft und Praxis vernetzen, Wissen und Kompetenzen bündeln - zum Vorteil aller Partner. "Der Campus betrachtet die gesamte Wertschöpfungskette im E-Commerce - vom Shop-Auftritt über die Bestellung bis hin zur Auslieferung - und eröffnet damit ein vielfältiges Beschäftigungsfeld." - Ideen, die auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner gerne gehört haben dürfte. Sie wurde als besonderer Gast in Banz begrüßt.
Wir berichten ausführlich in unserer Samstagsausgabe.
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