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Nachruf

Altenkunstadts Ehrenbürger Josef Motschmann ist tot

Josef Motschmann ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Der Altenkunstadter Ehrenbürger brillierte mit Beiträgen zur Ortshistorie.
Josef Motschmann bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Altenkunstadt Foto: Archiv
 
Die Gemeinde Altenkunstadt betrauert das Ablebens ihres Ehrenbürgers Josef Motschmann, der nach schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren gestorben ist.

Mitten im Herzen von Altenkunstadt wurde Josef Motschmann 1952 geboren. Er studierte Theologie. Viele Jahre wirkte der Diplom-Theologe als Religionslehrer am Maria-Ward-Gymnasium in Bamberg, leitete eine Ehebratungsstelle und war für viele Hilfe- und Ratsuchende bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Telefonseelsorger ein verständnisvoller Ansprechpartner.

Schon in jungen Jahren entdeckte er seine besondere Leidenschaft, die Geschichtsforschung. Hier empfand er die jüdische Bevölkerung, die gleichsam in seiner Nachbarschaft lebte und in Altenkunstadt viele Jahre mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung stellte, als wichtiges Kapitel. Unzählige Fragen, insbesondere auch nach den Kriegsjahren, waren offen geblieben. Daher nahm er sich ihrer an und erforschte die Geschichte.

Schon 1983 sorgte er dabei für Aufsehen, indem er eines seiner ersten Werke "Der Leidensweg der Juden am Obermain" verfasste. Bald folgten weitere geschichtliche Veröffentlichungen.

Die Synagoge von Altenkunstadt war Motschmann ebenfalls ein Anliegen: Er leitete die Interessengemeinschaft Synagoge bei deren Restaurierung und bei der der anschließenden Dauerausstellung wirkte er maßgeblich mit. Auf dem Judenfriedhof in Burgkunstadt organisierte er viele Jahre bewegende Gedenkveranstaltungen.



Der Heimat treu

Obwohl er zwischenzeitlich in Schönbrunn wohnte, war er als Kind seiner Heimat - der "Kaffeegass" von Altenkunstadt - natürlich auch der "Mundart" mächtig und veröffentlichte in Zusammenarbeit mit dem Collogium Historicum Wirsbergense interessante Gedichtbände. Zu unzähligen Festveranstaltungen konnte er diese Gedichte, mit seinem bekannt trockenen Humor beitragen. Seine Meinung war aber ebenso gefragt, wenn es um geschichtliche Darstellungen ging, denn durch seine intensive Archiv- und Forschungsarbeit hatte er einen riesigen Wissensschatz.

Gleichsam ein Markstein in seinem Leben blieb die Festveranstaltung "1200 Jahre Altenkunstadt", denn Josef Motschmann hatte die Federführung für das Buch dazu: "Heimat zwischen Kordigast und Main".

Sein Lebenswerk schmücken höchste Auszeichnungen, wie 1998der Preis des Jüdischen Nationalmuseums von Washington, 2004 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und 2005 der "Frankenwürfel". Eine ganz besondere Ehre wurde Josef Motschmann 2012 teil, als er von der Gemeinde Altenkunstadt, seinem Geburtsort, das Ehrenbürgerrecht verliehen bekam.

Josef Motschmann hatte bis zuletzt gehofft. Sein sehnlichster Wunsch war, die Ankunft seines Bruders, der in Bolivien lebt, in Altenkunstadt noch erleben zu dürfte, doch war ihm das nicht mehr vergönnt.
Die Heimat- und Geschichtsfreunde haben eine ihrer prägenden Persönlichkeiten verloren.
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