Lichtenfels
Ausstellung

18 Künstler und ihr Blick auf Lichtenfels

Im Stadtschloss sind derzeit die Ergebnisse der 20. Malertage zu sehen, die in der Stadt stattfanden.
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Hans Wuttig, Gründungsmitglied und ältester Teilnehmer der Malertage, steht als Künstler eigentlich auf marode Fabrikhallen. In Lichtenfels musste er sich deshalb umstellen. Foto: Birgit Kunig
Hans Wuttig, Gründungsmitglied und ältester Teilnehmer der Malertage, steht als Künstler eigentlich auf marode Fabrikhallen. In Lichtenfels musste er sich deshalb umstellen. Foto: Birgit Kunig
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Die Freude darüber, dass die 20. Malertage in Lichtenfels stattfinden, steht Bürgermeister Andreas Hügerich ins Gesicht geschrieben. Dieses mittlerweile zur Tradition gewordene Treffen ist in dieser Form einmalig und existiert seit 1998. Maler aus Oberfranken und angrenzenden Gebieten malen jedes Jahr in einer anderen oberfränkischen Stadt und arbeiten zu einem Thema, das ausschließlich der betreffenden Kommune gewidmet ist. Heuer lautet es: ' Lichtenfels, die Korbmacherstadt im Gottesgarten.'

Hügerich zeigt sich anlässlich der Vernissage im Stadtschlosss tolz, dass Lichtenfels gewählt wurde: "Die Ausstellung bereichert unser kulturelles Leben und hat einen hohen Stellenwert." Mit Hochachtung berichtet er über die sehr intensiven vier Arbeitstage im Mai, als man den Künstlern im Atelier oder in der Natur über die Schulter gucken konnte. "Die Leidenschaft der Künstler hat einen direkt angesprungen, und der künstlerische Funke ist sofort entfacht worden und war von Anfang an faszinierend. Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Auseinandersetzung mit den Objekten und viele wunderbare Momente."

Nicht minder begeistert klingen die Worte des Landrates Christian Meißner: "Wie nehmen Künstler, die eine Stadt zum ersten Mal sehen, unser Lichtenfels wahr. Mit welchem künsterlischen Auge wird es umgesetzt?." Erst der Blick von außen ermögliche die unterschiedlichen, unvoreingenommenen Perspektiven einer Stadt, einer Landschaft. "Dass Lichtenfels ausgerechnet zum 20. Jubiläum im Mittelpunkt ist, steht uns zu", witzelt er.


"Ein Highlight im Kalender"

"Oberfranken ist Fülle" konstatiert Thomas Engel, Regierungsvizepräsident von Oberfranken. "Fülle an Kulturellen Werten, an dem Liebreiz von Landschaften, an kulinarischen Genüssen" Das wird kräftig beklatscht. Die Malertage seien mittlerweile ein Highlight im Kalender der bildenden Kunst und eine liebgewonnenen Gewohnheit und Tradition. "18 Künstler ließen sich von der Umgebung und Atmosphäre von Lichtenfels inspirieren und anregen". Das verdanke man Christel Gollner, der Initiatorin der Malertage.

Die lange, aber humorige Eröffnungsrede von Godehard Schramm bot viel Insiderwissen und Vergleiche mit der Schriftstellerei. Wie lässt sich ein Dichter von einem Maler inspirieren und umgekehrt? Das Wertvolle an der Malerei sei die Einladung zur Begegnung mit einem Ort und sich auf einzulassen. Frei nach der Maxime: "Die Welt erobert man nicht nur als Feldherr, sondern als Künstler gebiert man sie neu." "Gott sei Dank sind wir hier nicht auf der Dokumenta, wo man es Kunst nennen würde, wenn ich mich auf einer blauen Schubkarre, hier herein fahren ließe", meint er lakonisch und hat die Lacher auf seiner Seite.

Christel Gollner, die Initiatorin, zeigt sich stolz darauf, dass man mittlerweile 80 Künstler als Mitglieder zähle. An den vier Workshop-Tagen seien insgesamt 119 Bilder entstanden.


Vom Aquarell bis zur Zeichnung

Mit unvoreingenommenem Blick sollte man seine Wanderung durch das Gebälk im Dachboden des altehrwürdigen Stadtschlosses beginnen. Überrascht und angetan, wieviel Farbenfrohheit und welche Unterschiedlichkeit zwischen den Werken besteht. Unterschiedliche Maltechniken sind zu bewundern, von Aquarell, bis Zeichnung, bis Acryltechnik und Pigmentmalerei. Diese einzigartige Ausdrucksweise präsentiert Gerlinde Meyer, die gelernte Fotografin ist, aus Fürth. Unglaublich, was sich mit Pigmenten um das Thema Korbflechten zaubern lässt.

Gründungsmitglied und mit 84-Jahren ältester Teilnehmer ist Hans Wuttig aus Sulzbach-Rosenberg. "Ich stehe eigentlich auf marode Fabrikhallen und ruinöse Dinge, aber hier war nichts zu finden" erklärt er in jugendlich leichtem Jargon. So sei nun sein Lieblingsbild der Bahnhof von Lichtenfels. Vor 60 Jahren habe er hier in sein Korflechterzertifikat abgelegt.

Die Kollage von Elfi Hübner aus Bayreuth hat ein Alleinstellungsmerkmal. Zum ersten Mal habe sie so etwas kreiert und die plastische Buntheit der 3D-Kollage springt einen förmlich an. Ihre Bilder vermitteln eine wunderbare Lebensfreude und Gelassenheit.
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