Geteilte Verantwortung

 
von Ferenc (Leserbeitrag)

Der Fränkische Tag berichtete über einen Unfall in der vergangenen Woche: Ein Fußgänger querte achtlos die Fahrbahn der Kleberstraße, eine Radfahrerin sah sich zur Notbremsung gezwungen und stieg - mit Verletzungsfolgen - unfreiwillig über den Lenker ab.

Tatsächlich liegt die Verantwortung für diesen Unfall auf mehreren Schultern. Fraglos hat der Fußgänger durch sein unvermitteltes Betreten der Fahrbahn den eingetretenen Körperschaden verursacht.

Doch auch die Verkehrsbehörde trägt ihren Anteil. Der Charakter der ausgewiesenen Fahrradstraße ist nicht zu erkennen. Denn das Bild beherrschen die zahlreichen dort abgestellten Kraftfahrzeuge. Da sie auch wiederholt die ohnehin engen Gehwege verstellen, ist es für viele Fußgänger schon normal, auf der Fahrbahn zu laufen. Daß vor diesem Hintergrund die Vorsicht leidet, ist vielleicht nicht entschuldbar, aber nachzuvollziehen.

Letztendlich kann aber auch das Unfallopfer nicht ganz aus seiner Mitverantwortung entlassen werden. Alle, die ein Fahrzeug führen, sind gemäß StVO verpflichtet, ihre Geschwindigkeit den Umständen anzupassen und zu Fußgängern einen ausreichenden Abstand einzuhalten. Überdies trifft auch sie die für alle Verkehrsteilnehmer geltende allgemeine Beachtung der erforderlichen Vor-, Rück- und Umsicht. Davon kann, stürzt man auf der Kleberstraße nach vorn über den Lenker, schwerlich die Rede sein.

Unachtsamkeit (Fußgänger), gefährdende Gestaltung des Verkehrsraums (Behörden) und Vertrauen auf das eigene Vorrecht (Radfahrerin auf Fahrradstraße) haben hier auf unselige Weise zusammengewirkt.



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