Gefahrenquelle Radweg

 
von Ferenc (Leserbeitrag)

Die Druckausgabe des Fränkischen Tags berichtet am 12. Juli, daß zwei Tage zuvor ein Autofahrer eine vorfahrtberechtigte Radfahrerin übersehen hätte, als er von der Anna- in die Starkenfeldstraße einfahren wollte.

Nicht berichtet wird, daß die Radlerin einen benutzungspflichtigen Radweg zu befahren hatte, der zunächst rechts des Rechtsabbiegestreifens verläuft und in der Einmündung weit von der parallelen Fahrbahn abgesetzt liegt.

Nahezu alle Kraftfahrer, welche einen vorfahrtberechtigten Radweg kreuzen, halten erst direkt an der Fahrbahn der Hauptstraße. Selten werfen sie zuvor einen Blick auf den Radweg, den sie dann blockieren. Dies ist eine der Hauptursachen für Fahrradunfälle - und genau deshalb dürfen seit nunmehr 20 Jahren benutzungspflichtige Radwege nur in besonderen Ausnahmefällen angeordnet werden. Zudem haben sie zwingend vorgegebene Qualitätskriterien (u. a. Breite, Zustand und Linienführung) zu erfüllen - am hier beschriebenen Unfallort verfehlen sie diese alle.

Die vor etlichen Monaten vorgenommene Neugestaltung der Einmündung hat die Ursachen der dauerhaften Gefährdung tunlichst ausgeklammert. Daher kann der Unfall nicht überraschen. Neben dem unachtsamen Autofahrer tragen auch kommunale Verkehrspolitik und zuständige Behörden die Verantwortung.

Leider fordert die Initiative "Radentscheid Bamberg", solche Unfallrisiken zu vermehren. Trotz gegenteiligen Erkenntnisstands will sie die Separierung des Radverkehrs von der Fahrbahn vorantreiben und überdies an den hierdurch ohnehin gefährlichen Knotenpunkten die Fahrradfurten in die Einmündungen hineinversetzen. Hiergegen hatten sich die Fahrradverbände aus gutem Grund seit Jahren engagiert.



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