Haßfurt

Fusion Sparkasse: Argumentation mit Allgemeinplätzen

Was heißt eigentlich „größtmögliche Transparenz“, die Landrat Wilhelm Schneider wortreich bemüht, wenn es um die Fusion der Sparkassen Ostunterfranken und Schweinfurt geht? Die Geheimhaltung des Kreistagsvotums hat ganz sicher nichts mit Transparenz, also der Durchsichtigkeit der Vorgän...
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Was heißt eigentlich „größtmögliche Transparenz“, die Landrat Wilhelm Schneider wortreich bemüht, wenn es um die Fusion der Sparkassen Ostunterfranken und Schweinfurt geht?

Die Geheimhaltung des Kreistagsvotums hat ganz sicher nichts mit Transparenz, also der Durchsichtigkeit der Vorgänge um die Fusionsabsichten zu tun. Auch die Entscheidungsgrundlagen bleiben im Dunkeln, werden aktiv versteckt.

Selbstverständlich stehen außerdem die künftigen (höheren) Bezüge der Vorstandsmitglieder zu Recht im Fokus der Öffentlichkeit, auch wenn hier nicht alle Zeitungen im Landkreis einen kritischen Blick darauf werfen wollten, aus welchen Gründen auch immer.

Begründungen, die die Verantwortlichen der Öffentlichkeit gegenüber angeben, sind von allerhöchster „Wischi-waschi-Qualität“. Jeder Studienrat und jede Studienrätin, die ihren Schülern die Grundlagen des Argumentierens beibringen, müssten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Allgemeinplätze noch und nöcher: Die Aufgaben würden immer komplexer, die fiese Zinspolitik, alles schwierig, wenn es so bleibt, für die Kunden ist die Fusion besser und BlaBla Bla.

Und die Kreisräte: Ja, genau, BlaBla Bla. Aber bloß nicht unsere Namen nennen! Warum eigentlich nicht, wenn sie doch die Sparkasse herrlichen Zeiten entgegenführen wollen? Wie hat übrigens „unsere“ Bundestagsabgeordnete abgestimmt (wenn sie denn dabei gewesen sein sollte)? Warum darf das eigentlich keiner wissen?

Hat eigentlich der Sparkassenverband Bayern ein Wertgutachten zur Sparkasse Ostunterfranken erstellt? Dann würde nämlich ins Bewertungsergebnis einfließen: Ertragskraft und Bilanzsumme, aber auch die Anzahl der Einwohner der jeweiligen Geschäftsgebiete sowie die Steuerkraft der betroffenen Landkreise. Wie werden die Kriterien gewichtet?

Welche Geschäftsstellen müssten denn (und bis wann?) ohne Sparkassenfusion im Landkreis geschlossen werden? Warum bleiben die Verantwortlichen die Beantwortung solcher Fragen schuldig? Warum wird besonders betont, welchen Rangplatz die vereinigte Sparkasse in Bayern einnehmen würde? Für wen ist das wichtig? Für die Kunden sicherlich nicht.

Es bleibt festzuhalten: Von Transparenz keine Spur! Die neuen Vorstandsgehälter sollte man jetzt nennen können. Spätestens bei der Bilanz werden sie sowieso öffentlich. Dann möchten die Tageszeitungen bitte nachhaken. Der bessere Weg aber wäre, die Fusion nochmals genau zu überdenken. Das geht aber nur, wenn die Fakten auf den Tisch kommen und die Kreisräte sich trauen, zu ihren Entscheidungen namentlich zu stehen! Alles andere ist BlaBla Bla.
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