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Fusion: So hart kämpfte Landrat Wilhelm Schneider um den Sparkassensitz

Dass Landrat Wilhelm Schneider wie ein Löwe kämpfen kann, wenn es um den Landkreis geht, hat er schon öfters bewiesen. Ob ärztliche Bereitschaftspraxis, Erhalt des Krankenhauses, Altkennzeichen – all diese Anliegen sprechen ihre eigene Sprache...
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Sparkasse-OUFR
Dass Landrat Wilhelm Schneider wie ein Löwe kämpfen kann, wenn es um den Landkreis geht, hat er schon öfters bewiesen. Ob ärztliche Bereitschaftspraxis, Erhalt des Krankenhauses, Altkennzeichen – all diese Anliegen sprechen ihre eigene Sprache. Diesmal geht es um die Sparkasse Ostunterfranken. Und wieder legt sich der CSU-Landrat „mächtig“ ins Zeug.

Bei der Sparkassenfusion gehe es Landrat Wilhelm Schneider in erster Linie um die Kunden und die Mitarbeiter, sagte er in einem bei YouTube veröffentlichten Interview gegenüber SW-N TV (Schweinfurter Nachrichten und Internetfernsehen, veröffentlicht am 10.07.2017).

Nach dem Gehalt, das die Sparkassen-Vorstände verdienen, hat bisher keiner gefragt.

Laut correctiv.org (Stand 2014) beläuft sich das durchschnittliche Vorstandsgehalt bei der Sparkasse Ostunterfranken auf 238.000 Euro pro Jahr. Zwei Vorstände gibt es, die zusammen 476.000 Euro verdienen, bei einer Bilanzsumme der Sparkasse von 1,2 Mrd. Euro.

Bei der Sparkasse Schweinfurt verdienen laut correctiv.org die drei Vorstände durchschnittlich 277.700 Euro im Jahr, macht zusammen 833.100 Euro an Gesamtbezügen, bei einer Bilanzsumme der Sparkasse von 2,5 Mrd. Euro.

Nach der Fusion sollte sich das Durchschnittseinkommen pro Vorstand voraussichtlich deutlich nach oben bewegen. Einerseits begründet durch die größere Bilanzsumme, andererseits wegen des Wegfalls eines bisherigen Vorstandspostens. Die vereinigte Sparkasse soll nämlich nur vier Vorstände haben. Für die Beteiligten ein gutes Geschäft.

Zum Vergleich: Laut correctiv.org (2016) bezieht die Bundeskanzlerin nur 282.000 Euro, „die Merkel als Kanzlerin inklusive ihrer Bezüge als Abgeordnete erhält.“

Es folgen Zitate aus dem Interview:

Frage von SW-N TV:
Was bedeutet die Fusion der Sparkasse für die Hassberge? (YouTube-Video, 6:12)

Antwort von Wilhelm Schneider:
Ja, erstmal bedeutet es, des is des Negative, dess wir a gewisse Eigenständigkeit natürlich aufgeben müssen, des is klar. Aber des zweite is, wir müssen uns ja zukunftsgerichtet aufstellen, und des schaffen wir nur mit em staikn Bartner und äh deswegen sind wir natürlich aufgrund der Regionalität, äh, mit Schweinfurt in Verbindung getreten, ham die ersten Sondierungsgespräche geführt und haben gemärkt, dass wir eine gute Basis, eine gute Grundlage haben für weitere intensive Gespräche.

Und wir müssen ja dran denken, an zweierlei: Einerseits an unsere Kunden. Wir wollen unsere Filialstruktur möglichst gut aufstellen, möglichst wenig ausdünnen. Und ich denke, des können wir zumindest die nächsten Jahre dadurch erreichen. Und wir müssen natürlich auch an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter denken. Und ich denke auch, dadurch ham wir relativ hohe Arbeitsplatzgarantie. Äh, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden, und des lässt sich wahrscheinlich in Zukunft weiterhin nicht vermeiden, dann natürlich sozial verträglich. Und des is uns natürlich ganz wichtig. Aber wir wollen uns zukunftsgerichtet aufstellen, und deswegen eben diese Fusionsgespräche.

(…)

Frage von SW-N TV:
Der Sitz des Unternehmens wird Schweinfurt sein? Des is … (YouTube-Video, 8:01)

Antwort von Wilhelm Schneider:
Ja, also wir wärrn jetzt nicht so vermessen, dass wir gefordert hätten, äh, Hassfurt wäre der Sitz. Wäre natürlich eine Alternative gewesen, selbstverständlich. Auch in Hassfurt is es schön. Aber nein, äh, ich denke, äh, Realität is klar. Äh, die Sparkasse Schweinfurt is, macht zwei Drittel ungefähr aus, in allen Bereichen, Mitarbeiter, Bilanzsumme usw. Wir ein Drittel.

Und ich denke, da bietet’s sich’s natürlich an, dass der Sitz der Sparkasse erstmal in Schweinfurt ist. Aber natürlich mit em starken Gewicht auch in Hassfurt. In Hassfurt wird sich natürlich, äh, was jetzt, äh, die Organisationsstruktur betrifft, was die einzelnen, äh, Stellen betrifft, wird sich natürlich in Hassfurt einiges ansiedeln müssen bzw. bleiben müssen und dann verstärkt werden müssen.
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